Daniel Davari im Tor von RWE.
Daniel Davari im Tor von RWE. – Foto: Heiko van der Velden

Das sagt Daniel Davari zu seinem Rauswurf bei Rot-Weiss Essen

Rot-Weiss Essen hat sich von Torhüter Daniel Davari, der auch gleichzeitig Kapitän der Mannschaft war, getrennt. Das sagt der ehemalige Bundesliga-Torhüter von Eintracht Braunschweig.

Im April hat Rot-Weiss Essen mit dem Rauswurf von Daniel Davari überrascht. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter von Eintracht Braunschweig, der bei RWE auch Kapitän war, soll sich nicht professionell genug verhalten haben, teilte der Drittliga-Anwärter mit. Der WM-Teilnehmer von 2014 ordnet die Dinge anders ein.

Erst Sieg, dann Überraschung

Nach dem 4:0-Sieg gegen den SV Lippstadt überraschte Rot-Weiss Essen mit einer Pressemitteilung, in der es hieß, dass Davari ab sofort nicht mehr Teil der Mannschaft sein werde. Er ist vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt, nachdem Jakob Golz wieder zwischen die Pfosten gerückt ist. „Wir befinden uns in der Endphase der Saison und haben nach wie vor die Möglichkeit, unser großes Ziel zu erreichen. Mit Blick auf die unbefriedigenden Ergebnisse der letzten Wochen gilt es jetzt daher noch mehr als ohnehin schon, alle Kräfte zu bündeln. Daniel Davari hat seine Rolle als Ersatztorhüter nicht so angenommen, wie wir uns das gewünscht hätten. Wir sind fest davon überzeugt, dass seine Freistellung für alle Beteiligten die beste Lösung ist“, erklärt Sportdirektor Jörn Nowak.

Rein sportlich gesehen ist das Jahr 2022 wie eine Achterbahnfahrt für den Traditionsverein, der nun am Wochenende die Chance hat, in die 3. Liga aufzusteigen. Vor dem letzten Spieltag (Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen am Samstag, 14. Mai, um 14 Uhr) führt RWE die Tabelle mit einem Zwei-Tore-Vorsprung vor Preußen Münster an. In der vergangenen Woche hatte sich der Klub von der Hafenstraße gar von Trainer Christian Neidhart getrennt, offenbar mit Erfolg. Münster kam am Freitag nicht über ein 0:0 in Wiedenbrück hinaus, sodass Essen mit einem 3:0 in Rödinghausen auf Platz eins ziehen konnte.

Davari sieht den Sachverhalt anders

Der 34-jährige Davari äußerte sich im Reviersport zur Trennung. Er sagte: "Der Zeitpunkt, die Gespräche und die Kommunikation mit dem Trainer haben mich sehr überrascht. Vor dem Gladbach-II-Spiel wurde mit mir intensiv gesprochen, auch über mein Kapitänsamt und meine Vertragssituation. Dann war ich plötzlich raus. Ich weiß aber auch wie das Geschäft funktioniert. Die Sinne mussten in dieser Saisonphase geschärft werden." Er habe außerdem Feedback aus der Mannschaft erhalten, dass er sich korrekt verhalten habe, beteuert der WM-Teilnehmer von 2014 für den Iran, der außerdem in der 2. Bundesliga für den MSV Duisburg, Arminia Bielefeld und eben Braunschweig spielte.

>>> Das ist Daniel Davari

Deshalb betonte Davari im RS: "Fakt ist, dass immer zwei Seiten dazugehören. Es ist immer einfach, die Spieler verantwortlich zu machen. Die Fans kennen leider oft nur eine Meinung, meistens die des Vereins. Ich sehe es aber anders. Und viele Spieler ebenfalls. So war das schon im Fall von Dennis Grote. Aus meiner Sicht waren viele Spieler im Winter für eine Wiedereingliederung von Dennis Grote. Es wurden viele Dinge gesagt und geschrieben, die aus meiner Sicht nicht der Wahrheit entsprachen."

Hinter Rot-Weiss Essen liegt eine intensive Spielzeit, die mit dem Böllerwurf und der anschließenden Wertung ausgerechnet gegen Münster einen negativen Höhepunkt hatte. Jetzt scheint der Verein, nach all diesen Strapazen und den Aufwänden der vergangenen Jahre, endlich am Ziel seiner Träume zu sein - es fehlt nur noch ein letzter klarer Sieg gegen Ahlen, dann spielt RWE „endlich“ in der 3. Liga.

>>> Das ist die Chronik von Rot-Weiss Essen

>>> Hier geht es zum Saisonfinale der Regionalliga West

Aufrufe: 09.5.2022, 13:47 Uhr
André NückelAutor