2026-03-13T07:45:35.464Z

Interview

Strasser zu Domingos: „das kommt mir sehr komisch vor“

Frisch für die FLF-A-Mannschaft berufener PSG-Spieler auch im Kader der Kapverden

von Paul Krier · Heute, 13:10 Uhr · 0 Leser
Jeff Strasser äußerte sich FuPa gegenüber zum Fall Fabio Domingos
Jeff Strasser äußerte sich FuPa gegenüber zum Fall Fabio Domingos – Foto: paul@lsn.sarl (Archiv)

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Am Freitagabend platzte eine nicht unbedingt zu erwartende Nachricht in die z.Z. ohnehin aufgewühlte Welt der FLF: Fabio Domingos, am Donnerstag von Jeff Strasser nominiert, wurde auch von den Kapverden für ein Turnier in Neuseeland berufen. Was das für die „Rout Léiwe“ bedeutet, haben wir ihren Nationaltrainer gefragt.

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Jeff Strasser erklärte sich dankenswerterweise am Samstag für ein kurzes Telefongespräch zur Causa Fabio Domingos bereit. Er nahm dabei kein Blatt vor den Mund. „Zusammen mit Manuel Cardoni (d.Red: der technische Direktor der FLF) wurde seit seinem Wechsel im August zu PSG ein persönliches Projekt für Fabio aufgebaut.“ Wie der Nationaltrainer erläutert sollte er in der U21 Spielpraxis sammeln und nach und nach an die A-Mannschaft herangeführt werden, was am Donnerstag in der Nominierung für die Malta-Spiele mündete.

Eigenen Angaben zufolge hatte Jeff Strasser am Mittwoch telefonischen Kontakt zu Domingos und der Offensivspieler habe sich aufrichtig gefreut und sich bedankt, dass er dabei sein darf. Man habe noch Organisatorisches besprochen, wie z.B. ob er am Wochenende mit Paris St. Germain in der U19 oder U23 spielen würde.

„Und auf einmal kam dann am Freitag die andere Nominierung“ so Strasser gegenüber FuPa. Der FLF-Trainer sprach von einer Nachnominierung aufgrund einer „angeblichen“ Verletzung eines anderen kapverdischen Spielers. „Das kommt mir sehr komisch vor“ so der ehemalige Profi. Er verwies auf Dritte, Headhunter, die Geld an solchen Verbandswechseln verdienen könnten. Strasser habe selber Papiere gesehen, dass solche Personen in diesem Fall die kapverdische A-Nationalmannschaft gezielt auf Spieler wie Domingos hinweisen würden.

Am Freitagnachmittag sei Strasser dann darüber informiert worden, dass der Spieler und seine Eltern, die in Luxemburg leben und wo Domingos selbst seine Grundausbildung bekam um später zum FC Metz wechseln zu können, sowie sein Umfeld sich plötzlich für die Kapverden entschieden hätten.

„Diese Situation kommt mir komisch vor“ wiederholte Strasser. „Wieso wird er gerade jetzt für die Kapverden nominiert und nicht bereits zuvor oder z.B. für eine U19 oder U21 der Kapverden?“ Es ist ein Fakt, dass die Kapverden sich für die WM qualifiziert haben. Das traurigste an der Sache sei laut Strasser, dass in der Öffentlichkeit kaum sichtbar sei, was für Domingos getan wurde, um ihm eine langfristige Zukunft aufzubauen. „Ich hoffe, er wird nicht ausgenutzt. Ich hoffe, es wird ihm kein Traum verkauft, an dem nichts dran ist“ so der luxemburgische Nationaltrainer.

Am Ende des Gesprächs war es Jeff Strasser wichtig zu betonen, dass man sich auf die zwei wichtigen Spiele gegen Malta konzentriere und dass die Konzentration wegen der Domingos-Geschichte nicht leiden würde. „Wir haben noch 23 gute Spieler“ so Strasser zum Abschluss.