2024-03-01T12:31:23.136Z

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Nächste Initialzündung? Nach dem 4:3 in Dresden zum Saisonstart schwebten Rieder & Co. lange durch die Liga.
Nächste Initialzündung? Nach dem 4:3 in Dresden zum Saisonstart schwebten Rieder & Co. lange durch die Liga. – Foto: IMAGO/Roger Petzsche

TSV 1860: Hitziges Duell zum Rückrundenstart – nicht nur 1860, auch Dresden muss siegen

Feuer unterm Dach

Der TSV 1860 empfängt zum Rückrundenauftakt Dynamo Dresden. Beide Mannschaften laufen ihren Erwartungen hinterher und müssen eigentlich siegen.

München – Duell Groß gegen Groß, der Stolz Sachsens beim Kultclub aus München-Giesing, Spiel mit Potenzial für 50 000 plus X Fans, die auch die beiden höchsten deutschen Spielklassen bereichern würden. Genau dahin zieht es nicht nur den gastgebenden Altmeister TSV 1860 zurück, sondern auch den achtmaligen DDR-Meister aus Dresden. Ab Sommer soll es für beide Clubs mindestens die 2. Liga sein – als Durchgangsstation Richtung Bundesliga. Jedoch: Die 3. Liga nimmt bislang wenig Rücksicht auf Löwenträume und potenzielle Dynamo-Power.

Bei einer Umfrage vor der Saison wäre die Sache klar gewesen: 1860 und SG Dynamo sind das Maß aller Dinge in dieser Liga – wer aufsteigen will, muss mindestens einen der beiden Traditionsclubs hinter sich lassen. Und heute, nachdem eine halbe Saison gespielt ist? Aufsteiger Elversberg sorgt weiter für Drittligarekorde (15 von 20 Spielen gewonnen – gab’s noch nie), Verfolger Nummer eins ist Wehen Wiesbaden, das aufstiegsreif punktet (Schnitt: 2,0). Michael Köllners Löwen und die von Markus Anfang trainierten Dynamos? Stehen schon beim Start in die Rückrunde gehörig unter Druck.

TSV 1860 und Dynamo Dresden: die Erwartungen bremsen

Sechzig, seit dem 3:1 gegen Zwickau leicht im Aufwind, braucht den nächsten Sieg gegen einen sächsischen Club, um vorne dranzubleiben und die Trainerdebatte nicht wieder aufleben zu lassen. Dresden dagegen kämpft um die letzte Chance, doch noch irgendwie oben ranzukommen. „Dynamo muss eine Serie starten“, sagte 1860-Coach Michael Köllner auf der Pressekonferenz am Freitag, den eigenen Erfolgsdruck ausblendend. „Die Sechziger haben sechs Punkte mehr als wir und sich selbst zum Aufstiegsfavoriten ernannt“, stichelte Dynamo-Kollege Anfang: „Da wird Stimmung drin sein.“ Und ganz sicher nicht nur wegen der Flutlicht-Atmosphäre im Grünwalder Stadion, die auch die Ultras beider Clubs als Bühne nutzen dürften.

Im Hinspiel, beim spektakulären 4:3-Auswärtssieg der Löwen, wurde deutlich, was das Problem ist, das beide Clubs neben einem großen Namen und einer wechselvollen Vereinsgeschichte verbindet. Beide Mannschaften haben grundsätzlich enorme Offensivpower, aber auch mit Erwartungen zu kämpfen, die ein Team erdrücken können. Die Löwen legten los wie die Feuerwehr, führten Mitte der zweiten Hälfte mit 3:0, kurz darauf mit 4:1 – und trotzdem geriet der Startdreier in Gefahr. Erst als es fast zu spät war, drehte Dynamo auf – weil dann die Nervosität auf das Team der Gäste übersprang. Versagensängste, die die Sachsen nach ihrem Abstieg inklusive Team-Neubau lange zu lähmen schienen – auch danach immer wieder: Der Topfavorit aus Sachsen holperte durch die Hinrunde – wie Kölners Löwen, als mit dem Ende der Wiesn auch der Startrekord-Rausch einem jähen Erwachen im harten Drittliga-Alltag wich.

TSV 1860: Auf wen setzt Michael Köllner?

Köllner hofft nun, dass der Arbeitssieg gegen Zwickau Kräfte freigesetzt hat, die den stockenden Aufstiegsexpress wieder ins Rollen bringen. Die Tendenz geht dahin, dass er es hinten (ohne Verlaat) wie vorne (Lakenmacher statt Bär) bei einem Team belässt, das möglichst wenig eigene Probleme mit auf den Platz schleppt. Gelingt 1860 ein Coup wie im Hinspiel, kann es doch noch eine gute Saison werden. Falls nicht … eine Niederlage sollten sich Köllners Löwen nicht erlauben – sonst wäre in Giesing auch über das hitzige Topspiel hinaus Feuer unter dem Dach. (ulk)

Aufrufe: 030.1.2023, 08:16 Uhr
Uli KellnerAutor