Auf die erfahrenen SC-Cracks wie Ex-Bayernligaspieler Matthias Niedermeier wird es in den nächsten Wochen und Monaten ganz besonders ankommen
Auf die erfahrenen SC-Cracks wie Ex-Bayernligaspieler Matthias Niedermeier wird es in den nächsten Wochen und Monaten ganz besonders ankommen – Foto: Harry Rindler

»Mittlerweile zwei Minuten vor Zwölf«: SC Zwiesel am Scheideweg

Der Trainerwechsel-Effekt ist beim Bayerwald-Traditionsverein bislang verpufft

Der SC Zwiesel muss aktuell sportlich gesehen eine der schwierigsten Phase in seiner 103-jährigen Klubgeschichte mitmachen. Nach drei Niederlagen in Folge ist der frühere Viertligist in der Kreisliga Straubing auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und hat vor allem ein Abwehrproblem. Im Kasten der Glasstädter hat es in acht Partien bereits 29-mal eingeschlagen.

Neutrainer Andy Wagner, der im August auf Markus Dengler folgte, macht trotz der prekären Lage einen aufgeräumten und fokussierten Eindruck: "Unsere Schwachstellen sind klar erkennbar. Es hapert an der taktischen Disziplin. Sobald es im Spiel Rückschläge gibt, brechen wir auseinander und geben die Ordnung auf. Eine andere Geschichte sind die vielen individuellen Fehler, die teilweise haarsträubend sind", kritisiert der erfahrene Übungsleiter, der deutliche Worte an sein kickendes Gefolge richtet: "Wenn nicht bald ein Umdenken stattfindet, wird es nicht reichen. Jeder Spieler muss bereit sein, mehr zu investieren. Die etablierten Kräfte, von denen wir einige haben, müssen vorangehen, mit Leistung und Präsenz überzeugen. Wir haben keine schlechte Mannschaft, müssen aber unsere Baustellen schnellstmöglich in den Griff bekommen. Mittlerweile ist es nämlich schon zwei Minuten vor Zwölf."


Wagner hofft, dass der seit Wochen verletzte Stammkeeper Markus Borgschulze zeitnah zwischen die Pfosten zurückkehrt. Aushilfstormann Christian Kraus kommt im Regelfall nur zu den Spielen, was auch den Trainingsbetrieb schwierig gestaltet. "Ein Training ohne Tormann ist höchst bescheiden", weiß der Grafenauer, der trotz der prekären Situation den Kopf nicht in den Sand steckt: "Die Lage ist schwierig, aber nicht aussichtslos. Bis zum Winter müssen wir den Anschluss halten und im Frühjahr eine gute Vorbereitung hinlegen. Primär ist aber jetzt wichtig, geschlossen aufzutreten und konstant Punkte zu holen. Verein und Mannschaft müssen an einen Strang ziehen. Nur mit harter Arbeit werden wir da unten wieder rauskommen. Ob das jedem bewusst ist, werden die kommenden Wochen zeigen."

Aufrufe: 020.9.2022, 10:15 Uhr
Thomas SeidlAutor