
Zwölf Bezirksliga-Vizemeister gingen vor nicht einmal zwei Wochen in die Aufstiegsrelegation zur Landesliga, am Ende jubelte der TuS Lipperreihe. Der Verein aus Oerlinghausen im Kreis Lippe setzte sich am Sonntagnachmittag (14. Juni) mit 3:1 gegen den SV Horst-Emscher 08 durch und darf sich erstmals in seiner Vereinsgeschichte Landesligist nennen.
Vor rund 540 Zuschauern in Kaiserau erwischten die Ostwestfalen einen Auftakt nach Maß und gingen bereits in der 7. Spielminute durch Marvin Schlepper in Führung. Die Gelsenkirchener fanden in der ersten Hälfte nicht wirklich ins Spiel und kassierten in der 22. Minute durch Luca Schlingmann noch das 0:2. In der 65. Minute erhöhte Schlepper sogar auf 3:0, ehe Mohammed Bouachria keine 120 Sekunden später den alten Zwei-Tore-Abstand wiederherstellte, doch eine Aufholjagd der Horster, die mit dem Teambus des FC Schalke 04 angereist waren, blieb aus.
Auf Seiten der Lipperreihe brachen nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Adrian Mazurkiewicz um Punkt 17 Uhr alle Dämme. Für Aufstiegstrainer Jan Rüter setzte es gleich eine Bierdusche. „Wer mir die Dusche verpasst hat, weiß ich gar nicht. Aber als Profi hast du Wechselsachen dabei und werde trocken nach Hause kommen. Wir haben uns das geholt, was wir eigentlich schon nach der regulären Saison verdient gehabt hätten. Nun war es halt ein langer Umweg. Wir werden den Erfolg sicher noch am Sportplatz in Lipperreihe feiern“, wird Rüter auf der Homepage zitiert.
Horsts Trainer Benjamin Wingerter erkannte in der „WAZ“ die starke Leistung des TuS an: „Lipperreihe hat eine brutal gute erste Halbzeit gespielt und wollte den Sieg einfach einen Tacken mehr – das habe ich der Mannschaft auch in der Kabine gesagt. Wir haben heute einen verdienten Sieger gesehen.“
Der TuS Lipperreihe hatte auf dem Weg zum Finale die VSV Wenden (2:0), den SV Brilon (3:2) und die Beckumer SpVg (3:0 i.E.) aus der Relegation gekegelt. Der SV Horst-Emscher hatte im Achtelfinale ein Freilos erwischt und setzte sich anschließend über zweimal 120 Minuten gegen den SuS Stadtlohn (1:0 n.V.) und den FC Castrop-Rauxel (3:2) durch. Während es für Lipperreihe ab Sommer in der Landesliga 1 an den Start geht, verbleibt Horst für mindestens ein weiteres Jahr in der Bezirksliga. Nach Platz 3 im Vorjahr und nun der Vizemeisterschaft peilen die Gelsenkirchener für das nächste Jahr den dritten Anlauf an.
Damit sind alle „regulären“ 64 Plätze in den Landesligen vergeben. Der SuS Stadtlohn durfte nach einem Fauxpas im FLVW-Regelwerk on top in die Landesliga aufsteigen. Auch die SF DJK Mastbruch hoffen noch, die Klasse nachträglich zu halten, sodass man am Ende bei 66 Landesligisten mit zwei 17er-Staffeln landen könnte.