
Das Teilnehmerfeld der Regionalliga Nord für die Saison 2026/27 steht fast fest - aber eben nur fast. Nach der Aufstiegsrunde sind mit dem Eimsbütteler TV und dem SV Todesfelde zwei weitere sportliche Teilnehmer hinzugekommen. Dazu steigt SV Atlas Delmenhorst als Meister der Oberliga Niedersachsen auf. Gleichzeitig hängt über der Liga weiterhin die große Frage: Was passiert mit dem TSV Havelse?
UPDATE AM 11. JUNI: Der DFB hat den TSV Havelse in der 3. Liga bestätigt, damit bleibt der FC St. Pauli II in der Regionalliga Nord!
Der Hintergrund ist bekannt. Der TSV 1860 München erhält wegen einer finanziellen Schieflage keine Zulassung für die 3. Liga und muss in die Regionalliga Bayern. Dadurch darf Havelse als erster sportlicher Absteiger aus der 3. Liga auf den Klassenerhalt am Grünen Tisch hoffen. Die Entscheidung fällt am 11. Juni. Und nach den jüngsten Aussagen aus dem Norddeutschen Fußball-Verband spricht vieles dafür, dass Havelse tatsächlich Drittligist bleibt.
Ralph-Uwe Schaffert, Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes, ist auch Vorsitzender des elfköpfigen Zulassungsbeschwerdeausschusses, der am 11. Juni über den Lizenzantrag des TSV Havelse entscheidet. Gegenüber der Neuen Presse sagte Schaffert: „Als Verband freuen wir uns natürlich darüber, dass wir mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen weiteren Drittligisten haben werden.“
Noch klarer wurde er beim Blick auf die Unterlagen: „Stand jetzt hat der TSV Havelse die Bedingungen in wirtschaftlicher und technisch-organisatorischer Hinsicht erfüllt. Darüber entscheide ich natürlich nicht alleine, aber es sieht gut aus.“
Damit ist die endgültige Entscheidung zwar noch nicht offiziell gefallen, die Tendenz aber deutlich. Sollte Havelse in der 3. Liga bleiben, würde der Klub nicht in die Regionalliga Nord zurückkehren. Dadurch würde in der Regionalliga ein Platz frei - und genau davon würde die U23 des FC St. Pauli profitieren.
St. Pauli II war sportlich aus der Regionalliga Nord abgestiegen. Bleibt Havelse aber in der 3. Liga, würde die U23 des Kiezklubs als erster Absteiger nachträglich die Klasse halten. Damit erklärt sich auch das derzeitige Bild: In der vorläufigen Übersicht tauchen 19 Teams auf, darunter Havelse und St. Pauli II. In der endgültigen Variante dürfte es aber wieder auf 18 Vereine hinauslaufen.
Das wahrscheinlichste Szenario lautet: Havelse bleibt in der 3. Liga, St. Pauli II bleibt in der Regionalliga Nord. Dann würde die Liga mit 18 Teams spielen. Sollte Havelse wider Erwarten keine Drittliga-Zulassung erhalten, wäre Havelse Regionalligist - und St. Pauli II müsste absteigen.
Für den Hamburger Fußball ist diese Entscheidung enorm wichtig. Der St.-Pauli-Klassenerhalt in der Regionalliga hätte bereits weitere Folgen bis in die Oberliga Hamburg, wo dadurch zusätzliche Plätze frei würden.
Sportlich hat der Eimsbütteler TV seinen Platz in der Regionalliga Nord eindrucksvoll erkämpft. Der Hamburger Vizemeister der Oberliga Hamburg gewann alle drei Spiele der Aufstiegsrunde und schloss die Relegation mit neun Punkten und 15:4 Toren ab. Nach dem 4:1 gegen 1. FC Germania Egestorf-Langreder und dem spektakulären 5:3 gegen Todesfelde machte der ETV mit einem 6:0 gegen Blumenthaler SV alles klar.
Die Mannschaft von Can Timo Schultz kehrt damit in die Regionalliga Nord zurück. Der Aufstieg wirkt angesichts der Relegationsbilanz hochverdient. Eimsbüttel dominierte die Runde nicht nur über Ergebnisse, sondern auch über die Art und Weise.
Für die Liga bedeutet das: Hamburg bekommt neben Hamburger SV II, FC Eintracht Norderstedt und möglicherweise St. Pauli II einen weiteren Vertreter dazu. Der ETV bringt eine junge, spielstarke Mannschaft mit, muss nun aber auch die organisatorischen Anforderungen der Regionalliga bewältigen.
Auch Todesfelde steigt auf. Der Meister aus Schleswig-Holstein gewann zum Abschluss mit 2:0 gegen Egestorf-Langreder und sicherte sich damit den zweiten Aufstiegsplatz. Nach dem direkten Abstieg aus der Regionalliga gelingt also die schnelle Rückkehr.
Todesfelde bringt bereits Erfahrung aus der Liga mit und dürfte im zweiten Anlauf versuchen, sich stabiler zu präsentieren. Die Relegation zeigte jedenfalls, dass der SVT nach der Niederlage gegen Eimsbüttel die nötige Ruhe behielt und das entscheidende Spiel gegen Egestorf-Langreder seriös löste.
Neben Eimsbüttel und Todesfelde ist auch Atlas Delmenhorst neu im Feld. Der Klub steigt aus Niedersachsen auf und ergänzt die Regionalliga Nord um einen traditionsreichen Namen. Damit stehen aus sportlicher Sicht mehrere neue oder zurückkehrende Vereine fest, während zugleich die Havelse-Frage die endgültige Zusammensetzung weiter offenhält.
Gerade durch diese Mischung wird die kommende Saison spannend. Mit etablierten Regionalligisten, starken U23-Teams, Aufsteigern und möglichen Nachrückern entsteht ein Feld, das sportlich schwer einzuschätzen ist.
Nach aktuellem Stand umfasst die Übersicht 19 Vereine. Entscheidend ist aber: Diese Liste ist nur vorläufig, weil Havelse und St. Pauli II nicht dauerhaft gleichzeitig Teil des Feldes bleiben dürften. Die Entscheidung am 11. Juni wird daraus voraussichtlich ein 18er-Feld machen.
Vorläufig gelistet sind:
Sollte Havelse am 11. Juni in der 3. Liga bestätigt werden, würde der TSV aus dieser Liste herausfallen. St. Pauli II bliebe dann drin. Sollte Havelse dagegen in die Regionalliga zurückkehren, müsste St. Pauli II raus.
Die Regionalliga Nord steht damit vor einer besonderen Saison. Sportlich sind mit Eimsbüttel, Todesfelde und Atlas Delmenhorst neue Geschichten hinzugekommen. Strukturell hängt aber alles am 11. Juni. Erst dann wird klar, ob Havelse in der 3. Liga bleibt und St. Pauli II dadurch die Klasse hält.
Für den Norden ist die Tendenz deutlich. Schafferts Aussagen machen Havelse große Hoffnung. Offiziell ist die Entscheidung aber erst dann, wenn der Zulassungsbeschwerdeausschuss sie getroffen hat.
Bis dahin bleibt das Teilnehmerfeld der Regionalliga Nord 2026/27 fast komplett - aber noch nicht endgültig.
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