2025-04-02T15:12:16.030Z 1743767575651

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Marcel Winkens (vorne im Bild) geht in seine sechste Spielzeit als Trainer des VfL.
Marcel Winkens (vorne im Bild) geht in seine sechste Spielzeit als Trainer des VfL. – Foto: Sascha Köppen

"Mammutaufgabe": Jüchen geht weiter ohne Unterbau in die neue Saison

Nach dem Wiederaufstieg in die Landesliga will sich der VfL Jüchen-Garzweiler weiter auf dem angestrebten Niveau festigen. Weiterhin ohne Unterbau mussten die Kaderplaner kreativ werden.

Keine zweite Mannschaft, keine A-Jugend: Die Landesliga-Mannschaft des VfL Jüchen-Garzweiler ist auch in der kommenden Spielzeit das einzige Aushängeschild des Vereins. Langfristig soll daran gearbeitet werden. Rein personell sieht es in der ersten Mannschaft umso besser aus.

Starke erste Spielzeit nach Wiederaufstieg

Auf ein langsames Abtasten in der Landesliga hat Jüchen in der abgelaufenen Saison verzichtet und mischte schon von Beginn an unter den Spitzenteams mit. Selbst die Vizemeisterschaft hatte der Aufsteiger im Blick, landete in der Gesamtbetrachtung jedoch auf einem respektablen vierten Platz. Verletzungen um Leistungsträger wie Tim Heubach und Pascal Moseler verhinderten letztlich, dass sich die Mannschaft über einen längeren Zeitraum einspielt und womöglich noch weiter oben angreift.

Nach dem zwischenzeitlichen Abstieg aus der Landesliga installierte der Verein Marcel Winkens in der Rolle des Cheftrainers. Seitdem mauserte sich der VfL zum Wiederaufstieg und drückte im ersten Jahr in der höheren Liga auch der Konkurrenz seinen Stempel auf.

Als Erfolgsrezept dahinter steht besonders das vereinsinterne Klima: "Es ist eine Wohlfühloase, da geht es sehr familiär zu. Sodass die Gegebenheiten so vorliegen, dass man in Ruhe arbeiten kann, dass keine Hektik ausbricht, wenn es mal nicht läuft. Ganz im Gegenteil: Man schaut vielmehr nach welchen Stellschrauben man drehen muss, dass man wieder in ruhige Fahrwasser kommt", sagte Winkens gegenüber FuPa Niederrhein.

Auf den ersten Blick sieht es also rosig um Jüchen-Garzweiler aus, dabei muss der Verein nun auch schon für die zweite Saison in Folge ohne eine zweite Mannschaft und eine A-Jugend in die Saison gehen. Nach derzeitigem Stand wäre dies ein Alleinstellungsmerkmal in der Landesliga, Gruppe 1, sollte der dünne Kader der Zweitvertretung vom FC Kosova Düsseldorf in der kommenden Spielzeit an den Start gehen.

Der VfL überzeugte in seiner ersten Saison als Aufsteiger.
Der VfL überzeugte in seiner ersten Saison als Aufsteiger. – Foto: Marcel Eichholz

"Mammutaufgabe": Keine zweite Mannschaft und keine A-Jugend

Als Konsequenz daraus muss der VfL sein Personal auch grundsätzlich darauf anpassen, dass kein Unterbau zur Verfügung steht, was auch den breit gefüllten 28-Mann-Kader hinreichend erklärt. Die Moderation dessen sieht Winkens auch in der kommenden Spielzeit als "Mammutaufgabe". Schließlich muss der 41-jährige Übungsleiter über den Saisonverlauf einige Egos zufriedenstellen und sollte der VfL in der nächsten Saison von jeglichen Verletzungsplagen verschont bleiben, schauen zwingend einige Spieler in die Röhre.

"Andere Spitzenmannschaften konnten fast immer mit den gleichen 13, 14 spielen. Das geht eine Zeit lang gut, kann dann aber auch in die andere Richtung laufen, weil die Spieler dann unzufrieden sind. Das war bei uns nicht der der Fall, weil wir die hohe Verletzungsanzahl hatten", erklärte Winkens.

Der persönliche und mannschaftliche Anspruch von so manchem Spieler könnte mit den Erfolgen der vergangen Spielzeiten also nach oben korrigiert werden. Mit hochkarätigen Verstärkungen wie Tim Kosmala und Sebastian Wilms wird der VfL wohl auch wieder in ähnliche Tabellengefilde vordringen wollen. Ein einstelliger Tabellenplatz soll in jedem Fall am Ende der Saison herausspringen.

Doch auch in anderen Mannschaftsteilen wächst neben dem fußballerischen Hobbycharakter immer weiter der Ehrgeiz nach höheren Zielen: "Es hat sich ein bisschen angeglichen. Mit den Erfolgen und der Altersstruktur ist es so, dass die Anfang-Zwanziger und Mitte-Zwanziger jetzt Druck machen und sagen – im positiven Sinn – ich möchte vielleicht doch ein bisschen mehr", erläuterte Winkens den gewachsenen Anspruch innerhalb seiner Mannschaft. "Die etwas Älteren sagen, dass es toll ist, dass wir in der Landesliga sind und uns dort stabilisieren. Wenn es für mehr reicht, reicht es für mehr, wenn nicht, ist es auch okay."

Die Besetzung der vordersten Reihe muss sich noch ergeben

Auch Yannick Joosten verlässt den Verein. Von ihm hatte man sich mehr erhofft.
Auch Yannick Joosten verlässt den Verein. Von ihm hatte man sich mehr erhofft. – Foto: Sascha Köppen

Damit es in der kommenden Saison womöglich sogar weiter nach oben geht, gilt es, die verlorene Offensivpower von Top-Torjäger Fatlum Ahmeti und Sherif Krasniqi (beide Kosova Düsseldorf) zu kompensieren. Als direkten Ersatz hat der VfL auch Bezirksliga-Tormaschine Andrej Ferderer (28 Treffer in 28 Spielen für die Red Stars Mönchengladbach) dazu verpflichtet, der für Winkens jedoch noch etwas Zeit benötigen wird, um sich in der Landesliga zurechtzufinden.

Auch Marco Lüttgen (SC West Düsseldorf) soll eine echte Verstärkung werden, dafür "muss er aber noch ein bisschen an seiner Fitness arbeiten." Ansonsten stehen auch noch mit Pascal Moseler und Nils Friebe zwei potenzielle Akteure aus dem Kader der Vorsaison für die vorderste Reihe zur Verfügung. Ansonsten hat Jüchen-Garzweiler keine wesentlichen Abgänge zu verzeichnen und kann auf den Kern der Vorsaison aufbauen.

Mit einem beibehaltenen Mannschaftskern ist der VfL also in die Vorbereitung gestartet. Ohne einen Unterbau und einem prallgefüllten Kader der Mannschaft ergeben sich zwar einige Risiken, doch das Potenzial noch weiter oben mitzuspielen ist in jedem Fall gegeben.

Aufrufe: 011.7.2024, 06:00 Uhr
Markus BeckerAutor