
Vitali Matvienko ist der offizielle neue Cheftrainer der SpVgg Unterhaching. Bei seinem Debüt in der 3. Liga gab es einen Sieg beim SV Waldhof Mannheim.
Unterhaching – Die SpVgg Unterhaching hat ihre Durstrecke beendet. Das dennoch weiter abgeschlagene Tabellenschlusslicht fuhr am Dienstag den ersten Auswärtssieg in der 3. Liga in dieser Saison ein. Beim Abstiegskandidaten SV Waldhof Mannheim gewannen die Hachinger, die bereits seit einigen Wochen für die Regionalliga planen müssen, schlussendlich mit 2:0 – und das verdient. Für die Mannschaft rund um Kapitän Markus Schwabl wäre sogar ein noch höheres Ergebnis drin gewesen. Beide Treffer bereitete ausgerechnet Schwabl vor, der in den letzten Wochen für seine Arbeit auf und neben dem Platz teilweise stark von den eigenen Fans kritisiert worden war.
Für Unterhaching war es der erste Drittliga-Sieg seit dem 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Saabrücken Mitte Februar und der erste Dreier in der Fremde in dieser Spielzeit überhaupt. Die Saisonpremiere war zeitgleich auch jeweils eine Premiere für Sven Bender und Vitali Matvienko. Erstmals durften die beiden Trainer als „Hauptverantwortliche“ an der Seitenlinie der Hachinger einen Sieg feiern.
Matvienko war erst wenige Stunden zuvor – wie erwartet – als offiziell neuer Trainer vorgestellt worden. Der ehemalige U16-Trainer erfüllt als einziger Coach der Spielvereinigung die Auflagen der 3. Liga. Der 33-Jährige absolviert derzeit in seiner Heimat Georgien den Fußballlehrer-Lehrgang und bringt deshalb die nötigen Voraussetzungen mit, die Hachinger in den verbleibenden Liga-Spielen bis zum Saisonende als Chefcoach zu betreuen.
Damit sparen sich die klammen Vorstädter zumindest dieses Mal die Strafzahlungen an den DFB. Den Neuaufbau in der Regionalliga Bayern soll weiter hauptverantwortlich Sven Bender, der nun offiziell vorerst nur noch als Co-Trainer fungieren wird, übernehmen. Daraus wird in Unterhaching schon lang kein Hehl mehr draus gemacht.
Matvienko feierte direkt bei seinem Debüt als „Cheftrainer“ im Profibereich seinen ersten Sieg. Mit der stark verbesserten Leistung der SpVgg im Vergleich zur Niederlage gegen Viktoria Köln am vergangenen Samstag zeigte sich der 33-Jährige weitestgehend zufrieden.
Besonders die Abwehr präsentierte sich weniger anfällig: „Man muss sagen: die Defensive war sehr stark. Die letzte Kette war überragend. Auch unser Torwart (Kai Eisele / Anm. d. Red.) hält uns zweimal im Spiel. “ Trotz zweier geschossener Tore sieht Matvienko in der Offensive weiter deutlichen Verbesserungsbedarf, schließlich hätten die Vorstädter noch das ein oder andere Tor nachlegen können bzw. müssen: „Wir waren richtig gut, hätten den Gegner aber noch mehr bestrafen können, indem wir das dritte Tor machen. Aber insgesamt ist das Ergebnis ganz okay“, so der 33-Jährige am Magenta-Mikrofon.
Der Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze liegt trotz des Sieges weiter bei unaufholbaren 15 Punkten. Dennoch will Torschütze Manuel Stiefler die Saison noch nicht abschenken: „Was heißt, es geht um nichts mehr – es ist trotzdem ein Fußballspiel, das wir gewinnen wollten. Das wollten wir auch in den letzten Wochen. Umso glücklicher sind wir, dass wir uns auswärts mal belohnt haben mit dem ersten Auswärtssieg und drei Punkten.“
Stiefler, der offensiv zumeist eher bei Standards auffällig wird, rückte bei seinem Treffer aus dem Spiel heraus mit auf: „Es gehört schon zu meinen Stärken, dass ich vorne reingehen darf. Deswegen war ich froh, dass ich weiter vorne spielen durfte. Ich habe vorne im Moment einen ganz guten Riecher und es im Stile eines Neuners souverän zu Ende gebracht. Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft.“ Zur Belohnung versprach Neu-Trainer Matvienko seinem Team eine kleine Belohnung: „Ich glaube, wir haben uns ein Bierchen auf der Rückfahrt verdient.“ (Alexander Nikel)