Bad Rappenaus Zweite (weiß) bekommte es am Sonntag im Entscheidungsspiel um die Kreisklasse A mit dem TSV Reichartshausen zu tun.
Bad Rappenaus Zweite (weiß) bekommte es am Sonntag im Entscheidungsspiel um die Kreisklasse A mit dem TSV Reichartshausen zu tun. – Foto: Holger Hettler

Finale um die Kreisklasse A

Relegation Sinsheim +++ Reichartshausen gegen Bad Rappenau II in Helmstadt +++ Sonntag um 15.30 Uhr +++ Läuft Joe Brown auf?

Ist ein zu glatter Sieg im Vorfeld ein schlechtes Omen? "Das beeinflusst uns nicht", versichert Simon Teschner und meint damit das auch in der Höhe verdiente 8:0 seines TSV Reichartshausen am Mittwochabend gegen den TSV Ittlingen II. Er führt weiter aus: "Wir sind derzeit so sehr im Fokus, nehmen jeden Gegner ernst und hatten in der Liga seit Wochen immer nur Endspiele und mit genau dieser Einstellung gehen wir jetzt auch in das Finale."

Der B1-Vizemeister ist in selbigem erneut Favorit, der Kontrahent dürfte aber eine andere Hausnummer als der im Halbfinale sein. Am Sonntag um 15.30 Uhr wartet auf dem Sportgelände des TSV Helmstadt der VfB Bad Rappenau II. Teschner ist sich sicher: "Die sind stärker."

Für große Vorfreude sorgt der Spielort in Reichartshausen. Helmstadt ist in einer knappen Stunde zu Fuß zu erreichen und einige Kicker haben eine blau-weiße Vergangenheit. Roman Schilling, Marcel Nuß, Sebastian Perschka sowie Nelson Agho haben vor nicht allzu langer Zeit noch für den Kreisligisten gespielt. Am Sonntag fehlt allerdings einer davon. Agho, der am Mittwoch noch sechs Scorerpunkte sammelte, weilt im Urlaub. "Das tut natürlich weh, wir hoffen aber Nelsons Ausfall kompensieren zu können", so Teschner, der über ein paar Alternativen verfügt. Wahrscheinlich ist, dass Yannik Zimmermann die Position im Sturmzentrum einnehmen wird. Kapitän Schilling musste gegen Ittlingen II angeschlagen ausgewechselt werden. Der Innenverteidiger wird am Sonntag aber auf die Zähne beißen und in der Startformation stehen.

Egal ob die Vorzeichen für einen positiven oder negativen Verlauf sprechen, in Reichartshausen richtet sich der Fokus einzig und allein auf die 90 Minuten, gegebenenfalls auch auf 120 plus Elfmeterschießen. Teschner gibt die Marschroute aus: "Wir wollen unsere starke Saison krönen. Das ist das große Ziel, das wir am Sonntag in Angriff nehmen."

Am Mittwoch waren viele aufmerksame Beobachter in Sinsheim zu Gast, allen voran die Spieler des VfB Bad Rappenau und dessen zweiter Mannschaft. "Natürlich habe ich mir das Spiel auch angeschaut, aufgrund des einseitigen Verlaufs ist es jedoch sehr schwer, irgendwelche Rückschlüsse daraus zu ziehen", sagt Paul Sattler.

Der Trainer des VfB nimmt die Partie als unverhoffte Chance auf den Klassenerhalt wahr und begründet dies folgendermaßen: "Noch vor kurzem haben wir überhaupt nicht damit gerechnet die Relegation bestreiten zu dürfen. Dann kam die Änderung der Abstiegsregelung und plötzlich bekommen wir diese Gelegenheit. Somit haben wir in doppelter Hinsicht nichts zu verlieren."

Verglichen mit dem normalen Rundenverlauf stellt sich am Sonntag nicht die Frage, wer in die erste Mannschaft geschoben werden muss. Das stimmt den Coach zuversichtlich: "Die Jungs sind heiß und wollen sich beweisen. Dazu kommt die sicher große Zuschauerkulisse in Helmstadt. Darauf freuen wir uns alle sehr."

Hoffnung schöpft er aus vielen engen Spielverläufen, der A-Klassen-14. hat ein paar überraschende Ergebnisse erzielt, unter anderem den FC Eschelbronn in der Rückrunde geschlagen. "Wir haben in sehr vielen Partien lange gut mitgehalten, zur Halbzeit oft geführt, oder ein Unentschieden gehalten. Wenn es am Sonntag mit einem knappen Ergebnis in die Halbzeitpause schaffen sollten, können wir es Reichartshausen auf jeden Fall schwermachen", prophezeit der 28-jährige Coach.

Zur Einstimmung auf das Relegations-Finale findet am Samstagabend eine Feier zum 30. Geburtstag eines VfB-Spielers statt. "Die Jungs wissen aber selbstverständlich um die Wichtigkeit des Spiels und ich werde selbst vor Ort sein, um ein Auge darauf zu werfen", schmunzelt Sattler. Der Kader wird jedenfalls gut gefüllt sein am Sonntag, zusätzlich dürfen diejenigen aus der Kreisliga-Elf auflaufen, die nicht auf über 50 Prozent der Saisonspiele kommen. Somit wäre Toptorjäger Joe Brown einsatzberechtigt. 21 Tore in der Ersten und sechs Treffer in der Zweiten sammelte der 35-Jährige in zusammen gerade einmal 22 Partien. Sein Mitwirken würden die Chancen des VfB erheblich steigen lassen.

Aufrufe: 011.6.2022, 10:00 Uhr
red.Autor