Für die Bezirksligisten aus dem Verbreitungsgebiet der ZEVENER ZEITUNG ist die Saison in mancher Hinsicht doch ziemlich überraschend verlaufen. Und die Tipps der Sportredaktion zum Abschneiden der drei Mannschaften haben kräftig daneben gelegen.
Um damit anzufangen: Die Platzierungstipps sind komplett falsch gewesen. Der SV Anderlingen hat nach einer grandiosen Saison den zweiten Tabellenplatz belegt und ist damit Vizemeister der Bezirksliga Lüneburg 3 geworden. Der ZZ-Tipp hatte die Plätze 6 bis 9 prognostiziert. Also eine positive Überraschung.
Ganz anders sieht es bei den zwei weiteren Teams aus. Der Heeslinger SC II ist nach einer ziemlich schwachen Vorrunde am Ende nur auf Platz zehn gelandet. Der ZZ-Tipp lautete Platz 1 bis 3. Noch weiter unten landete der Vorjahres-Vizemeister SV Ippensen. Zwar hatten die Ippenser 16 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, wurden aber eben nur Zwölfter der Bezirksliga. Die ZZ-Sportredaktion hatte Platz 3 bis 6 für möglich gehalten.
Trainer Marco Hendreich genießt beim SV Anderlingen gewissermaßen paradiesische Verhältnisse. Er hat selten Trainingseinheiten mit weniger als 20 Spielern - andere Bezirksligisten haben nicht einmal so viele Akteure im Kader. Außerdem hat der SVA etliche Spieler in seinen Reihen, die bereits in der Jugend oder im Seniorenfußball einige Erfahrungen in höherklassigen Mannschaften gesammelt haben, und vor allem fußballerisch gut ausgebildet wurden.
Neben der taktisch gut organisierten Defensive ist vor allem die Offensivabteilung der Anderlinger das Prunkstück. 69 Treffer bedeuten in dieser Statistik den vierten Platz hinter Unterstedt, Hülsen und Verden II. Aber durch die nur 35 Gegentreffer hat Anderlingen mit plus 34 Toren die zweitbeste Differenz - nur Meister Ottersberg war mit 45 besser.
Vier Spieler haben 43 der 69 Tore erzielt. Lucas Heins (16), Andre Steffens (13), Linus Brunckhorst (7) und Rayk Hess (7) bilden zusammen eine der gefährlichsten Offensiv-Reihen der Liga. Neben dieser Stärke im Angriff sieht Marco Hendreich einen weiteren Erfolgsfaktor in der Spielkontrolle.
„Das ist um so vieles besser geworden. Wenn du kein Tor machst, solltest du wenigstens Unentschieden spielen. Und das hat für uns in der Rückrunde richtig gut funktioniert“, so Hendreich zur ZEVENER ZEITUNG.
Die zweite Mannschaft des Heeslinger SC ist nach Auffassung von Trainer Robin Cordes ihrer Aufgabe als Ausbildungsteam gut nachgekommen. In der deutlich besseren Rückrunde hätten sich vor allem die jungen Spieler bei der im Winter vorgenommenen taktischen Umstellung gut eingebracht.
Nach der Hinrunde war der HSC II mit 16 Punkten nur Zwölfter, belegte dann in der Rückrunde mit 31 Zählern den zweiten Platz. Durch die wenigen Punkte aus dem Herbst reichte es aber eben nur zu Platz zehn in der Endabrechnung. Schon drei, vier Punkte mehr hätten das Team auf den sechsten Platz katapultiert.
Die Arbeit mit gut ausgebildeten, jungen Spielern macht Robin Cordes als Trainer viel Spaß, hat aber auch immer Schwächephase und Rückschläge zur Folge. „Um oben dabei zu sein, hätte man deutlich konstanter spielen müssen, als wir es getan haben“, so Cordes. Neben der Platzierung in der Tabelle ist dem Trainer die Entwicklung von Team und Spielern wichtig, und da kann er zurecht zufrieden sein.
Das Sorgenkind unter den regionalen Bezirksligisten war in der abgelaufenen Saison der SV Ippensen. Trainern und Verantwortlichen im Verein war klar, dass die beste Saison der Vereinsgeschichte, mit Vizemeisterschaft und Teilnahme am Pokal-Halbfinale, nicht so ohne weiteres wiederholt werden könnte. Wie weit es nach unten gehen würde, war aber nicht zu erwarten.
Nach der Hinrunde war Ippensen mit 21 Punkten noch auf einem guten achten Platz zu finden. In der Rückrunde reichte es bei 19 Zählern nur zum zwölften Platz, der es auch in der Endabrechnung werden sollte.
Dabei hatte Ippensen 16 Punkte Abstand zum TSV Dannenberg auf dem Relegationsplatz, zwischenzeitlich gab es aber einige Sorgenfalten bei den Verantwortlichen. Verletzte Spieler, mangelnder Rhythmus - einiges funktionierte nicht wie erhofft.
„Es war keine gute Saison für den SV Ippensen. Wir haben unsere Ziele dreimal korrigiert, da muss man dann ehrlich sein“, sagte SVI-Coach Holger Dzösch im Rückblick. Personelle Probleme, ein viel zu kleiner Kader, und vor allem mangelhafte Chancenverwertung führte zu einer mehr als durchwachsenen Saison der Ippenser. Jetzt gibt es einen kleinen Umbruch, in der neuen Saison wird Dzösch zwei Spieler mehr im Kader haben - und hofft auf weniger Verletzungspech.