Der SV Hilsbach (rot) ist in der Pole Position. Reichartshausen (grün-weiß) befindet sich in Lauerstellung dicht dahinter.
Der SV Hilsbach (rot) ist in der Pole Position. Reichartshausen (grün-weiß) befindet sich in Lauerstellung dicht dahinter. – Foto: Siegfried Lörz

Dreikampf um die Meisterschaft

Kreisklasse B1 Sinsheim +++ Hilsbach in der Pole Position +++ Reichartshausen beim Schlusslicht haushoher Favorit +++ Dühren krasser Außenseiter

Verrückte letzte Spieltage sind nicht selten im Fußballgeschäft. In der Kreisklasse B1 gibt zumindest die Ausgangslage ein spannendes Finale her. Mit dem SV Hilsbach, dem TSV Reichartshausen und dem TSV Dühren können gleich drei Mannschaften Meister werden.

Die unwahrscheinlichste Variante heißt Dühren. Der TSV müsste neben einem Sieg beim SV Eichelberg auf eine gleichzeitige Niederlage der Hilsbacher gegen den SV Neidenstein und mindestens auf ein Remis der Reichartshausener beim TSV Kürnbach II hoffen. Damit dies eintritt, müssten für Dühren schon Weihnachten und Ostern samt Geburtstag auf einen Tag fallen. Die Hoffnung besteht zumindest, mehr als das eigene Spiel gewinnen können die Schützlinge der Trainer Rico Unser und Marvin Ziegler allerdings nicht tun.

Die klarste Angelegenheit sollte die Partie in Kürnbach sein. "Wir werden die Jungs auch warnen, wenn man aber oben steht, muss man solche Spiele ganz einfach gewinnen", sagt Reichartshausens Trainer Simon Teschner. Er hofft auf einen ungefährdeten Sieg, um dann ganz entspannt die Ergebnisse der Konkurrenz aufzunehmen. Selbst kümmert er sich während des Spiels nicht um die Informationsweitergabe. Er sagt. "Irgendwo bei den Zuschauern werden die Zwischenstände auf den anderen Sportplätzen sicher durchsickern."

Der 34-Jährige ist hauptsächlich froh darüber, die Vizemeisterschaft überhaupt noch in der eigenen Hand zu haben. "Nach unseren Ausrutschern gegen Bargen (0:1) und Berwangen (1:1) habe ich nicht mehr damit gerechnet", gibt er zu.

Nun ist bei den Grün-Weißen alles bereitet für die Saisonverlängerung mit hoffentlich zwei weiteren Spielen gegen den Zweiten der Kreisklasse B2 (TSV Ittlingen II oder TSV Obergimpern II) und den Drittletzten der Kreisklasse A (VfB Bad Rappenau II). "Einen kleinen Blick habe ich schonmal auf die Tabelle der B2-Staffel geworfen", so Teschner, der aber sofort klarstellt, "zuallererst müssen wir unsere Aufgabe erfüllen."

Damit alles seine Einigkeit am letzten Spieltag hat, müssen die Partien der Dührener und Hilsbacher auf 13 Uhr vorverlegt werden. Reichartshausens Gastspiel in Kürnbach kann nicht nach hinten verlegt werden, da im Anschluss die Landesliga-Elf ihren letzten Spieltag gegen die SG Horrenberg bestreitet.

"Aus Gründen der Fairness haben wir dieser Verlegung natürlich sofort zugestimmt", sagt SV-Trainer Adalbert Kuczynski. Die Ausgangslage sorgt für ein gesundes Maß an Nervosität beim Spitzenreiter. "Ganz ehrlich ist die Situation schon ein bisschen aufwühlend für mich", erklärt der Coach, der seine Elf auf den Punkt bereit wähnt: "Wie die Jungs letzte Woche die Vorgaben in Grombach (3:0-Sieg) umgesetzt haben, war richtig stark."

Noch vor wenigen Wochen schien die Gefahr gegen den SV Neidenstein zu patzen sehr viel größer zu sein. Seitdem hat sich einiges verändert. Die "Edelweißen" haben drei der vergangenen vier Partien verloren und zollen im Endspurt ihren vielen Verletzungen Tribut. Der vermeintlich bitterste Ausfall ist der von Sylwek Kochanek. Der 44-jährige Abwehrchef hält nicht nur die Defensive der Neidensteiner zusammen, er hat zusätzlich zwölf Tore in 18 Partien erzielt. Sein Fehlen ist ein großer Vorteil für die Hilsbacher.

Beim SV fehlt dagegen Daniel Oliveira, der auf einer Hochzeit in Portugal weilt. "Wenn sonst kein Verletzter dazukommt, werden wir auf den gleichen Kader wie in Grombach zurückgreifen können", freut sich Kuczynski über viele starke Alternativen. Über den Druck sind sich der der 35-jährige und sein spielender Co-Trainer Dominik Muhr bewusst: "Wir müssen auf uns schauen und den Dreier holen. Alles andere wäre eine große Enttäuschung für uns."

Aufrufe: 03.6.2022, 14:00 Uhr
red.Autor