2026-01-15T09:41:53.693Z

Allgemeines
Die Zukunft des FC Wegberg-Beeck scheint ungewiss.
Die Zukunft des FC Wegberg-Beeck scheint ungewiss. – Foto: Nick Förster

Reaktionen aus Beeck – „Das Schlaraffenland hat nun geschlossen!“

Die Beecker Verantwortliche nehmen Stellung zum am Saisonende erfolgenden Rückzug von FC-Boss Werner Tellers. Harsche Kritik an den Zuständen im Verein übt Simon Pumptow, das verbleibende Mitglied des geschäftsführenden Vorstands.

Auch wenn FC-Boss Werner Tellers bei der Wegberger Stadtmeisterschaft am vergangenen Freitag selbst nicht anwesend war: Sein Rückzug zum Saisonende beim FC Wegberg-Beeck war in der Halle ein beherrschendes Thema. Das galt auch für Manfred Maschke, den Vorsitzenden des Wegberger Stadtsportverbands, der diese Stadtmeisterschaft veranstaltet: „Beeck ist zweifellos das fußballerische Aushängeschild der Stadt Wegberg. Das ist für den Verein nun eine sehr schwierige Situation. Die Frage ist ja auch, was nun die weiteren Sponsoren machen. Und mich persönlich bewegt auch die Frage, wie es bei der Jugend des FC weitergeht.“

Tellers hatte vergangene Woche gegenüber dieser Redaktion bekanntgegeben, zum 30. Juni als Geschäftsführer aufzuhören und sich darüber hinaus auch komplett aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Als Hauptsponsor wolle er zu deutlich reduzierten Bezügen aber weitermachen.

Mit der neuen Situation müssen sich zwangsläufig vor allem nun aber Beecks Verantwortliche auseinandersetzen. Wie reagieren der Sportlicher Leiter, ein Vorstandsmitglied, der Kapitän und Trainer? Einhelliger Tenor: Erst einmal müsse nun abgewartet werden, ob sich in der mit großer Spannung erwarteten Mitgliederversammlung am 6. Februar neue Mitglieder für den geschäftsführenden Vorstand finden lassen. Diesem Gremium gehört als 2. Geschäftsführer Simon Pumptow an – und der kritisiert diverse Zustände im Verein nun äußerst heftig.

Friedel Henßen (Sportlicher Leiter):

„Wirklich überraschend kommt Werners Rückzug für mich nicht. Er hatte ja schon vor mehr als einem halben Jahr klipp und klar angekündigt, dass er bei Nichtaufstieg 2026 im Sommer als Geschäftsführer aufhören und dann auch sein Sponsoring herunterfahren würde. Dass Werner sein in jeglicher Hinsicht herausragendes Engagement in Beeck nicht bis zu seinem Lebensende fortführen würde, war auch klar.

Angesichts von 14 Punkten Rückstand auf Bergisch Gladbach haben wir in dieser Hinsicht schon jetzt Planungssicherheit. Nun müssen wir erst einmal die Mitgliederversammlung abwarten. Ein ganz gewaltiges Problem ist aber auf alle Fälle der Stadionunterhalt. Alle loben das Waldstadion und seine Infrastruktur. Nur: Die Kosten dafür fressen einen auf, und von daher ist unsere Anlage für mich Fluch und Segen zugleich. Was wir dafür aufbringen müssen, davon bestreiten andere Mittelrheinligisten ihren kompletten Jahresetat. Viele Leute aus dem Beecker Umfeld haben überhaupt keine Ahnung, was hier finanziell und administrativ für ein Aufwand hintersteckt.“

Simon Pumptow (2. Geschäftsführer):

„Wie es weitergehen soll, weiß ich auch noch nicht. Ich benötige auf alle Fälle neue Mitstreiter im Vorstand, ansonsten werde ich auch nicht weitermachen. Beeck ist wie eine kleine Firma – auch vom Umsatz her. Gemeinsam mit Werner hat vieles einfach gepasst – auch unausgesprochen.

Ansonsten muss sich hier vieles ganz gewaltig ändern. Es gibt hier kein richtiges Vereinsleben, viele gerade aus dem Umfeld denken nur an ihr eigenes Portemonnaie, haben etliche zudem eine ganz gewaltige Profilneurose. Ein paar Trainer in der Jugend sind wirklich gut, aber die sind leider eher die Ausnahme. Das Anspruchsdenken, das hier etliche schon bei der Ausrüstung haben, ist unglaublich.

Die Zeiten, in denen Leute den Verein als Selbstbedienungsladen ansehen, müssen nun aber vorbei sein. Denen muss man sagen: Das Schlaraffenland hat nun geschlossen! Ich finde, Werner war da einige Male noch zu nachgiebig, da hätte ich mir manchmal noch mehr Härte gewünscht.

Grundsätzlich muss dieser Verein mit kaufmännischem Sachverstand geleitet werden. Ansonsten ist das hier ein Himmelfahrtskommando.“

Yannik Leersmacher (Kapitän):

„Werner hat hier enorm viel Herzblut hineingesteckt. Als langjähriger Mitarbeiter auf der Beecker Geschäftsstelle habe ich da intensive Einblicke bekommen. Schon vor zwei, drei Jahren hieß es mal, er würde sich zurückziehen. Doch dann hat er sich immer noch überreden lassen, in vollem Umfang weiterzumachen. Dass der Tag aber mal kommen würde, an dem er das wirklich umsetzt, war klar. Für den Verein ist das natürlich ein schwerer Schlag.

Ich bin selbst sehr gespannt, wie es nun weitergeht, noch befinden wir uns da ja im luftleeren Raum. Es wäre schön, wenn die Mitgliederversammlung Klarheit bringen würde. Und was uns als Mannschaft angeht: Da stehen wir einfach in der Pflicht, die Rückrunde viel besser als die Hinrunde zu gestalten. Einen Motivationsabfall befürchte ich bei keinem meiner Mitspieler. Wie es dann ab Sommer weitergeht, werden wir sehen.“

Albert Deuker (Trainer):

„Viel möchte und kann ich zum jetzigen Zeitpunkt dazu noch gar nicht sagen. Fußball ist ein Tagesgeschäft. Die Mitgliederversammlung dürfte einige Erkenntnisse bringen. Davon losgelöst möchte ich mit der Mannschaft in der Rückrunde bestmöglich performen – und dafür werden in den verbleibenden fünfeinhalb Wochen der Vorbereitung alles tun.“

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Aufrufe: 015.1.2026, 08:00 Uhr
Mario EmondsAutor