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Robert Reisingers letzte Rede als Präsident des TSV 1860: Hasan Ismaik hat „keine Relevanz mehr“

Scheidender Präsident erhält viel Applaus

von Michel Guddat · 06.07.2025, 11:48 Uhr · 0 Leser
Der scheidende Präsident Robert Reisinger richtete seine Worte auch an Investor Hasan Ismaik.
Der scheidende Präsident Robert Reisinger richtete seine Worte auch an Investor Hasan Ismaik. – Foto: Frank Hoermann/Sven Simon/Imag

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Die Ära ist beendet. Robert Reisinger hat am Sonntag bei der Mitgliederversammlung seine letzte Rede als Präsident von 1860 München gehalten.

München – Und dann war der Moment gekommen. Robert Reisinger erhob sich und begab sich zum Rednerpult. Seine letzte Rede als Präsident des TSV 1860 München. Nach acht Jahren. Die Reaktionen der über 450 Mitglieder in der Kulturhalle im Zenith? Sie blieb aus, erstmal. Kein Applaus, aber auch keine Pfiffe. Mucksmäuschenstill wurde es in der Halle.

Robert Reisinger mit einem klaren Statement zum Ausstieg von Hasan Ismaik

Reisinger begann seine Rede mit einem kleinen Scherz, um das Eis zu brechen: „Jetzt brauche ich schon eine Brille, damit ich sprechen kann“. Doch dann legte er los. Und begann erstmal mit Lobeshymnen zu steigenden Mitgliederzahlen („Vereinsrekord“), der Ausweitung des Vereins auf über 50 Sportarten und die Verknüpfung der Nachwuchsspieler in die Profimannschaft. Alle Mitglieder applaudierten artig, doch so richtig Stimmung kam erst beim Thema Investor Hasan Ismaik auf.

Nachdem es Reisinger in seiner Rede lange geschafft hatte, den Namen Hasan Ismaik nicht zu erwähnen, kam er nicht mehr drumherum. Doch was er sagte, war ein echtes Statement: „Alle Themen auf meiner Liste, welche HAM international und Hasan Ismaik (Anm. d. Red. Budget, Finanzierung) betreffen, fallen weg – es hat keine Relevanz“. Rumms.

Seit 2017 gab es Gespräche über Verkäufe der Anteile Ismaiks

Mit diesem Satz traf Reisinger wohl genau in die Mitte. Das wollten die Mitglieder hören. Es folgten Jubelstürme und viel Applaus. Die Relevanz der Themen fiel weg, da Hasan Ismaik und der Verein verkündet hatten, dass der jordanische Investor seine 2011 erworbenen Anteile verkauft hat.

So überrascht die Öffentlichkeit und die Löwen-Fans von dieser Nachricht waren – einige Sechzger zündeten in Giesing Raketen und feierten den Ausstieg Ismaiks – für den scheidenden Präsidenten war es keine Überraschung. „Seit 2017 kam es immer wieder zu Gesprächen mit Interessenten. In den letzten Jahren wurden diese intensiviert, doch es konnte kein erfolgreicher Abschluss erzielt werden.“ Doch dies hat sich nun geändert.

Denn am vergangenen Donnerstag (3. Juli) wurden die Anteile bei einem Notar verkauft und ein Vertrag unterschrieben. „Alle Schulden wurden erlassen“, sagte Reisinger. „Über den Kaufpreis herrscht Stillschweigen“. Der scheidende Präsident zeigte sich sehr zufrieden mit der Entscheidung, die „auf den letzten Metern unserer Amtszeit“ getätigt werden konnte.

Schweizer Familienholding steigt bei den Löwen ein: „Bekennender Anhänger des Grünwalder Stadions“

Es übernimmt eine Schweizer Familienholding. Um wen es sich handelt, ließ Reisinger offen. Im Laufe der Woche soll der neue Gesellschafter vorgestellt werden. Reisinger ließ jedoch durchblicken, dass der neue starke Mann „mit dem Mutterverein gemeinsamt die Zukunft gestalten will“. Zudem sei er „ein bekennender Anhänger des Grünwalder Stadions“, dessen Renovierung zügig erfolgen soll. Das Stadion soll Teil der Olympia-Bewerbung der Stadt Münchens werden. „In einigen Jahren steht hoffentlich ein klimaneutrales Stadion in Giesing“, so Reisinger. Und dann wandte er sich doch noch direkt an Hasan Ismaik.

Zunächst bedankte sich Reisinger „für sein 14-jähriges Engagement“. Ein kurzes „Pfui“ ertönte aus dem Publikum, es folgte verhaltener Applaus. Reisinger hoffe nun auf ein „neues Kapitel“. Und dann beendete er seine Rede mit einem Seitenhieb: „Ich brauche zur Verabschiedung keine Blumen von Funktionären, die froh sind, dass ich nicht mehr hier bin. Das Ziel der Reise erreicht zu haben, ist Belohnung genug. Es war mir eine Ehre, euer Präsident gewesen zu sein.“ Im Anschluss wurden Reisinger und seine beiden scheidenden Kollegen Karl-Christian Bay und Norbert Steppe von den Mitgliedern kurz darauf entlastet. (mg)