Der KFC Uerdingen hat sich im Niederrheinpokal blamiert: Schon in der 2. Runde fliegt der Regionalliga-Aufsteiger im Heimspiel gegen den neu formierten Oberligisten TVD Velbert raus. Die Gäste mauern über 120 Minuten und gewinnen schließlich im Elfmeterschießen 4:3.
Außerdem hat der Regionalligist bekanntgegeben, dass der ehemalige Bundesliga-Stürmer Hamadi Al Ghaddioui zum Grotenburg-Klub wechselt.
Ein Kassenschlager sollte das Niederrheinpokalspiel der 2. Runde trotz Überlänge nicht werden, denn lediglich 1010 Personen wohnten dem Spiel in der Grotenburg bei. Zum Vergleich: Bei den bisherigen drei Regionalliga-Heimspielen des KFC wurden durchschnittlich über 2.600 Tickets verkauft.
Gegen den neu formierten Oberligisten dominierte der KFC das Geschehen, ohne sich im ersten Durchgang großartige Chancen zu erspielen. Spannender wurde es nach einer guten Stunde, als der schwedische Mittelfeldspieler Daniel Michel seine zweite gelbe Karte innerhalb von fünf Minuten sah und folgerichtig vom Platz flog. Ins Risiko ging der Oberligist allerdings nicht und legte weiterhin großen Wert auf eigenen Ballbesitz, sofern der KFC den Ball abgab. Das wurde beinahe in der 81. Minute bestraft, als Alexander Lipinski gegen die Latte köpfte.
Der KFC verpasste die Entscheidung in der regulären Spielzeit, sodass die Verlängerung folgte. Hier wurde eine Sache schnell deutlich: Wer hier das erste Tor schießt, ist weiter. Schon in der 1. Runde musste die Mannschaft von René Lewejohann nachsitzen und kam gegen den Bezirksligisten Vogelheimer SV beim 4:2 in der Verlängerung knapp weiter. Während Hussein Mahamud Hasan auch die Latte traf (108.), vergab auch Melvin Ramusovic eine gute Gelegenheit (113.). Auch Velbert-Keeper Robin Offhaus konnte sich ein ums andere Mal auszeichnen, was aber auch daran lag, dass TVD offensiv gar nichts versuchte. Die Gäste um Coach Hasan Yalcinkaya wollten das Elfmeterschießen und damit die Lotterie erzwingen - und hatten damit auch Glück. Angelo Langer rutschte in der letzten Sekunde an der letzten Hereingabe vorbei. So lief das Elfmeterschießen:
1:0 - Tim Stappmann trifft für den KFC Uerdingen
1:1 - Phil Britscho gleicht für TVD Velbert aus
2:1 - Angelo Langer trifft für den KFC Uerdingen
2:1 - Ferhat Mumcu scheitert an Ron Meyer
2:1 - Melvin Ramusovic jagt den Ball auf die Tribüne
2:2 - Sören Linnig gleicht für TVD Velbert aus
3:2 - Noel Werner trifft für den KFC Uerdingen
3:3 - Labinot Kryeziu gleicht für TVD Velbert aus
3:3 - Ole Päffgen scheitert an Robin Offhaus
4:3 - Ebrahim Omayrat schießt den TVD Velbert ins Achtelfinale
Damit hat der TVD Velbert die große Überraschung geschafft und sich das Achtelfinale erkämpft. Der KFC Uerdingen hatte genügend Gelegenheiten, selbst in Unterzahl das Spiel zu entscheiden, so aber darf der Underdog jubeln. Mit diesem 3:4 ist auch der erste Mitfavorit aus dem Niederrheinpokal geflogen.
Vor dem Anstoß hat der KFC Uerdingen mit guten Nachrichten überrascht und die Verpflichtung des Stürmers Hamadi Al Ghaddioui bekanntgegeben. Der 33-Jährige spielte noch bis 2022 für den VfB Stuttgart in der Bundesliga.