
In der Winterpause hat die Redaktion von FuPa Niederrhein ihre Trainer des Jahres gekürt. Neben Jesco Neumann, Damian Apfeld und Daniele Varveri gehörte auch Kevin Betting zu den Preisträgern. Im Sommer wird er sein elftes Jahr an der Seitenlinie des SV Borbeck mit seinem Abschied beendet. Zur neuen Spielzeit steht er dann beim SV Werth in der Kreisliga B Rees-Bocholt an der Seitenlinie. Wie es dazu kam und wie es für ihn weitergeht, hat er im exklusiven FuPa-Gespräch verraten.
Er kann durchaus als Urgestein des SV Borbeck bezeichnet werden. Kevin Betting hat mehr als ein Jahrzehnt den Verein als Trainer betreut. Nach dem Abstieg in die "Bedeutungslosigkeit" der Kreisliga C gelang postwendend der direkte Wiederaufstieg mit einer extrem jungen Mannschaft, die fast ausschließlich aus Eigengewächsen des SVB bestand. Es ging weiter hoch in die Kreisliga A, von dort jedoch direkt wieder eine Etage nach unten. Nach dem erneuten Wiederaufstieg mischt Borbeck im Saisonendspurt noch ganz oben mit und hat zumindest eine kleine Chance auf den Durchmarsch. Egal wie die Spielzeit letztlich enden wird, für Betting wird es ein Erfolg sein. Im Sommer widmet er sich dann einer neuen Aufgabe beim SV Werth.
Er wäre wohl auch noch weitere zehn Jahre in Borbeck geblieben, doch es zieht den Förderschullehrer, der aktuell an einer Schule in Hünxe arbeitet, mit seiner Familie in den Kreis Rees-Bocholt. Die regelmäßigen Fahrten nach Essen wären da zu zeitintensiv, weswegen sich der 37-Jährige für eine Neuorientierung entschieden hat. Er selbst hat ein Gesuch in der FuPa-Vereinsbörse veröffentlicht, hinzu kam die Auszeichnung zum Trainer des Jahres durch die Redaktion. "Daraufhin hat mich der ehemalige Trainer des SV Werth und jetzige Trainer des SV Krechting kontaktiert. Er hat mir am Telefon vom SV Werth vorgeschwärmt und am Ende den Kontakt hergestellt", berichtet Betting. In der Folge kam es zum Austausch mit Thomas Looks und Dieter Stauvermann auf der Sportanlage. Nach einem weiteren, sehr kurzen Telefonat, gab es die Einigung.
Warum es gerade beim SVW passt, erklärt Betting so: "Ich habe einen Kreisligisten gesucht, dessen rosige Zeiten vielleicht etwas länger her sind, wo man aber gemeinsam eine Phantasie entwickeln kann, wieder dorthin zurückzukehren. Einen familiären Verein, in dem man zusammensteht, wo die Gemeinschaft wichtig ist, unabhängig von einer Ligazugehörigkeit." Diesen Weg scheinen die Verantwortlichen des B-Ligisten gehen zu wollen, immerhin haben sie sich für Betting entschieden.
Die gesamte Mannschaft hat Betting am Freitag bei seiner offiziellen Vorstellung kennengelernt, zuvor gab es aber schon einen Austausch mit dem Mannschaftsrat, dem aktuellen Coach, sowie einigen Spielern, die noch nicht wissen, wie es für sie über die Saison hinaus weitergehen soll. Als sehr "respektvoll" und "motiviert" hat der neue Übungsleiter diese Gespräche wahrgenommen, mit "beiderseitiger Vorfreude". Nach der Kennenlern-Phase geht es gleich ans Eingemachte. "Ich bin nie einer gewesen der um die Mittelfeldplätze spielt und damit zufrieden wäre. Bei mir gibt es nur Knallgas, das wird jeder schnell merken", betont Betting.
Abgeschlossen wird indes das Kapitel in Borbeck sein, an das er "ausschließlich gute Gefühle und positive Erinnerungen" hat. Auch wenn es sportlich nicht immer rund lief, so hat der Verein doch einen großen Teil seines Lebens geprägt. "Meine Kinder sind dort groß geworden, haben dort Fahrrad fahren gelernt, meine Frau hat Bratwürste gegrillt, ich war sportlicher Leiter, Coach der Ersten, Bambini, kurzzeitig mal Erste und Zweite parallel...", erzählt Betting rückblickend. Besonders die drei Aufstiege und die vielen tollen Menschen werden ihm in Erinnerung bleiben - und natürlich die vielen Derbysiege. "Ich werde immer wieder gern in den Prinzenpark zurückkommen", sagt er abschließend. Und die rund 70 Kilometer sind ja auch in einer guten Stunde zu absolvieren.
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