Frust wird zur Traumaktion
Schümann selbst beschreibt die Szene erstaunlich nüchtern - und ehrlich. „Ja genau, ich habe vorher schon gesehen, dass der Torwart ein Stück vor dem Tor steht“, erklärt er im Gespräch mit FuPa Hamburg. Ganz geplant war der Abschluss dennoch nicht allein aus taktischen Gründen: „Geschossen habe ich eigentlich aus dem Grund, weil ich etwas verärgert war über unsere erste Halbzeit und meine eigene Leistung.“
Hinzu kamen die äußeren Bedingungen: „Unser Platz war in keinem guten Zustand und ich wollte den Ball nicht abspielen. Die Bälle an dem Tag konnte man kaum unter Kontrolle bringen, deshalb hab ich einfach mal draufgehalten.“ Das Ergebnis: das zwischenzeitliche 1:2 aus der eigenen Hälfte. Der Ausgleich fiel dann noch in der Nachspielzeit.
Keine große Show - Konstanz auf höchstem Niveau
Die Reaktionen auf den Treffer fielen zunächst überraschend zurückhaltend aus. „Die Reaktion nach dem Treffer war jetzt nicht so ausgelassen, da es das 1:2 war“, schildert Schümann. Dennoch blieb der Moment nicht ohne Wirkung: „Innerlich hatte man ein Grinsen auf den Lippen und manche Mannschaftskollegen haben mit dem Kopf geschüttelt - aber die kennen sowas von mir, es war nicht das erste Mal, dass so ein Tor fällt.“
Dass Schümann solche Aktionen im Repertoire hat, ist kein Zufall. Mit 29 Toren in 24 Spielen zählt er erneut zu den gefährlichsten Angreifern der Liga - und könnte sogar seinen eigenen Rekord von 36 Treffern knacken.
Sein Erfolgsgeheimnis beschreibt er selbst klar: „Ich würde sagen, es ist die Erfahrung und dass ich für mein Alter immer noch schnell bin und einen guten Abschluss habe.“ Vor allem aber spielt die Einstellung eine große Rolle: „Außerdem macht mir Fußball immer noch Spaß und ich habe Bock, sonntags auf dem Platz zu stehen.“
Treue statt nächster Schritt
Trotz dieser konstant starken Leistungen ist Schümann dem
Heidgrabener SV stets treu geblieben. Dabei mangelt es nicht an Angeboten: „Anfragen kommen jedes Jahr - Landesliga, Oberliga, auch aus Schleswig-Holstein. Da ist alles dabei.“
Doch der Torjäger hat sich bewusst gegen einen Wechsel entschieden und wird auch in der kommenden Saison weiterhin für seinen Klub auflaufen. Damit bleibt er das, was er seit Jahren ist: die Lebensversicherung des Heidgrabener SV - und einer der auffälligsten Offensivspieler der Bezirksliga Hamburg.