
Heiko Herrlich wurde bei der SpVgg Unterhaching schon wieder entlassen. Streitigkeiten um die Aufstellung und mit Markus Schwabl waren wohl der Grund.
Unterhaching – Am 3. Januar stellte die SpVgg Unterhaching Heiko Herrlich als neuen Trainer vor und stattete den 53-Jährigen mit einem langfristigen Vertrag aus. Es war nach der Saison 2011/2012 bereits das zweite Mal, dass Herrlich und Manni Schwabl bei der Spielvereinigung zusammenarbeiteten. Der ehemalige Bundesliga-Trainer sollte nach seiner Rückkehr mit den Vorstädtern das Wunder Klassenerhalt in der 3. Liga schaffen und im Abstiegsfall auch den Neuaufbau in der Regionalliga Bayern leiten.
Nur 77 Tage später waren alle Vorhaben gescheitert. Am vergangenen Freitag, einen Tag vor dem Toto-Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Bamberg, trennte sich Haching überraschend von seinem Trainer. Nun kommen erstmals Hintergründe ans Licht.
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung bezogen sich die „Unterschiede in der Wahrnehmung der sportlichen Ausrichtungen“, wie Manni Schwabl in der Pressemitteilung zur Trennung zitiert worden war, speziell auf die Pokal-Partie in Bamberg. Demnach plante Herrlich gegen den Regionalligisten vor allem junge Spieler einzusetzen. So sollten die erfahrenen Johannes Geis und Markus Schwabl nicht im Kader stehen. Der Einsatz von Simon Skarlatidis galt zudem als unsicher. Ausgerechnet Ersterer hatte schlussendlich mit einem Tor und einer Vorlage gegen Bamberg maßgeblichen Anteil am Finaleinzug der Hachinger.
Mit der von Herrlich anvisierten Ausrichtung zeigte sich Manni Schwabl so wenig einverstanden, dass er schlussendlich die Reißleine zog und Herrlich am Freitagmittag, eine Stunde vor der Abfahrt nach Bamberg, freistellte. Zuvor waren die Diskussionen, die sich nach dem Derby gegen den TSV 1860 München immer weiter aufgestaut hatten, maximiert worden. Dabei machen junge Spieler genau die Philosophie des Vereins aus.
Der Toto-Pokal ist allerdings zukunftsweisend für die Spielvereinigung. Der Gewinn des Landespokals und die Qualifikation für die erste Runde des DFB-Pokals dadurch würden dem Drittliga-Schlusslicht mehr als 200.000 Euro in die klammen Kassen spülen. In der Vorsaison unterlag Haching dem FV Illertissen deutlich mit 0:3, als einige Nachwuchsspieler zum Einsatz kamen.
„Ich habe Illertissen im Hinterkopf gehabt“, so Manni Schwabl am Samstag weiterführend zur Entlassung von Herrlich. In Bamberg trat die SpVgg nun knapp 24 Stunden nach Ende des äußerst kurzen Kapitels von Herrlich in Bestbesetzung an.
Vor allem zwischen Herrlich und Markus Schwabl soll es bereits seit längerer Zeit starke Reibungspunkte gegeben haben, wie die SZ berichtet. So soll der Trainer bereits kurz nach seiner Ankunft intern die Doppelfunktion als Spieler und sportlicher Leiter infrage gestellt haben. Herrlich habe insgesamt mehr Einfluss genommen, als der Klub für ihn vorgesehen hatte. Nach der Pleite im Lokalduell gegen die Löwen soll es dann zu heftigen Streitigkeiten gekommen sein. Das berichtet die Bild. Auch deshalb sollte Schwabl gegen Bamberg nicht für den Kader nominiert werden.
Der Kapitän, der nach dem Derby von den eigenen Fans angespuckt worden war, saß übrigens gegen Bamberg unter Nachfolger Sven Bender zunächst auf der Bank. In der spielentscheidenden Schlussphase wurde der 34-Jährige aber eingewechselt. (Alexander Nikel)