Nicht nur am Bresserberg wird es teurer.
Nicht nur am Bresserberg wird es teurer. – Foto: Arno Wirths

Klever Sportzentren werden deutlich teurer

Die drei Zentren Oberstadt, Unterstadt und Stadtmitte/Bresserberg kosten deutlich mehr als gedacht. So plant die Stadt die Bauabschnitte.

Die drei Sportzentren in Kleve werden durch die derzeitigen Preissteigerungen deutlich teurer werden als erwartet. Bei der Vorstellung der drei Vorhaben machte Daniela Rennecke, Fachbereichsleiterin Schule, Kultur, Sport, das am Beispiel des Platzhauses für das Zentrum Oberstadt fest: Der Bau ist Teil des zweiten Bauabschnitts für das Sportzentrum Oberstadt.

Der komplette Bauabschnitt war mit Tiefbau und Hochbau für insgesamt 5,8 Millionen Euro geplant, im April 2021 wurde der Förderantrag gestellt. Das Ganze wird mit 2,6 Millionen Euro gefördert. Jetzt liegen die Kosten aber für die Gesamtmaßnahme schon bei 7,1 Millionen – weil allein schon das Platzhaus, das jetzt Multifunktionsgebäude heißt, 5,3 Millionen Euro kostet und Tiefbau 1,8 Millionen Euro. Das Problem: Die Förderung ist gedeckelt bei 2,6 Millionen – die Stadt muss also deutlich mehr Geld berappen.

Trotzdem werden die Bauarbeiten fortgesetzt, erklärte Kleves Bürgermeister in der Sondersitzung des Sportausschusses, der im Rathaus tagte und dessen einziger Tagesordnungspunkt der Stand der Dinge bei der Entwicklung der drei künftigen Sportzentren in Kleve war.

Sportzentrum Kleve-Oberstadt (ehemals Siegfried Kampfbahn) Hier wurden nach dem fertigen ersten Bauabschnitt im zweiten Bauabschnitt für den Rasenplatz, den Trainingshügel und das Kunstrasenkleinfeld 1,71 Millionen Euro vergeben. Das Gebäude mit den Kabinen für Siegfried Materborn auf der rechten Seite und für SSV Reichswalde auf der linken Seite sowie Versammlungs- und Jugendräumen – auch die nach Vereinen getrennt – in der Mitte des Gebäudes. Für Reichswalde gibt es auch eine Außenterrasse. Das Haus wird ein Holzbau und soll 2023 errichtet werden. Der Bau beginnt, sobald der Bewilligungsbescheid kommt, so Georg Hoymann, Geschäftsführer des Gebäudemanagements der Stadt Kleve. Man habe auf Wunsch der Vereine auch keinen Durchbruch zwischen den Räumen vom SSV Reichswalde und Siegfried Materborn gemacht – so Hoymann auf Nachfrage von Wiltrud Schnütgen (Grüne).

Sportzentrum Unterstadt (ehemals BV/DJK) Hier ist der erste Bauabschnitt in Angriff genommen: Die begonnenen Kunstrasenplätze sollen zum Ende des Jahres fertiggestellt sein, die Planungsleistungen zur Bearbeitung des Naturrasenplatzes (auf der anderen Straßenseite) sind vergeben, danach soll auch der Bau des Platzes vergeben werden. Es folgt das Multifunktionsgebäude. „Es ist beabsichtigt, dafür einen Förderantrag zum Bundesprogramm ,Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur‘ zu stellen“, sagt Daniela Rennecke. Da das Programm erst im Juli aufgelegt wurde und einen Ratsbeschluss bis Ende September verlangt, werden die Unterlagen dem Rat in seiner nächsten Sitzung kommenden Mittwoch, 21. September, 17 Uhr, vorgelegt, ergänzte Bürgermeister Wolfgang Gebing. Im Sportzentrum Unterstadt wurden für den ersten Bauabschnitt 3,12 Millionen Euro vergeben. Zu den Baumaßnahmen gehören unter anderem eine Umlaufbahn, Laufbahn auf Kunststoffbelag, Boule-Bahnen, Weitsprung- und Kugelstoßanlage und das Ganze barrierefrei. Die Kosten für die komplette Anlage waren mit 7,8 Millionen Euro veranschlagt. Jetzt stehen alleine für das „Multifunktionsgebäude“ 7,9 Millionen Euro auf der Rechnung. „Das liegt aber auch daran, dass wir neu planen mussten und auf die Sporthalle im Sportzentrum Stadtmitte/Bresserberg verzichten können. Wir versuchen jetzt, die Räume für BV/DJK und VfL Merkur sowie die Halle in einem L-fömrigen Gebäude unterzubekommen“, sagt Hoymann. Auf den Einwurf von Peter Brückner (SPD), dass hier während der Bauzeit Umkleidekabinen fehlen und man an Container denken müsse, erklärte Gebing, dass es derzeit keine Container auf dem Markt gebe und die, die da seien, für Flüchtlinge gebraucht werden. Außerdem seien die Umkleidekabinen bei Merkur und BV zwar alt, aber noch vorhanden. Man werde aber weiter an der Konzeption arbeiten, um zeitnah handeln zu können. Ein Erhalt des alten Platzhauses sei nicht vorgesehen, so Gebing ebenfalls auf Nachfrage von Brückner.

Sportzentrum Stadtmitte/Bresserberg (darin ehemals Gustav-Hoffmann-Stadion) Für den Ausbau der Tribüne und die „Tartan“-Bahn liegt ein vorläufiger Bewilligungsbescheid vor (Gesamtkosten ca. 2,5 Millionen Euro, Förderung 1,13 Millionen Euro). Der Bau soll 2025 fertig werden und die Fördermittel für den Bresserberg seien sicher, versicherte Hoymann auf Nachfrage von Brückner. „Die baufachlichen Unterlagen des Tribünengebäudes werden in Kürze beim Fördergeber eingereicht“, so Hoymann, die Planungsleistungen für „Tartan“-Bahn und Kunststoffrasen werden vorbereitet. Nach der Vorstellung der ersten Konzeptstudie sei die Vergabe der weiteren Konzeptstudie für Hochbau und Freiraumplanung für das Sportzentrum Bresserberg vergeben worden diese befindet sich in der weiteren Abstimmung und soll in der Novembersitzung des Sportausschusses vorgestellt werden.

Info: Baukosten steigen deutschlandweit

Baukosten Egal ob Stahl, Beton oder Dämmmaterialien: Die Preise am Bau sind in den vergangenen Monaten hoch geschnellt - auch wegen des Ukraine-Krieges und durcheinandergewirbelten Lieferketten. Die teure Energie spielt ebenfalls eine Rolle: Dachziegeln etwa werden bei großer Hitze gebrannt. Bauleistungen verteuerten sich laut jüngsten Zahlen von Mai des Statistischen Bundesamts um 17,6 Prozent. Das war der höchste Anstieg seit mehr als 50 Jahren.

Zurückhaltung Die drastisch gestiegenen Kosten sorgen für Zurückhaltung bei Auftragsvergaben. Mehr als jedes zehnte Unternehmen im Wohnungsbau (11,5 Prozent) war im Juli deutschlandweit von Stornierungen betroffen.

Aufrufe: 016.9.2022, 22:15 Uhr
RP / Matthias GrassAutor