
Maximilian Zgud-Schoeppner ist ab Sommer kein Trainer beim früheren Regionalligisten VfR Garching mehr. Die Zukunft des 33-Jährigen ist offen.
München/Garching – Ein Problem könnte Maxi Zgud-Schoeppner in Zukunft wieder nerven. Der Münchner Berufsverkehr und die damit verbundene langen Fahrtzeiten zu Vereinen im Münchner Fußballgebiet werden für den Jung-Coach im kommenden Sommer wieder zum Thema. Denn ab Juli muss sich Zgud-Schoeppner einen neuen Trainerjob suchen. Der aktuelle, als Trainerpartner von Nico Basta bei Landesligist Garching, ist dann Geschichte.
„Der Verein will den Garchinger Weg weitergehen“, erklärt Zgud-Schoeppner sein bevorstehendes Traineraus. Die aktuellen Spielertrainer der zweiten Mannschaft Mike Niebauer und Nikolaos Salassidis rücken zur nächsten Saison ins erste Glied, Coach Nico Basta in die sportliche Leitung. Für Zgud-Schoeppner gibt es hingegen keine Zukunft mehr beim früheren Regionalligisten. „Ich hätte gerne über den Sommer hinaus in Garching gearbeitet. Der Verein hat sich aber, völlig legitim, für einen anderen Weg entschieden. Diese Entscheidung akzeptiere ich“, sagt Zgud-Schoeppner.
Der Übungsleiter war erst Anfang November vergangenen Jahres in das Trainerteam von Nico Basta gestoßen und kommt seit seiner Ankunft im Münchner Norden auf vier Siege aus sieben Spielen mit dem VfR, nachdem dessen Landesliga-Mannschaft zuvor zwei Monate sieglos war. „Maxi bringt viel Motivation bei uns rein, hat einen guten Draht zu den Spielern“, lobt Trainerkollege Nico Basta seinen gleichberechtigten Partner.
Zehn Spiele motiviert der Coach noch an der Garchinger Seitenlinie. Sein VfR steht weiter mittendrin im Abstiegskampf der Landesliga Südost, kämpft um jeden Punkt. Von einer anderen Herangehensweise wegen des bevorstehendem Abschieds will Zgud-Schoeppner nichts hören. „Wenn ich etwas mache, dann mit 110 Prozent. Mein Einzelschicksal ist mir da egal“, sagt der Trainer und betont: „Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen Garching in der Liga halten.“
Was aber, wenn die Mission Klassenerhalt vor dem Scheitern steht? Was, wenn der VfR eine Niederlagenserie startet? Bei seiner früheren Station beim TSV Eching schmiss der Trainer nach einem schwachem Saisonstart das Handtuch. Ein Vorgang, den er nicht wiederholen möchte. „Ich habe das Ziel, bis zum Ende durchzuziehen und die Saison sauber zu beenden“, sagt Zgud-Schoeppner. Die Chance, dass der Trainer am letzten Landesliga-Spieltag beim FC Unterföhring noch auf der Garchinger Bank sitzt, ist also hoch.
Und wo geht es danach hin? Für den früheren Bezirksliga-Kicker noch völlig offen. Wichtig für ihn – und da sind wir wieder beim Thema Münchner Berufsverkehr – ist die Kompatibilität mit seinem Job. „Die neue Trainerstation muss sportlich zu mir passen und mit meinem Privat- und Arbeitsleben kompatibel sein“, sagt Zgud-Schoeppner. Schon während seiner Zeit beim Bezirksligisten FC Neuhadern waren die weiten Wege zum Trainingsplatz nicht zu stemmen für den Nordmünchner. Die Folge: Ein Wechsel in den Heimat-Landkreis Freising zum TSV Eching.
Auch In Zukunft sind Vereine, wie der TSV Grünwald, bei dem Zgud-Schoeppner vor seinem Garching-Einstieg hospitierte, kaum eine Option. „Ich bin nach Grünwald 50 Minuten gefahren, das lässt sich nicht mit meiner Arbeit kombinieren und es geht zu viel Energie drauf“, sagt der Trainer. Energie ist das richtige Stichwort, denn auch für den neuen Posten gilt: „Wenn ich etwas mache, dann zu 110 Prozent.“
Eine naheliegende Lösung wird es wohl nicht werden. Der FC Bayern Campus liegt im Münchner Norden und wäre in unter einer halben Autostunde für den Trainer erreichbar. Dazu hat Zgud-Schoeppner eine NLZ-Vergangenheit, trainierte unter anderem die U13 der 1860-Junglöwen. Die erste Option ist die Arbeit in einer Jugendabteilung für den Coach vorerst aber wohl nicht. „Im Moment fühle ich mich im Herrenbereich wohl. Ich würde aber nichts ausschließen“, sagt Zgud-Schoeppner.
In welche Liga es im Herrenbereich gehen soll, ist zweitrangig. „Ich bin keiner, der sagt: ‚Ich muss unbedingt Landesliga trainieren‘, am Ende muss der Verein passen. Ich höre mir alles gerne an“, sagt der Coach. (Tobias Höllrich)