Starke Quote: Ingmar Hell (vorne) trifft derzeit fleißig für den SC Regensburg.
Starke Quote: Ingmar Hell (vorne) trifft derzeit fleißig für den SC Regensburg. – Foto: Christian Brüssel

Ingmar Hell – der ruhige Anführer

Der 28-jährige Routinier fühlt sich als Bezirksliga-Stürmer wohl beim Sportclub Regensburg

In einer Mannschaft voller junger Talente haben sie eine besonders zentrale Bedeutung. Diejenigen Spieler, die mit ihrer Attitüde und Erfahrung vorangehen und so ihre Mitspieler antreiben. Ingmar Hell vom Fußball-Bezirksligisten SC Regensburg ist so einer. Der 28-Jährige kommt zwar eher als der ruhige, sachliche Typ rüber, ist aber schon allein wegen seiner Routine – schließlich kickt Hell seit 2015 an der Alfons-Auer-Straße – ein elementarer Baustein im Konstrukt von Trainer Thomas Karl.

Ingmar Hell mimt beim Sportclub den typischen Allrounder. Hier hat er eigentlich schon alles gespielt – vom Innen- und Außenverteidiger bis hin zum Mittelstürmer. Von Hells Einstellung profitieren die zumeist sehr jungen Mitstreiter. Als Trainer dürfte man sich mehr von seiner Sorte wünschen. Denn: „Ingmar geht mit Einsatz und Leistung voran, ist immer da. Auf ihn ist Verlass!“, sagt sein Coach über ihn. Derzeit bekleidet Hell eine offensive Rolle. „Wegen seiner Abschlussstärke“, wie Thomas Karl erklärt. Die Umstellung scheint zu funktionieren: Neun Tore hat Hell in dieser Saison schon erzielt, acht vorgelegt. Schon jetzt mehr als in den Saisons zuvor.

Dass er der Mannschaft mittlerweile auch mit Scorerpunkten helfen kann, erfolgreich zu sein, das freut den Fußballer natürlich. „Es klappt aktuell ganz gut auf meiner Position mit dem Toreschießen“, lächelt Hell. Momentan versuche er sich in eine Führungsrolle einzufinden, „da ich mittlerweile zu den älteren und erfahrenen Spielern in der Mannschaft gehöre. Ich will die Jungs mit einer positiven Einstellung in jedem Spiel mitnehmen.“

Davon, dass das zweite Jahr nach dem Aufstieg oft das schwierigste ist, spürt man beim Sportclub nichts. Stattdessen läuft's sportlich gut. Ein Hell-Doppelpack nach dem Seitenwechsel war am Samstag Ausgangspunkt für den 3:2-Heimsieg gegen Bad Abbach. Drei Nachholspiele mal ausgeklammert, überwintern die Regensburger in der Bezirksliga Süd auf einem tollen fünf Platz (10/3/7). „Durch individuelle Fehler haben wir noch Punkte hergeschenkt“, sind sich Karl und Hell einig.

Das mit den zu vielen einfachen Fehlern ist so eine Sache, aber bei einem solch jungen Team eben Teil der Entwicklung. Insgesamt sorgten die Fehler, gepaart mit fehlendem Spielglück und Cleverness, für einen kleinen Negativtrend, der am Wochenende beendet werden konnte. „Das war die Mischung aus allem“, findet Trainer Thomas Karl im Rückblick. Offensiv passe der letzte Ball oft noch nicht, außerdem sei die gegnerische Box stellenweise zu wenig besetzt, geht der 50-Jährige in die Tiefe.

Nichtsdestotrotz spielt der SC Regensburg eine sehr zufriedenstellende Runde. Sogar die beiden Aufstiegsplätze sind noch in Reichweite – wenngleich die Tuchfühlung zuletzt etwas verloren ging. „Wenn du ganz oben mitspielen willst, darf dir so etwas wie zum Beispiel gegen Beilngries nicht passieren“, so Karl. Zwei grobe Schnitzer kosteten dem SC bei der 1:2-Heimniederlage vor vier Wochen die Punkte.

Zehn Saisonspiele stehen im Frühjahr noch auf dem Plan. Das Ziel ist, das Maximale herauszuholen und abzuwarten, wie weit noch oben man heran schnuppern kann. „Es soll nicht so dahinplätschern!“, wünscht sich Karl Spannung. Eine Entwicklung sei gegenüber der Vorsaison spürbar. „Man merkt schon, dass die jungen Spieler jetzt angekommen sind in der Bezirksliga. Wir haben uns im Spielaufbau verbessert.“ Das findet auch Ingmar Hell, der – vom sportlichen Erfolg mal ganz abgesehen – im Sportclub einen „eingeschworenen Haufen auf und neben dem Platz“ sieht: „Das sieht man auch an allen Verantwortlichen und dem Trainerstab, die alle ehemalige Sportclub-Spieler sind und noch immer eine besondere Verbindung zum Verein haben.“

Bloß ein klassischer Torjäger geht dem Trainer ab. „Der Knipser ist bei uns im Endeffekt die ganze Mannschaft.“ Aber in den vergangenen Wochen hat es Ingmar Hell ja bewiesen, dass er in diese Rolle hineinwachsen kann.

Aufrufe: 021.11.2022, 13:00 Uhr
Florian WürtheleAutor