
Der SC Fürstenfeldbruck ist den ersten Schritt auf dem Weg zurück in den höherklassigen Amateurfußball gegangen. In der A-Klasse wurde die Elf Meister.
Fürstenfeldbruck – Vor rund einem Jahr formierten die Spielertrainer Nickoy Ricter und Patrick Lapper beim SCF eine neue Mannschaft. Sie waren gekommen, um den SC Fürstenfeldbruck wieder zu dem zu machen, was er einmal war: „Wir wollen in absehbarer Zeit wieder zum Landkreis-Primus werden.“ Ein Jahr später ist nun das erste Etappenziel erreicht. Die mehr oder weniger zusammengewürfelte Elf, bestehend aus vielen ehemaligen Brucker Jugendspielern, hat sich in der A-Klasse zum Meister gekürt. Am Ende hatten sie sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive der Liga bei vier Punkten Vorsprung.
Ricter, der extra aus der Bayernliga zum SC Fürstenfeldbruck wechselte, ist stolz auf seine Mannschaft. „Es war ein aufregendes Jahr. Der ganze Neustart war nicht leicht, aber wir haben es Stück für Stück hinbekommen“, berichtet der 29-Jährige. Zum „Neustart“ gab es nicht einmal mehr ausreichend Bälle und Trikots im Verein. Alles musste organisiert werden. Mit Leidenschaft und Hingabe kümmerten sich Ricter und Lapper, um den Herren-Fußball beim SCF wieder zum Laufen zu bringen. „Ich bin super stolz auf die Mannschaft. Ich habe alle so ins Herz geschlossen in diesem einen Jahr. Es lief einfach überragend und ist noch lang nicht vorbei“, so Ricter über den Erfolg mit seiner Mannschaft.
Gefeiert wurde die Meisterschaft dann auch ordentlich. Nach dem 3:0-Sieg am letzten Spieltag gegen den TSV Alling II gab es erst Bierduschen auf dem Platz, ehe es die Mannschaft in die Kabine und anschließend in die vereinseigene Wirtschaft zog. Überraschend kam der Titel für Ricter nicht, da das Niveau der Mannschaft extrem hoch sei. Und jetzt kommt sogar Verstärkung.
Wie Ricter ankündigte, kommen weitere Spieler aus der Kreis- und Bezirksliga zum SCF. Die Marschrichtung ist klar. Es soll weiter nach oben gehen. Am besten bis zurück in die Landesliga. „Die erste Etappe haben wir mit dem Aufstieg in die Kreisklasse geschafft. Jetzt kommt die zweite Etappe. Wir wollen in der Kreisklasse wieder oben mitspielen und aufsteigen“, schickt Ricter schon mal eine Kampfansage an die Kreisklassen-Konkurrenz. Der Ex-Regionalliga-Kicker war in der vergangenen Saison mit 22 Treffern bester Torschütze seiner Liga.
„Die erste Etappe haben wir mit dem Aufstieg in die Kreisklasse geschafft. Jetzt kommt die zweite Etappe. Wir wollen in der Kreisklasse wieder oben mitspielen und aufsteigen.“
Spielertrainer Nickoy Ricter über die kurzfristigen Ziele des SC Fürstenfeldbruck.
Neben Ricter haben viele weitere SCF-Spieler höherklassige Erfahrung gesammelt. Für sie ist der Wiederaufbau ein Herzensprojekt: „Der SCF ist mein Jugendklub, hier bin ich groß geworden. Ich wollte dem Verein ein bisschen was zurückgeben, was sie mir damals mit ihrer Ausbildung hier ermöglicht haben. Fürstenfeldbruck hatte damals die beste Ausbildung nach Sechzig, Bayern und Haching.“ In der Nachwuchsabteilung des SCF spielten unter anderem die Nationalspieler Sydney Lohmann, Aleksandar Pavlović sowie Josip Stanišić. Geht es weiter bergauf, dürfte Fürstenfeldbruck wieder eine Adresse für ambitionierte Nachwuchsfußballer werden. (sge)