2024-04-19T07:32:36.736Z

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TuRU Düsseldorf blickt in eine unsichere Zukunft.
TuRU Düsseldorf blickt in eine unsichere Zukunft. – Foto: David Hausmanns

TuRU 80 kämpft ums Überleben

Der Traditionsklub aus Oberbilk steckt in finanziellen Nöten. Präsident Manuel Rey Alonso appellierte nun über die Sozialen Medien an Politik und Wirtschaft: „Helft uns, den Fortbestand unseres Vereins zu sichern.“

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Dieser Hilferuf verbreitete sich am Dienstag wie ein Lauffeuer. Ausgerechnet TuRU Düsseldorf, ein Traditionsverein der Stadt und viele Jahre lang die Nummer zwei im hiesigen Seniorenfußball hinter der Fortuna, braucht Unterstützung. Weil einer der ohnehin raren, langjährigen Sponsoren den Oberbilkern nicht mehr zur Verfügung steht, wandte sich Manuel Rey nun an die Öffentlichkeit. Der Appell des Präsidenten an Politik, Wirtschaft und Privatpersonen: „Helft uns, unsere Jugend- und Seniorenmannschaften zu unterstützen und den Fortbestand unseres Vereins zu sichern.“

Es ist zweifellos nicht der erste Anlauf, den „Manolo“ Rey unternimmt, um Unterstützung zu erbitten. „Ich habe schon viele Gespräche mit der Stadt, der Politik und mit Firmen geführt. Aber bis auf Anerkennung für die Arbeit kam bislang so gut wie nichts zurück“, klagt der Spanier. Sein erneuter Versuch könnte nun womöglich auch sein Letzter sein. Denn ob sich Rey bei den bevorstehenden Wahlen im Mai erneut für den Vereinsvorsitz zur Verfügung stellen wird, dürfte auch davon abhängen, ob sein Hilferuf erhört wird.

„Meine Bereitschaft zu helfen, ist weiter vorhanden, Aber ich muss auch spüren, dass andere der TuRU helfen wollen“, erklärt Rey. Geschieht dies nicht, könnten die Folgen fatal sein. Zwar ist der Spielbetrieb für die laufende Saison gesichert. Doch eine weitere Spielzeit mit der ersten Mannschaft in der Landesliga ist unter den aktuellen Gegebenheiten kaum vorstellbar. Landesliga – da spielte vor einigen Jahren noch TuRUs zweite Mannschaft, während die „Erste“ zum Oberliga-Inventar gehörte. Möglich machte diesen Luxus der damalige Präsident und Mäzen Heinz Schneider. Dass sich der Verein als Ganzes zu lange einseitig aus dem „Schneider’schen Trog“ ernährte, fällt ihm nun auf die Füße. Wobei man Manuel Rey diesen Vorwurf nicht anlasten kann. Der Unternehmensinhaber trat in große Fußstapfen, als Schneider vor rund fünf Jahren seinen Platz in der vordersten Reihe bei den Blau-Weißen freimachte.

Resignation erhält Einzug

„Ich wollte dem Fußball, durch den ich viele wertvolle Kontakte und Freunde gewonnen habe, etwas zurückgeben“, erläutert der Vater von TuRUs Abwehrspieler Daniel Rey seine Beweggründe. Sein Optimismus, den Klub auf eine finanziell breitere Basis stellen zu können, wird zunehmend vom Gefühl der Resignation unterwandert.

Droht der TuRU auf Sicht ein ähnliches Schicksal wie dem benachbarten DSV 04? Die Lierenfelder zählten einst auch einmal zu den Flagschiffen im hiesigen Amateurfußball. Damals gefördert von einem gewissen, natürlich,Heinz Schneider. Heute verfügt der DSV im Seniorenbereich nur noch über gute Alte Herren. Die erste Mannschaft, eine Spielgemeinschaft mit dem GSC Hellas, ist abgeschlagenes Schlusslicht der Kreisliga B.

Potenzial ist vorhanden

Davon ist TuRU 80 noch ein Stück weit entfernt. „Wir sind nicht irgendein Traditionsverein. Wir leisten wertvolle soziale Arbeit, bieten hunderten von Kindern den ganzen Tag über eine sportliche Heimat“, sagt Manolo Rey. Damit das weiter gewährleistet werden kann, die Entschädigungen für Trainer und Platzwart gestemmt werden sowie Strom, Trikots und Bälle gezahlt werden können, ist TuRU nun auf Hilfe angewiesen.

„Wir reden hier über einen niedrigen fünfstelligen Betrag und nicht über Millionen“, sagt Rey. Der Gegenwert, den potenziellen Sponsoren winkt, ist nach Ansicht des Funktionärs unbezahlbar. „Wir haben täglich 200.000 Besucher, die aus der Bahn blickend im Vorbeifahren auf unser Stadion schauen können. Welcher Klub auf dieser Welt kann Sponsoren schon so eine Reichweite bieten.“

Aufrufe: 022.2.2024, 14:00 Uhr
RP / Marcus GiesenfeldAutor