Erlbachs Antreiber und Spielertrainer: Lukas Lechner (li.)
Erlbachs Antreiber und Spielertrainer: Lukas Lechner (li.) – Foto: Alfred Brumbauer

»Mit Dusel haben wir bisher noch keinen unserer Punkte geholt«

Der SV Erlbach ist eine Bereicherung für die Bayernliga Süd und vor allem in den Heimspielen eine Macht

Lukas Lechner ist der Architekt des Erlbacher Höhenflugs. Seit der 33-jährige Niederbayer, der als junger Spieler Zweitliga-Luft beim SV Wacker Burghausen schnuppert, das sportliche Sagen im Holzland hat, läuft es bei dem Klub aus dem Landkreis Altötting wie am Schnürchen. Zum zweiten Mal nach 2015 schaffte der SVE im Sommer den Sprung in die Bayernliga. Das erste Gastspiel in der zweithöchsten Amateurklasse dauerte allerdings nur ein Jahr, das soll diesmal anders werden. Wir haben uns mit dem Erlbacher Spielertrainer unter anderem über den bisherigen Saisonverlauf unterhalten.

Lukas, mittlerweile ist in der Bayernliga Süd mehr als ein Drittel der Saison vorbei. Als Aufsteiger schlägt sich der SV Erlbach bislang wacker, belegt den zehnten Rang und hat aktuell ein komfortables Polster von sieben Zählern zur Relegationszone. Ihr könnt zufrieden sein, oder?

Lukas Lechner (33): Auf alle Fälle. Wir haben schon zwei, drei Spiele gebraucht, um in der Liga anzukommen. Positiv sind vor allem die Leistungen in unseren Heimspielen zu bewerten. Wir sind auf eigenem Rasen immer noch ungeschlagen und konnten auch fußballerisch fast immer voll überzeugen. Unglaublich freut uns auch das große Zuschauerinteresse, das uns Spieler zusätzlich motiviert. Die Bayernliga ist für einen kleinen Dorfverein wie den SV Erlbach eine tolle Sache.

Was zeichnet das Erlbacher Team aus?
Eindeutig unsere mannschaftliche Geschlossenheit. In unserem Kader ziehen wirklich alle Spieler an einem Strang. Die Jungen schieben brutal an, aber auch die alten Haudegen wie Welder de Souza Lima und Thommy Breu sind immer noch heiß und geben Vollgas.

Was könnt ihr noch besser machen?

Es gibt immer Nuancen, die man verbessern kann. Uns haben ein paar kleine individuelle Fehler schon den einen oder anderen Punkt gekostet. Das sind Kleinigkeiten, die man in den Griff bekommen kann. Zudem darf es ruhig auch mal passieren, dass wir mal richtig dreckig und glücklich punkten. Wir wollen zwar immer möglichst gut spielen, aber mit Dusel haben wir bisher noch keinen unserer Punkte geholt.



Wer macht in der Bayernliga Süd am Ende des Tages das Titelrennen?

Nach zwölf Spieltagen lügt die Tabelle nicht mehr. Der TSV Landsberg hat eine enorme individuelle Qualität im Kader und wird bis zum Schluss ganz vorne mitmischen. Auch der SV Schalding-Heining hat eine Top-Mannschaft, die sich mittlerweile gefunden hat und der ich auch sehr viel zutraue. Der mit Abstand beste Gegner, gegen den wir bislang gespielt haben, war der FC Ingolstadt II. Spielerisch ist das eine herausragende Truppe.

Und was sind die Ziele des SV Erlbach?

An unserer Zielsetzung hat sich nichts verändert: Wir wollen nach 34. Spieltagen über dem ominösen Strich stehen. Ich bin überzeugt, dass wir das auch schaffen werden. In dieser leistungsstarken Liga darf man aber nichts übersehen und wir müssen weiter fleißig punkten.

Du bist einer der wenigen Spielertrainer, die in der Bayernliga Süd unterwegs sind. Wie hoch sind die Anforderungen für einen spielenden Chefanweiser?

Bei einem Spielertrainer muss natürlich in erster Linie auch immer die eigene Leistung passen. Ich bin sehr froh, dass ich mit Hans Grabmeier einen kompetenten Teamchef an meiner Seite habe, der während den Spielen das Coaching übernimmt und auf den ich mich blind verlassen kann. Somit kann ich mich voll und ganz auf mein eigenes Spiel konzentrieren. Ein wesentlich größeres Thema als in der Landesliga sind die Video-Analysen geworden, die sehr zeitaufwendig sind. In diesem Bereich unterstützt mich Emanuel Spielbauer super. Der Aufwand ist groß, es macht aber enorm Spaß. Erlbach ist ein Top-Verein und die Mannschaft hat einen phänomenalen Zusammenhalt.
Aufrufe: 022.9.2022, 11:00 Uhr
Thomas SeidlAutor