
Die Saison ist für den Bramfelder SV und TBS Pinneberg doch noch nicht beendet. Der Hamburger Fußball-Verband hat die Aufstiegsspiele der beiden Tabellenzweiten aus der Landesliga Hansa und Landesliga Hammonia angesetzt. In Hin- und Rückspiel wird ermittelt, welches Team bereitsteht, falls sich in der Oberliga Hamburg durch einen Rückzug, eine Nichtmeldung oder eine andere Konstellation doch noch ein zusätzlicher Platz öffnen sollte.
Sportlich ist die Ausgangslage deshalb besonders: Es geht um eine theoretische, aber keineswegs uninteressante Chance. Der Sieger aus den beiden Partien steigt nicht automatisch auf. Er wäre aber der erste Nachrücker, sollte in der Oberliga tatsächlich ein weiterer Platz frei werden. Genau deshalb müssen die Spiele vorsorglich ausgetragen werden.
Das Hinspiel steigt am Dienstag, 2. Juni, um 19.30 Uhr an der Ellernreihe in Bramfeld. Das Rückspiel folgt am Samstag, 6. Juni, um 18.30 Uhr in Pinneberg an der Fahltsweide.
Für den Bramfelder SV ist das Hinspiel vor eigenem Publikum die nächste Gelegenheit, eine starke Saison zu verlängern. Der BSV wurde in der Landesliga Hansa Zweiter und lag am Ende hinter Meister Concordia Hamburg. Dass nun noch einmal zwei Spiele angesetzt wurden, hält zumindest eine Restchance auf die Oberliga offen.
Der Verein formulierte es in seinen sozialen Medien entsprechend vorsichtig. Bramfeld werde sich mit TBS Pinneberg messen. Der Sieger habe die „theoretische Möglichkeit“, als dritter Aufsteiger in die Oberliga Hamburg aufzusteigen, sollte es etwa zu einem Rückzug oder einer Nichtmeldung kommen.
Diese Zurückhaltung ist wichtig, weil die Relegation in diesem Fall keinen klassischen Aufstieg garantiert. Trotzdem ist die sportliche Bedeutung hoch. Wer diese beiden Spiele gewinnt, bringt sich in die bestmögliche Position, wenn sich die Lage in den kommenden Tagen oder Wochen verändert.
Auch TBS Pinneberg geht mit einer klaren Botschaft in die beiden Partien. Die Saison sei noch nicht vorbei, heißt es beim Hammonia-Zweiten. Obwohl aktuell offen sei, ob ein Platz in der Oberliga frei werde, stünden nun die entscheidenden Relegationsspiele an. Diese müssten ausgetragen werden, damit feststeht, welches Team bereitsteht, falls sich die Möglichkeit auf den Aufstieg doch noch ergebe.
TBS setzt dabei auch auf die Unterstützung der eigenen Anhänger. Wer bei den Relegationsspielen in der vergangenen Saison dabei gewesen sei, wisse, „was gemeinsam möglich ist“. Genau diese Energie, Lautstärke und Unterstützung brauche die Mannschaft wieder. Gerade im Rückspiel an der Fahltsweide könnte der Heimvorteil noch einmal eine Rolle spielen.
Sportlich hat Pinneberg eine sehr konstante Landesliga-Saison gespielt. In der Hammonia landete TBS hinter Meister FC Eintracht Norderstedt II auf Rang zwei und hielt den FC Alsterbrüder knapp hinter sich. Nun folgt der Vergleich mit dem Zweiten der Parallelstaffel.
TBS-Trainer Burak Bayram bekommt zwei weitere Spiele an der Seitenlinie, bevor sich die Wege trennen. Der Abschied ist bereits bekannt, doch die Saison endet nun nicht mit dem letzten Ligaspiel, sondern mit zwei Partien, die im besten Fall noch einmal eine außergewöhnliche Bedeutung bekommen könnten.
Damit erhält Bayram die Möglichkeit, seine Pinneberger Zeit mit einem sportlichen Ausrufezeichen abzuschließen. Ob daraus am Ende tatsächlich ein Oberliga-Aufstieg wird, hängt nicht allein von den Ergebnissen gegen Bramfeld ab. Zunächst aber geht es darum, diese beiden Spiele zu gewinnen und die theoretische Chance am Leben zu halten.
Für die Mannschaft ist das eine anspruchsvolle Situation. Nach dem Ende der regulären Saison müssen Spannung, Trainingsrhythmus und Fokus noch einmal hochgefahren werden. Gleichzeitig liegt genau darin der Reiz: Wer sich in solchen Spielen durchsetzt, zeigt, dass er bereit wäre, falls sich die Tür zur Oberliga öffnet.
Gerade deshalb haben die Duelle ihren eigenen Charakter. Bramfeld und TBS spielen nicht um einen fest zugesicherten Aufstieg, sondern um Bereitschaft, Rangfolge und die Chance, bei einem freien Platz sofort nachrücken zu können. Das macht die Spiele ungewöhnlich, aber nicht weniger spannend.
Für Bramfeld ist das Heimspiel an der Ellernreihe der Auftakt. Für TBS wird das Rückspiel an der Fahltsweide zur möglichen Entscheidung. Beide Vereine haben starke Landesliga-Spielzeiten hinter sich, beide wollen die Restchance nutzen, beide wissen aber auch, dass der Lohn erst später feststehen könnte.
Am Ende zählt zunächst nur der sportliche Vergleich: Wer setzt sich zwischen den beiden Vizemeistern durch? Alles Weitere entscheidet sich danach. Die Oberliga-Tür ist noch nicht offen - aber Bramfeld und TBS dürfen zumindest schon einmal davorstehen. Und nicht vergessen: Im vergangenen Jahr verlor Pinneberg denkbar knapp die Relegation gegen den SV Curslack-Neuengamme (1:3 und 3:2), jetzt folgt der nächste, wenngleich unklare Anlauf.
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