
Der letzte Spieltag hat es in sich. Am 7. Juni werden von der Ober- bis zur Kreisliga zahlreiche Entscheidungen im Auf- und Abstiegskampf fallen. Besonders aus Essener Sicht stehen mehrere direkte Duelle und Fernduelle im Fokus, bei denen Meisterschaften, Klassenerhalte und Aufstiege auf dem Spiel stehen. Wir blicken auf die brisantesten Konstellationen.
Zugegebenermaßen ist der Anteil aus Essen am fast schon absurden Abstiegskampf der Oberliga nur gering. Nur die Unioner aus Frintrop stecken noch mittendrin und stehen vor dem letzten Spieltag sogar unter dem Strich (>>> Hier stellen wir die komplizierte Konstellation noch einmal im Detail vor).
Damit ist klar: Ein Sieg gegen den Aufsteiger aus Dingden ist Pflicht. Bei einem Remis müssten die Adler auf Schützenhilfe hoffen, selbst ein Erfolg garantiert den Klassenerhalt nicht. Deshalb gilt der permanente Blick auch den anderen Plätzen.
"Es ist und bleibt auch nur Fußball, es geht zum Glück nicht um Leben und Tod“, sagte SGS-Trainer Olaf Rehmann mit Blick auf den Abstiegskracher in Werden. Die Ausgangslage könnte für einen finalen Showdown kaum spannender sein. Schönebeck steht derzeit auf Rang 13 und damit nur einen Punkt vor Werden-Heidhausen. Genau dort beginnt die Abstiegszone. Sicher ist: Entweder Werden-Heidhausen oder die SGS wird nach dem direkten Duell absteigen.
In jedem Fall geht der Blick auch zum Konkurrenten aus Wesel. Der PSV liegt wiederum nur einen Punkt hinter Werden, hat am letzten Spieltag allerdings Tabellenführer SV Scherpenberg vor der Brust. Wesel kann im Zweifel auch bei einem Dreier nur eines der beiden Teams überspringen. Bei einem Remis im Parallelspiel und einem Weseler Sieg gäbe es Entscheidungsspiele mit der SGS.
Fernduell um die Meisterschaft. Die gute Nachricht für Klosterhardt und Rot-Weiss Essen II: Beide Teams können den Aufstieg aus eigener Kraft erreichen, da der Vizemeister in die Relegation einzieht und dort eine zweite Chance auf den Landesliga-Aufstieg erhält. Mit der Meisterschaft könnte dieser Umweg vermieden werden.
Enger könnte es jedenfalls an der Tabellenspitze kaum zugehen. Klosterhardt und RWE II gehen mit jeweils 79 Punkten in den letzten Spieltag. Die Nase vorn hat aktuell jedoch die Arminia, die den direkten Vergleich für sich entschieden hat. RWE-Trainer Stefan Lorenz schaut entsprechend gelassen auf das Saisonfinale: "Wir können nur gewinnen, die können nur verlieren. Das ist Fakt. Der Druck liegt absolut bei Arminia.“
Gewinnt Klosterhardt gegen den Vogelheimer SV, ist die Meisterschaft perfekt. Holt RWE II gegen SuS Haarzopf allerdings mehr Punkte als die Arminia, würden die Tabellenplätze noch einmal getauscht.
Auch über dem Abstiegskampf der Bezirksliga-Gruppe 6 schweben noch Fragezeichen. Passenderweise treffen mit Königshardt und Steele zwei direkt beteiligte Klubs aufeinander. Die deutlich besseren Karten hat dabei die SpVgg. Das Team von Dirk Möllensiep steht am rettenden Ufer drei Punkte vor Königshardt, das derzeit in die Abstiegsrelegation müsste. Für den sicheren Bezirksliga-Verbleib bräuchte Königshardt nicht nur einen Sieg, sondern müsste zugleich auch die 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel wettmachen.
Sollte das direkte Duell für Königshardt schiefgehen, lauert Arminia Lirich auf dem ersten direkten Abstiegsplatz. Das Team von Jens Szopinski liegt nur einen Punkt hinter Königshardt und könnte mit einem Sieg gegen den Heisinger SV noch einmal Druck aufbauen. Klar ist allerdings auch: Lirich hat sein Schicksal nicht mehr in der eigenen Hand.
Schon ohne den Spielabbruch in Altenessen hätte das Fernduell zwischen Türkiyemspor und AL-ARZ seinen sportlichen Reiz gehabt. Nach aktuellem Stand würde der letzte Spieltag jedoch mit einem Zusatzsternchen stattfinden.
Unklar ist weiterhin, wie das Sportgericht über den Abbruch der Partie von Türkiyemspor entscheiden wird. Nur bei einer Wertung zugunsten von Türkiyemspor oder einem noch ausstehenden Wiederholungsspiel hätte der Tabellenführer den Aufstieg in der eigenen Hand.
Damit könnte die Entscheidung um die Meisterschaft der Kreisliga A nicht nur auf dem Platz, sondern auch am grünen Tisch fallen. Der letzte Spieltag verspricht in jedem Fall Hochspannung.