Valdrin Dakaj vom FV Eppelborn jubelt über seinen Doppelpack gegen Hassia Bingen.
Valdrin Dakaj vom FV Eppelborn jubelt über seinen Doppelpack gegen Hassia Bingen. – Foto: Fußball-News Saarland

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FV kassiert Gegentreffer nach fünf Sekunden, siegt aber noch

Das war irre: Nach fünf Sekunden geriet der FV Eppelborn am Samstag im Heimspiel der Abstiegsrunde der Fußball-Oberliga gegen Hassia Bingen in Rückstand. Die Gäste trafen vom Anstoß weg aus über 50 Metern. Dank eines Doppelpacks von Valdrin Dakaj gewann der FV aber noch 2:1.

Einen Heimsieg feierte auch der FSV Jägersburg. Die Lila-Weißen setzten sich dank dreier Tore in den letzten zehn Minuten mit 4:2 gegen Kaiserslautern II durch. Elversberg II kam in Salmrohr zu einem 0:0. Völklingen verlor trotz zweimaliger Führung knapp in Eisbachtal.

In der Meisterrunde kassierten der FC Wiesbach und der FV Diefflen in torreichen Begegnungen jeweils Auswärts-Niederlagen. Wiesbach zog in Engers mit 3:5 den Kürzeren, Diefflen in Karbach mit 2:3.

FV Eppelborn – Hassia Bingen 2:1 (0:1)

War das das schnellste Tor der Oberliga-Geschichte? Eppelborn geriet im Heimspiel gegen Bingen schon nach fünf Sekunden (!) in Rückstand. Die Gäste spielten den Anstoß zurück zu Baris Yakut, der von hinter der Mittellinie abzog. Das Leder senkte sich genau über die Fingerspitzen von Torwart Constantin Lorang, der an der Strafraumgrenze stand, genau unter die Latte. „Kein Vorwurf an meinen Torwart, das war einfach perfekt gemacht“, meinte FV-Trainer Sebastian Kleer nach der Partie.

Danach passierte bis zur Pause kaum noch etwas Nennenswertes in den Strafräumen. Im zweiten Abschnitt nahmen die Hausherren vor 160 Zuschauern dann das Heft in die Hand. In der 58. Minute verwertete Valdrin Dakaj eine Flanke von Akif Yilmaz von der linken Seite zum 1:1.

Vier Minuten vor Schluss jubelte der Stürmer erneut. Murat Adiguezel setzte sich auf der rechten Seite durch. Seine flache Hereingabe drückte Dakaj zum 2:1-Siegtreffer für den FV über die Linie.

Danach hatte Eppelborn in der Nachspielzeit noch zwei Schrecksekunden zu überstehen. Zwei Mal kam Bingen noch im Strafraum zum Abschluss, beide Male konnte Lorang aber hervorragend parieren. „Wir haben verdient gewonnen, weil wir die bessere Mannschaft waren“, fand Kleer nach dem Schlusspfiff.

FV Engers – FC Hertha Wiesbach 5:3 (3:1)

Wiesbach lag zur Pause verdient hinten, weil die Gäste in der ersten Hälfte eine schwache Vorstellung zeigten. Die Partie nahm dabei direkt Fahrt auf. Gerade einmal 120 Sekunden waren gespielt, da fiel schon das erste Tor für Engers. Der stark aufspielende Jonathan Kap setzte sich auf der rechten Seite durch. Seine Hereingabe konnte Goran Naric mühelos verwerten. Hertha-Torwart David Schwingel, der den erkrankten Stamm-Keeper Joshua Blankenburg vertrat, war ohne Abwehrchance.

Nur 120 Sekunden danach musste aber auch Schwingels Gegenüber den Ball aus dem Netz holen. Nach einem Schnittstellenpass von Ruddy M’Passi ließ Merouane Taghzoute FV-Schlussmann Safet Husic aussteigen und schob zum 1:1 ein. Doch die Gastgeber antworteten prompt: Sören Klappert erzielte in der siebten Minute mit einem Schuss ins lange Eck das 2:1 für Engers. Und es kam noch besser für die überlegenen Hausherren. In der 18. Minute wurde eine Freistoß-Hereingabe zu Kap verlängert, der zum 3:1-Halbzeitstand traf.

Nach der Pause steigerten sich die Gäste. Mit einem 25-Meter-Schuss in den Winkel verkürzte Lucas Bidot in der 54. Minute für Wiesbach auf 2:3. Nur 120 Sekunden danach wollte FV-Akteur Lukas Klappert nach einer Hereingabe vor dem einschussbereiten Ruddy M’Passi klären, doch dabei beförderte er die Kugel ins eigene Netz.

Danach stand die Partie auf der Kippe. Doch Engers hatte das bessere Ende für sich: In der 73. Minute gingen die Grün-Weißen durch Kap, der nach einem Ball hinter die Viererkette traf, wieder in Führung. Derselbe Spieler machte sechs Minuten später mit einem Kopfball nach einer Flanke von Christian Meinert mit dem 5:3 den Sack zu.

FSV Salmrohr – SV Elversberg II 0:0

Beim FSV saß erstmals der unter der Woche neu verpflichtete Übungsleiter Frank Meeth auf der Bank. Meeth, der zuletzt Rheinlandligist RW Wittlich trainierte, hatte Interimstrainer Karl-Heinz Kieren abgelöst. Kieren wiederum hatte für zwei Spiele übernommen, nachdem Lars Schäfer im Anschluss an Salmrohrs 1:2-Niederlage beim FV Eppelborn an Gründonnerstag zurückgetreten war.

In einer chancenarmen Partie trennten sich die beiden Kontrahenten leistungsgerecht Unentschieden. Die allergrößte Möglichkeit zum Siegtreffer hatten dabei die Gäste. In der 25. Minute steuerte SVE-Kapitän Nico Floegel nach einem Steilpass alleine aufs FSV-Gehäuse zu, scheiterte aber an Salmrohrs Torwart Sebastian Grub.

Bei der größten Gelegenheit der Gastgeber lenkte SVE-Torwart Florian Barth kurz vor Schluss einen Schuss von Maurice Neukirch um den Pfosten. „Ich bin mit dem Punkt zufrieden“, urteilte SV-Trainer Marco Emich. Der Übungsleiter musste nämlich auf mehrere Stammkräfte verzichten und war mit insgesamt vier A-Jugendlichen im Kader nach Salmrohr gereist.

FC Karbach – FV Diefflen 3:2 (1:1)

Nach der Auswärtsniederlage in Karbach – der fünften in Folge für den FV Diefflen – war Trainer Thomas Hofer nicht gerade gut gelaunt. Sein Team habe die gleichen Fehler wie in Waldalgesheim gemacht. Zwar ging der FV, wie schon in Waldalgesheim in Führung, Lukas Feka traf nach elf Minuten zum 1:0.

Doch wie schon so oft, gab die Führung nicht die erhoffte Sicherheit und nötige Ruhe im Dieffler Spiel. So schaffte Karbach nach einer halben Stunde den 1:1-Ausgleich und konnte nach der Pause auf 3:1 davonziehen. Zwar kam Diefflen durch Chris Haase noch zum 2:3- Anschlusstreffer (68.) und hatte in der Schlussphase – erneut durch Haase - die Großchance zum 3:3, doch am Ende stand eine erneute Pleite.

„Jetzt erwarten wir am Samstag auf dem Babelsberg den SV Gonsenheim, da ist noch eine Rechnung offen, denn im Vorspiel gab es eine 0:7-Klatsche am Rhein. Die wollen wir ausmerzen“, blickt Hofer nach vorn.

SF Eisbachtal – Röchling Völklingen 3:2 (1:2)

Obwohl die junge Mannschaft des SV Röchling in Nentershausen zweimal in Führung lag, musste sie am Ende eine 3:2-Niederlage schlucken. „Das nervt so langsam. Wir waren aus dem Spiel heraus absolut ebenbürtig, haben zweimal geführt und am Ende stehen wir wieder einmal mit leeren Händen da“, erklärte Röchling-Leistungsträger Julien Erhardt.

Durch zwei Tore von Ibrahim Mannan gingen die Schwarz-Roten mit einem 2:1-Vorsprung in die Pause. Doch binnen zwei Minuten waren die Hoffnungen auf Punkte geschwunden, denn Jonah Arnolds stellte mit einem Doppelpack (67. und 69.) Minute den Sieg der Eisbären sicher. „Wir hoffen am Mittwoch auf ein paar Zuschauer, denn Oberliga-Fußball vor 30 oder 40 Zuschauern ist nicht so schön“, so Erhardt mit Blick auf das Nachholspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern II an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr.

FSV Jägersburg – 1. FC Kaiserslautern 4:2 (1:2)

„Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben in der letzten Viertelstunde gedrückt und gedrückt und uns dann für eine gute Leistung belohnt“, freute sich FSV-Trainer Tim Harenberg nach dem Erfolg über den 1. FC Kaiserslautern II. Gegen die „kleinen Teufel“ nahm Jägersburg Revanche für die klare 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel.

Dabei mussten die Lila-Weißen auch am Samstag zunächst zwei Mal einem Rückstand hinterher laufen. In der achten Minute foulte FSV-Torwart Mirko Vogel den frei vor ihm auftauchenden Simon Stehle im Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mohamed Morabet zum 1:0 für die Gäste.

In der 43. Minute nutzte Kristof Scherpf einen Ballverlust von Kaiserslautern II zum 1:1. Der Jubel der FSV-Anhänger unter den 100 Zuschauern war aber noch nicht verhallt, da hieß es schon 1:2. Anil Gözütok wurde direkt nach dem Anstoß im Strafraum freigespielt und schoss zur Pausenführung für Kaiserslautern II ein.

Etwas mehr als zehn Minuten vor Schluss hätten die Gäste mit dem dritten Treffer den Sack zumachen können, doch Erijon Shaquiri scheiterte am stark parierenden Vogel. Der hielt seine Mannschaft mit dieser Parade im Spiel – und seine Vorderleute konnten die Partie tatsächlich noch drehen. Der erst kurz zuvor eingewechselte Jannick Geißler traf in der 80. Minute zum 2:2. Fünf Minuten später erzielte Tim Klotsch das umjubelte 3:2, ehe Scherpf in der Nachspielzeit mit dem 4:2 für die Entscheidung sorgte.

So geht es in der Oberliga weiter:

In der Meisterrunde warten auf die Saar-Vertreter nun Heimspiele: Der FC Hertha Wiesbach hat gleich zwei davon: An diesem Mittwoch um 20 Uhr empfangen die Gelb-Schwarzen den FC Karbach zu einer Nachhol-Partie. An diesem Sonntag erwartet die Hertha dann um 14 Uhr das Meisterrunden-Schlusslicht TuS Koblenz, gegen das es im Hinspiel eine 1:3-Niederlage gab. Diefflen erwartet an diesem Samstag um 15.30 Uhr den SV Gonsenheim.

In der Abstiegsrunde hat mit Röchling Völklingen ebenfalls ein Saar-Team an diesem Mittwoch ein Nachholspiel zu Hause. Die Hüttenstädter empfangen den 1. FC Kaiserslautern II (19.30 Uhr). Danach erwartet Völklingen an diesem Samstag um 14 Uhr den Tabellen-Vorletzten TSV Emmelshausen. Ein Heimspiel hat auch die SV Elversberg II, die an diesem Sonntag um 15 Uhr gegen die SF Eisbachtal Revanche für die 0:4-Niederlage gegen diesen Gegner aus dem Hinspiel nehmen möchte.

Auswärts im Einsatz sind dagegen am kommenden Wochenende der FV Eppelborn und der FSV Jägersburg. Eppelborn spielt am Samstag um 15.30 Uhr beim 1. FC Kaiserslautern II. Der FSV ist am selben Tag zur etwas ungewöhnlichen Anstoßzeit um 19 Uhr bei der SG Mülheim-Kärlich zu Gast.

So ist die Situation im Abstiegskampf:

Seit diesem Samstag ist klar, dass es in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar mindestens sechs Absteiger geben wird. Der Grund: Der TSV Schott Mainz und der FK Pirmasens stehen als Absteiger aus der Regionalliga in die Oberliga fest. Beide können an den beiden letzten Regionalliga-Spieltagen nicht mehr auf einen Nichtabstiegsplatz klettern.

Dies bedeutet, dass es in der Oberliga sechs Absteiger gibt, wenn der Vizemeister der RPS-Oberliga (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Wormatia Worms oder Eintracht Trier) sich in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga durchsetzt, müssen sechs RPS-Oberligisten eine Etage tiefer. Sollte der Vizemeister in der Relegation scheitern, wären es sieben.

Damit läge (bei jeweils sieben Absteigern) Röchling Völklingen derzeit neun Punkte hinter dem rettenden Ufer. Der FSV Jägersburg hat sieben Zähler Rückstand auf die SV Elversberg II, die auf dem ersten Nichtabstiegsplatz steht. Eppelborn liegt fünf Punkte hinter Elversberg II und zwei Punkte hinter dem FSV Salmrohr, der bei "nur" sechs Absteigern auf dem ersten Nichtabstiegsplatz liegen würde.

Aufrufe: 01.5.2022, 11:33 Uhr
semAutor