FC-Interimscoach Hans Huber schmeißt einen Ball zurück aufs Spielfeld.
FC-Interimscoach Hans Huber schmeißt einen Ball zurück aufs Spielfeld. – Foto: Andreas Mayr

FC Garmisch-Partenkirchen: Gegen Nördlingen um den Klassenerhalt

Verteidigen allein reicht nicht

Die finale Aufgabe könnte nicht schwieriger sein: Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen will die Abstiegsrelegationsplätze noch verlassen, muss dafür aber gegen Landesliga-Meister TSV Nördlingen punkten und auf Schützenhilfe hoffen.

Garmisch-Partenkirchen – Showdown am Gröben: Um der Abstiegsrelegation in letzter Sekunde noch zu entgehen, ist für den 1. FC Garmisch-Partenkirchen ein Sieg über den bereits als Meister und Aufsteiger feststehenden TSV Nördlingen alternativlos. Doch weder Heimbilanz noch Formkurve lassen darauf schließen, den schlimmsten Fall noch abwenden zu können.

Garmisch-P.
3:2
Nördlingen

Das schwächste Heimteam dieser Staffel mit nur drei Erfolgen und 17 geschossenen Toren trifft auf die stabilste Auswärtsmannschaft. Nur dreimal trotteten die Nördlinger als Verlierer vom Platz. Ein Faustpfand für die Versetzung in die Bayernliga. Doch mit dem Gast aus dem Donau-Ries können und wollen sich die Garmisch-Partenkirchner nicht beschäftigen. Sie stehen selbst an nahezu jeder Ecke vor mehr oder weniger großen Baustellen.

Interessant zu sehen dürfte allenfalls sein, mit welcher Elf der TSV nach Meisterwürden und Festivitäten antritt. Sind es die Feierbiester, die einen noch gefälligeren Abschluss anstreben. Oder sind es hungrige Reservisten, die im zweiten Glied ausharren mussten. Hans-Georg Hubers Präferenz liegt auf den satten Stammkräften. „Die sind mir fast lieber.“ Soll heißen: Vielleicht ist der Alkohol der letzten Tage noch nicht vollumfänglich abgebaut, demnach die Lust bei 30 Grad im Schatten fortwährend hinterherzulaufen überschaubar. Dies aber setzt erst mal eine immense Investition von FC-Seite in puncto Engagement voraus. Und damit ist keinesfalls nur eine befriedigende oder gute Laufleistung gemeint. Allein ein herausragender physischer Auftritt kann den 1. FC vor den Abstiegsspielen bewahren.

Sollte es letztlich doch nicht klappen, wandern die bangen Blicke vom Spielfeld direkt auf die Mobiltelefone. Von da lässt sich dann verfolgen, wer kommende Woche die Herausforderer in der Relegation sein werden. Die Auslosung findet im Anschluss an das Totopokalfinale FV Illertissen gegen FC Aubstadt statt.

Wie angekündigt, lag das Augenmerk während der Woche auf dem Schärfen des Zusammenhalts. „Den Spaß hochhalten, trotzdem Zug im Training haben“, nennt es Huber. „Wir wollen gut vorbereitet sein.“ Und da ist der durch das Unwetter am Donnerstag unfreiwillig erzwungene Abbruch keine Ausrede.

Neben der immensen Bedeutung dieses Spiels wurde das Team noch einmal mit dem Auftreten in Durach am vergangenen Samstag konfrontiert. „Wir haben da ein gutes Spiel gezeigt“, betont Huber. Klar passierten zwei dumme Fehler in unmittelbarer Abfolge. „Aber wir haben aus der Situation das Beste gemacht“, zielt der morgen beruflich verhinderte Coach auf die intakte Moral des Teams. An der Formation mit stabilen Hintermannschaft und Doppel-Sechs werden die Coaches auch diesmal nichts ändern. Gegentreffer sind Gift für die Moral. Doch ist allen klar, dass es mit Verteidigen alleine nicht getan ist.

Aufrufe: 020.5.2022, 17:37 Uhr
Oliver RabuserAutor