
Hummetroth. Der SV Hummetroth tritt in der Hessenliga auf der Stelle. Beim 2:2 (0:1) schafften es die Odenwälder nicht, eine 2:0-Führung gegen den SC Waldgirmes über die Zeit zu retten. Der Mitkonkurrent im Abstiegskampf traf spät mit einem Doppelschlag und behielt einen Punkt in Mittelhessen. Die Hummetröther bleiben damit weiter auf dem Abstiegsrelegationsplatz 13.
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Hummetroths Trainer Denis Streker analysierte: „Wir haben viele Überzahlsituationen generiert und waren gefährlich nach Standards. Allerdings haben wir es verpasst, frühzeitig in Führung zu gehen.“ Seine Mannschaft habe dann „zu guten Zeitpunkten“ das 1:0 und das 2:0 erzielt, so der Trainer. Guiseppe Signorelli (45.+2) traf kurz vor der Halbzeit nach einem weiten Standard, der quergelegt wurde. Irwin Pfeiffer erhöhte mit einer guten Einzelleistung (51.) nach der Pause auf 2:0.
„Wir schafften es, besser Fußball zu spielen, Energie auf den Ball zu bringen und eine gute Haltung gegen den Ball zu entwickeln“, erklärte Streker. Allerdings sei das Spiel im Laufe der zweiten Halbzeit fahrig und träge geworden. Waldgirmes blieb dennoch durch Umschaltmomente immer gefährlich und kam mit einem Doppelschlag durch Nico Goetz (82.) und Yannick Freischlad (90.) noch zum Ausgleich. Hummetroth hatte in der Nachspielzeit noch eine Großchance durch Signorelli, die laut Streker „das 3:2 sein muss“.
Der Coach haderte mit dem verpassten Sieg. „Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben, weil wir plötzlich die Positionen verlassen haben. Jeder hat nur noch nach vorne gedacht.“ Dadurch habe seine Mannschaft ihre Struktur verloren und den Gegner eingeladen, weil zudem die „Schärfe in der Restverteidigung“ nicht mehr da gewesen sei. „Wir arbeiten sehr fleißig. Jetzt geht es darum, das in Punkte umzumünzen“, forderte Streker.
Der Trainer des SC Waldgirmes, Mario Schappert, zog nach dem Spiel „gegen einen hochkarätigen Gegner“ den Hut vor seinen Spielern. „Ein riesiges Kompliment an meine Mannschaft, wie sie nach dem 2:0 zurückkommt und mit 2:2 vom Platz geht“, sagte er. „Das ist nicht nur ein Punkt, der sehr wichtig ist. Das ist auch etwas, das uns in den nächsten Spielen beflügeln wird.“
Nach der Partie sickerten noch zwei Personalentscheidungen des SV Hummetroth durch. Hessenliga-Top-Torjäger Halil Ibrahim Yilmaz (23 Tore) und Dominik Wüst, die erst im Winter vom FC Eddersheim in den Odenwald gewechselt waren, gehören nicht mehr zum Kader des SVH. Nachdem beide wiederholt nicht im Aufgebot in der Hessenliga standen, kamen bereits Gerüchte um die weitere Zukunft der Spieler auf. Verwunderlich war außerdem: Beide liefen während des 1:0-Siegs der Hummetröther (am 28. März in Marburg) beim Format „Find the Pro“ auf.
Streker bestätigte nach dem Spiel in Waldgirmes: „Wir haben uns von den beiden getrennt. Wir sind der Meinung, dass wir verschiedene Ansichten haben. Am Ende wollen wir es auch dabei belassen, dass es um das Sportliche geht. Wir wünschen den beiden alles Gute für die Zukunft.“
Yilmaz und Wüst machten zuletzt woanders auf sich aufmerksam: Sie spielen für das Team „DNA Athletics“ in der Icon League, einer deutschen Hallenfußball‑Kleinfeldliga, die 2024 von Toni Kroos und dem Streamer Elias Nerlich gegründet wurde. Streker dementierte zuletzt einen Zusammenhang: „Es waren rein sportliche Gründe und hatte mit der Icon League nichts zu tun.“