
Mit dem 6:1-Kantersieg im Derby bei den SF Ostinghausen landete der SV Westfalia Soest am Sonntag ein Achtungserfolg im Abstiegskampf der Westfalenliga Staffel 1 und darf nach zwei Siegen in Folge wieder auf Chancen im umkämpften Tabellenkeller hoffen. Auch unter der Woche gab es erfreuliche Nachrichten aus der Bördestadt. Ein "verlorener Sohn" kehrt zur neuen Saison ins Jahnstadion zurück und wird mit seinem Sturm-Partner aus der Vergangenheit wiedervereint.
Und zwar wird Christoph Rüther nach zwei Jahren wieder nach Soest zurückkehren. Der 24-Jährige hatte sich 2024 wegen eines Umzugs nach Münster dem Oberligisten 1. FC Gievenbeck angeschlossen und läuft aktuell noch für den Soester Konkurrenten SV Rödinghausen II, ebenfalls mitten im Abstiegskampf, auf. Für die Reserve des Regionalligisten kam er bislang aber nur sechsmal zum Einsatz (ein Tor, zwei Assists).
Mit Rüther kehrt im Sommer ein zentraler Leistungsträger der vergangenen Jahre zurück. Gemeinsam marschierte man ab 2022 aus der Bezirks- direkt in die Westfalenliga. Dabei harmonierte vor allem das kongeniale Sturmduo aus Rüther und Mario Jurss, die in der Zeit mit 166 Scorer große Teile der Soester Erfolgsstory schrieben. Rüther, der aus der Soester U19 stammt und im Winter 2021/22 nach einem halbjährigen Intermezzo beim SuS Bad Westernkotten zurückkehrte, steuerte 45 Tore und 28 Vorlagen bei.
Ab Sommer werden beide wieder gemeinsam für die Westfalia stürmen – in der Westfalen- oder Landesliga, denn sowohl Rüther als auch Jurss haben ligaunabhängig ihre Zusage gegeben. Trainiert werden sie dann auch wieder von einem weiteren Erfolsgesicht des damaligen Durchmarschs: Ibrahima "Ibou" Mbaye, dessen Verpflichtung zur neuen Saison im Dezember 2025 bekanntgegeben wurde.
Viele Gründe hätten ihn dazu bewegt, wieder nach Soest zu wechseln, erklärt Rüther im Social-Media-Post der Westfalia. "Aber wenn ich den entscheidenden Faktor nennen müsste, ist das 'Ibou'. Über die Jahre haben wir weiterhin Kontakt gehabt und ich habe mir immer gesagt: Wenn es wieder eine Chance gibt, unter ihm zu spielen, werde ich sie nutzen. Zudem freue ich mich nach diesem schwierigem Fußballjahr für mich persönlich auf das tolle Umfeld in Soest. Wir können wieder das Jurss/Rüther-Sturm-Duo aufleben lassen. Dass ich mit meinem engen Freund Paul (Brauckmann, kehrt im Sommer aus den USA zurück; Anm. d. Red.) zusammenspiele, macht mir auch sehr glücklich."
Auch Mbaye freut sich im "Soester Anzeiger" auf die Rückkehr seines Ex-Schützlings. "Ich kenne seine Qualitäten, er harmoniert super mit Mario Jurss. Chris ist nicht nur ein toller Fußballer, sondern auch ein toller Mensch", erklärt er und ergänzt: "Chris passt super in unser Schema und zu dem, was wir hier aufbauen wollen: Wir wollen eine Mannschaft aus jungen und talentierten Soestern aufbauen. Er ist einer, der sich hundertprozentig mit dem Verein identifiziert – das sind die Jungs, die wir benötigen." Trotz seiner 24-Jahre plant Mbaye mit Rüther inmitten einer "ziemlich jungen Truppe" als Führungsspieler. "Er gehört zu den Erfahrenen, ich erwarte, dass er Verantwortung übernimmt – und ich glaube, er ist bereit dazu."
Auch Rüther selbst traut sich diese Rolle zu. "Dadurch, dass ich nun etwas älter geworden bin und in der Oberliga viel gelernt habe, sowohl auf persönlicher als auch auf fußballerischer Ebene, möchte ich mehr und mehr als Führungsspieler agieren. Diese Erwartungshaltung wird auch 'Ibou' an mich haben. Meine persönlichen Stärken und Eigenschaften sind hier in Soest bekannt, daher sind wir alle sehr happy, dass wir wieder zueinander gefunden haben."