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Allgemeines

Im Schatten der guten alten Zeiten: Zürcher Fussballclubs im Abseits

Zahlreiche regionale Fussballvereine haben eine ruhmreiche Vergangenheit, spielen aber heute im Niemandsland

von Marco Huber · 29.11.2025, 06:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Thomas Rinke

Von Altstetten bis Wetzikon und von Affoltern bis Wülflingen - viele der einst stolzen und ambitionierten Clubs aus dem FVRZ-Gebiet sind heute irgendwo in den Niederungen der Tabellen des Regionalfussballs vorzufinden. FuPa Zürich präsentiert ihre Geschichten.

FC Altstetten

Die Stadtzürcher haben eine lange Geschichte in höheren Ligen, auf die sie stolz zurückblicken dürfen. Die Zeiten, als Altstetten noch in der 1. Liga spielte, sind jedoch schon eine Weile vorbei. Seit einigen Jahren versucht Altstetten nun schon, wieder in die höchste Regionalliga aufzusteigen. Bisher ist das misslungen. Aktuell liegt man in der Drittliga-Gruppe 2 an vierter Stelle. Der Rückstand auf die Spitze ist überschaubar.

FC Zürich-Affoltern

Den FC Zürich-Affoltern darf man mit Fug und Recht als «Lift-Mannschaft» bezeichnen. Regelmässig war der Stadtzürcher Quartierclub in der 2. Liga vertreten, musste dann aber nach nur einer Saison wieder runter. Zuletzt in der 2. Liga waren die Affoltemer in der Saison 2020/2021.

Etwas mehr als zehn Jahre zuvor gastierte der Club von der Stadtgrenze sogar in der 2. Liga interregional. Diese Zeiten scheinen weit weg. In der letzten Saison stieg Zürich-Affoltern sogar in die 4. Liga ab. Immerhin ist man dort nun Wintermeister und der grosse Aufstiegsfavorit in der Viertliga-Gruppe 4. Was dem FC Zürich-Affoltern unabhängig der sportlichen Misere in der jüngeren Vergangenheit immer geblieben ist: Der Club hat sich als einer der wenigen aus der Stadt Zürich so etwas wie «Dorf-Charakter» bewahrt.

FC Blue Stars ZH

Jahrelang brachte der FC Blue Stars immer wieder grosse Talente hervor. Die Stadtzürcher verfügten über eine der besten Juniorenabteilungen im Zürcher Regionalfussball. Mit einer talentierten Truppe, gespickt mit einigen erfahrenen Spielern, spielten die «Blausterne» auch mal in der 2. Liga interregional. Diese Tage sind aber in weite Ferne gerückt. Inzwischen spielt sich der Liga-Alltag in der 3. Liga ab. In der Gruppe 2 liegt die Hardhof-Elf drei Zähler hinter Tabellenführer Schlieren. Die Chancen auf eine baldige Rückkehr in die 2. Liga sind also intakt.

FC Schwamendingen

Der Quartierverein aus dem Stadtkreis 12 muss mit der 3. Liga Vorlieb nehmen. Im Jahr 2022 gelang dem FCS die kurzzeitige Rückkehr in die 2. Liga. Postwendend folgte jedoch wieder der Abstieg. Während Schwamendingen letzte Saison noch zur Spitzengruppe gehörte, lautet die Mission in dieser Saison in der Drittliga-Gruppe 3 nun Ligaerhalt.

In Schwamendingen träumt man von den guten alten Zeiten, als man noch auf höchster Regionalstufe spielte. In den späten 90ern war der FCS sogar mal in der 1. Liga, anfangs der 2000er-Jahre spielte man in der 2. Liga interregional. Eine Rückkehr in diese sportlichen Regionen scheint für den Quartierverein kurz- bis mittelfristig aber ausser Reichweite.

SV Seebach

Der Quartierverein mit einer über 100-jährigen Geschichte hat definitiv sportlich erfolgreichere Zeiten hinter sich. Seit dem Abstieg im Jahr 2021 spielt der SV Seebach in der 4. Liga. Mittlerweile sind sowohl die erste und auch die zweite Seebacher Mannschaft in derselben Liga vorzufinden. Seebach 1 führt aktuell die Viertliga-Gruppe 7 an, Seebach 2 muss sich in der Viertliga-Gruppe 4 derweil nach hinten orientieren.

FC Witikon

Der Quartierverein versucht seit einigen Jahren, den Wiederaufstieg in die 2. Liga regional zu schaffen. Dort spielte Witikon schon mehrfach. 1997 schaffte man es sogar in die Aufstiegsrunde der 1. Liga (damals gab es noch keine 2. Liga interregional). In den jüngeren Jahren gastierte der FCW immer mal wieder in der 2. Liga oder eben in der 3. Liga, wo er auch aktuell anzutreffen ist. In dieser Saison sind die Witiker in der Drittliga-Gruppe 3 wieder ziemlich gut im Tritt. Zurzeit liegen sie auf Zwischenrang drei mit geringem Rückstand auf die Spitze. Da ist noch alles offen. Die Rückkehr in die 2. Liga nach dem letztmaligen Abstieg am Ende der Saison 2023/2024 dürfte früher oder später gelingen.

FC Oerlikon/Polizei

Das Aushängeschild des Vereins sind inzwischen die Frauen. Diese spielen in der Nationalliga B. Auch die Männer spielten einst in höheren Ligen. Im Jahr 2005 sowie von 2010 bis 2014 spielte Oerlikon/Polizei sogar interregional. Inzwischen werden beim Verein aus dem Norden Zürichs kleinere Brötchen gebacken. Letzten Sommer ist das Fanionteam zum ersten Mal überhaupt seit der Fusion im Jahr 2003 in die 3. Liga abgestiegen. Dort ist der Club in der Gruppe 3 knapp vor den Abstiegsplätzen klassiert. In der Rückrunde wird es also für Oerlikon darum gehen, die Relegation in die 4. Liga abzuwenden.

FC United Zürich

United Zürich kündigte einst grossspurig an: Wir wollen Schweizer Meister werden. Tatsächlich entpuppte sich dieser PR-Gag als klare Ambition. Saison für Saison stieg das Team weiter auf: 3. Liga, 2. Liga regional, 2. Liga interregional, 1. Liga Classic bis in die Promotion League. Doch irgendwann einmal fiel dieses Konstrukt auseinander. Nun dümpelt United Zürich in der 4. Liga herum. Aus einer Rückkehr in höhere Gefilde – zumindest einmal in die 3. Liga – dürfte angesichts des Rückstandes in der Viertliga-Gruppe 3 jedenfalls diese Saison kaum etwas werden.

Inter Club Zurigo

Einst verfügte der Verein über eine ziemlich grosse Nachwuchsabteilung. Diese bildete das Fundament des Inter Club Zurigo, der 1965 gegründet wurde und zunächst noch eine Untersektion von Juventus Zürich (später YF Juventus) und Turicum war, bis Inter dann 1984 ein eigenständiger Verein wurde. Die Stadtzürcher Version des grossen Inters aus der lombardischen Hauptstadt Mailand stieg weiter und weiter auf und schaffte es bis an die Spitze der 2. Liga interregional.

Doch dann folgte alsbald der Niedergang, als das Gros der Spieler der ersten Mannschaft den Verein verliessen -mutmasslich aufgrund von finanziellen Versprechungen, die nicht eingehalten worden sein sollen. Der Inter Club Zurigo wurde in der Folge durchgereicht. Heute spielt er gleich mit zwei Teams in der 5. Liga. Die eine Mannschaft liegt aktuell auf dem zweiten Platz in der Gruppe 2 und hat absolut reele Chancen, den Aufstieg in die 4. Liga zu schaffen. Die zweite Mannschaft ist derweil Schlusslicht der Fünftliga-Gruppe 3.

FC Wallisellen

Die Zürcher Unterländer haben eine intakte 2.-Liga-Vergangenheit. Diese ist nun aber doch auch schon ein Weilchen her. Nach dem Abstieg agiert der FCW nun in der 4. Liga und ist bei Saisonhälfte in der Gruppe 7 nur gerade Tabellensiebter. Wallisellen wird den Wiederaufstieg in die 3. Liga in dieser Saison ganz bestimmt nicht schaffen. Mittelfristig muss die Promotion für den FCW das erklärte Ziel sein.

FC Meilen

Der FC Meilen war eigentlich ein solider Wert in der Zürichsee/Oberland-Gruppe der 3. Liga. Im Sommer 2021 schafften die Meilemer den Aufstieg in die 2. Liga. Es war eine Rückkehr in die höchste regionale Liga nach 28 Jahren. Eine Saison später stieg der FCM aber gleich wieder ab. Letze Saison folgte ein weiterer Tiefpunkt: der Abstieg in die 4. Liga. Von dort will Meilen nun möglichst schnell wieder zurück in die 3. Liga. Aktuell liegt man in der Gruppe 8 auf Rang vier. Der Rückstand auf die Tabellenspitze ist schon etwas angewachsen.

FC Kilchberg-Rüschlikon

Die Linksufrigen können eine beachtliche Interregio-Vergangenheit vorweisen. Über mehrere Jahre konnte sich der FCKR dort halten. Dann folgte der Gang in die 2. Liga und nur wenig später wurde man in die 3. Liga «durchgereicht». Auch dort hatte Kilchberg-Rüschlikon phasenweise Mühe. Mittlerweile hat sich der Verein gefangen. Diese Saison ist man in der Gruppe 1 einigermassen vorne mit dabei, wenn auch mit Rückstand auf die Tabellenspitze.

FC Affoltern am Albis

Die Affoltemer stehen klar im Schatten des grossen Clubs aus dem Säuliamt, des FC Wettswil-Bonstetten. Doch während WB in der 1. Liga seit Jahren eine Konstante ist, kann man das von Affoltern am Albis weniger behaupten. Einst spielte der FCA in der 2. Liga interregional und verfügte über namhafte Akteure. Auch in der 2. Liga konnte man sich jahrelang halten.

Seit dem Abstieg aus der 2. Liga in der Saison 2017/2018 ist Affoltern am Albis wieder in der 3. Liga. Dies soll sich mit Fredy Bickel als neuem Präsidenten ändern. In dieser Saison dürfte das mit der Rückkehr in die höchste Regionalliga ein schwieriges Unterfangen werden. Die Affoltemer sind in der Drittliga-Gruppe 1 derzeit auf Rang fünf klassiert. Der Rückstand auf Tabellenführer Siebnen beträgt aber bereits zehn Punkte. Das wird wohl zumindest in dieser Saison nichts mit der Rückkehr in die 2. Liga.

FC Rüti

Die Zeiten, als der FC Rüti in der 2. Liga interregional für Spektakel sorgte und seine Spiele lieber mit 5:4 statt mit 1:0 gewann, sind passé. Damals profitierten die Rütner von einer genialen Generation und stiegen so innert kurzer Zeit von der 3. Liga in die 2. Liga und dann bis in die 2. Liga interregional auf. Einst war Rüti sogar einmal Nationalliga B, aber das waren andere Zeiten. Mittlerweile kickt Rüti in der 3. Liga. Dort spielte man die letzte Saison lange vorne mit. In dieser Saison kommt der FCR bislang noch nicht so richtig auf Touren und belegt zur Winterpause in der Gruppe 6 nur den achten Platz.

FC Wetzikon

Lange Zeit hielt sich der FC Wetzikon in der 2. Liga. Der FCW hat aber auch eine Vergangenheit in der 1. Liga. Eigentlich hätte Wetzikon das Potenzial für die 2. Liga: eine gute Infrastruktur, das nötige Einzugsgebiet. Doch mal für mal scheiterten die Wetziker an der starken Konkurrenz in der gut besetzten Zürichsee/Oberland-Gruppe in der 3. Liga. Im Moment steht dort Zollikon den Wetzikern vor der Sonne. Für die Zürcher Oberländer ist aber mit einer starken Rückrunde noch alles möglich.

FC Effretikon

Der FC Effretikon – man muss es in dieser Deutlichkeit sagen – «gurkt» seit geraumer Zeit irgendwo herum und kommt kaum vom Fleck. Bis vor einigen Jahren war «Effi» noch regelmässiger Gast in der 2. Liga. Kurzzeitig gastierte «Effi» in der Interregio. Seit einiger Zeit spielt sich der Liga-Alltag nun jedoch in der 4. Liga ab. Immerhin spielt der FCE dort in dieser Spielzeit um den Wiederaufstieg in die 3. Liga mit.

FC Tössfeld

Auch Tössfeld hat eigentlich eine ruhmreiche Vergangenheit. Die Zeiten, als es der Winterthurer Quartierverein bis in die Nationalliga B brachte, liegen aber weit zurück. In der jüngeren Vergangenheit schaffte es Tössfeld nie höher als in die 3. Liga, war meistens in der 4. Liga vorzufinden. Aktuell spielen die Winterthurer in der Viertliga-Gruppe 6 und befinden sich dort im breiten Mittelfeld der Tabelle. Da dürfte wohl in dieser Saison weder nach vorne noch nach hinten allzu viel gehen.

FC Wülflingen

Der Winterthurer Quartierverein spielte einst einmal in der 2. Liga interregional. Später dann auch einige Zeit lang in der 2. Liga regional. Aktuell mischt Wülflingen in der 4. Liga um den Aufstieg mit. In der Gruppe 5 ist man im Aufstiegsrennen mit derzeit einem Punkt Rückstand auf den Club Reggina Svizzera an der Tabellenspitze.

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