– Foto: Jürgen Krüger

SV Eidinghausen-Werste: Slavov-Effekt verpufft

Die SV Eidinghausen-Werste steht sich bei der 0:3-Niederlage in Maaslingen wieder einmal selbst im Weg.

Für den Fußball-Landesligisten SV Eidinghausen-Werste wird die Luft im Kampf um den Klassenerhalt immer dünner. Im Mindener Kreisderby beim SC Rot-Weiß Maaslingen kam die SVEW nicht über eine 0:3 (0:1)-Niederlage hinaus.


Ex-Trainer Petar Slavov wollte mit seinem Rücktritt am Montag einen neuen Impuls setzen, das letzte Prozent noch einmal aus seiner Mannschaft herauskitzeln. Und das schien in den ersten 20 Minuten durchaus zu funktionieren. Ohne die verletzten Stammkräfte Semih Yilmaz, Atakan Kurnaz und Mathis Lampe angetreten spielte die Mannschaft von Interimstrainer Selami Jashari couragiert auf. Die Gäste zeigten sich in Maaslingen sehr präsent, mit hoher Laufbereitschaft und offenem Visier. Maaslingen brauchte eine ganze Weile, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Sie liefen Ball und Gegner hinterher.

Die Gäste machten vieles richtig, aber nicht alles. Ihnen fehlte Ruhe und Struktur in Ballbesitz, so dass sie im Spielaufbau einige haarsträubende Fehlpässe spielten. Und – sie erzielten die Führung nicht. Die beste Szene gab es in der 31. Minute, als Jason Spölgen den Ball mit der Hacke erwischte und dieser knapp vorbei kullerte. Nur zwei Minuten später demonstrierten die Maaslingener, wie das geht. Nach einer Flanke von der linken Seite, drehte sich Tim-Lennart Siekmann in Gerd-Müller-Manier im Strafraum und erzielte die 1:0-Führung für RWM. Im Gegenzug traf Finn-Kristian Fischer nach einer Ecke aus 18 Metern nicht ins leere Tor. Nun wurde nach und nach sichtbar, wie wenig Selbstvertrauen die abstiegsbedrohten Werster haben. Der Slavov-Effekt verpuffte, die Mannschaft brauchte viel zu lange, um sich von den negativen Erlebnissen zu erholen. Für die Gastgeber hatte wenig später Etrit Cakici den zweiten Treffer auf der Fußspitze, doch SVEW-Torwart Leon Großkelwing parierte prächtig (39.).

In der zweiten Halbzeit zogen die Maaslingener das Tempo an, und die SVEW kam kaum zum Atmen. In der 59. Minute spielte Jan-Christoph Thom seinen Gegenspieler auf der rechten Seite schwindelig und flankte. Tim-Lennart Siekmann ließ den Ball durchlaufen auf Tim Rusteberg, und der hatte keine Mühe, die 2:0-Führung zu erzielen. Im anschließenden Powerplay wirkte die SVEW überfordert, doch mit der Einwechselung des Sportlichen Leiters Shindar Mohammad (67.) wendete sich das Blatt. Jason Spölgen und Simar Kaya hatten mehrere Möglichkeiten, um den den Anschlusstreffer zu erzielen. Den Werstern lief dann die Zeit davon, und nach einem katastrophalen Fehlpass von Shindar Mohammad am eigenen Strafraum kamen die Rot-Weißen durch Ersan Keser noch zum 3:0-Endstand. „Wir waren im Kopf noch nicht so weit, um das Spiel noch zu drehen. Und wir müssen mehr zusammenhalten, dann spielen wir auch besser. Das war heute nicht immer der Fall. Es war mehr drin“, sagte Selami Jashari. „Uns muss klar sein, dass es gegen den Abstieg geht, da hilft keine Schönspielerei.“ Am Sonntag geht es zum Tabellenführer SC Verl II. Jashari: „Das wird natürlich sehr schwer.“

Aufrufe: 014.5.2022, 12:15 Uhr
Jürgen KrügerAutor