Die Frauen von BAyer 04 Leverkusen sind in Hoffenheim aus dem Pokal ausgeschieden.
Die Frauen von BAyer 04 Leverkusen sind in Hoffenheim aus dem Pokal ausgeschieden. – Foto: Pressefoto Eibner

Frauen: Hoffenheim wirft Bayer 04 aus dem Pokal

Leverkusens Fußballerinnen verlieren nach dem Ligaspiel auch das Pokal-Achtelfinale bei der TSG – unter anderem wegen zu vieler vertaner Chancen.

Nichts wurde es mit dem ersten Sieg in Hoffenheim. Nach dem Ligaspiel vor etwas mehr als zwei Wochen (1:3) verloren Bayer Leverkusens Fußballerinnen nun auch das DFB-Pokal-Achtelfinale im Sinsheimer Dietmar-Hopp-Stadion. Das 0:3 (0:1) setzte dem Leverkusener Traum von einer Teilnahme am Pokalfinale im benachbarten Köln ein jähes Ende.

Im von beiden Seiten etwas holprigen ersten Durchgang waren die Gastgeberinnen das bessere weil zielstrebigere Team. Ereleta Memeti brachte die TSG nach 16 Minuten in Front. Nicole Billa hatte in der 37. Minute die Riesenchance, die Führung weiter auszubauen. Bei ihrem Alleingang hatte sie freie Schussbahn auf das diesmal von Anna Klink gehütete Leverkusener Tor, ließ sich jedoch abdrängen und setzte den Ball dann aus seitlicher Position an den linken Außenpfosten.

Und die Leverkusenerinnen? Für die stand in der ersten Halbzeit nicht eine nennenswerte Gelegenheit zu Buche. Sie kamen zwar mehrfach bis zum Hoffenheimer Strafraum, aber mal fehlte der letzte Pass, mal der nötige Zug zum Tor.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel schlagartig. Bayer drängte von Beginn an auf den Ausgleich. Unmittelbar nach Wiederanpfiff rettete nach einem Versuch von Clara Fröhlich aus dem Getümmel der Pfosten für TSG-Torfrau Martina Tufekovic, die wohl keine Abwehrchance gehabt hätte. Kurz darauf kam Kristin Kögel im Strafraum völlig unbedrängt zum Kopfball, setzte diesen jedoch knapp neben das Tor (52.).

Die wohl beste Gelegenheit auf den Ausgleich bot jedoch eine Doppelchance in der 59. Minute. Bayings Versuch krachte an die Latte. Den Abpraller sicherte sich Amira Arfaoui, die jedoch aus kürzester Distanz unglücklich an Tufekovic scheiterte.

Das Aluminium-Festival ging munter weiter – auf beiden Seiten. Julia Hickelsberger traf den Pfosten (67.), Kristin Kögel die Latte (71.). Dazwischen erwies sich einmal mehr Tufekovic als Spielverderberin, als Lisanne Gräwe aus 20 Metern Maß nahm und einen feinen Versuch mit viel Schnitt abgab, den die Keeperin der Gastgeberinnen so eben noch aus dem Winkel holte.

„Wir hatten recht viele Torchancen, gerade in der zweiten Hälfte, die wir dann leider nicht gemacht haben. Die Pfostenschüsse und die Bälle an die Latte sind natürlich total unglücklich. Denn ich glaube: Wenn wir da das 1:1 machen, wird Hoffenheim noch einmal nervös“, sagte die sichtlich enttäuschte Kapitänin Elisa Senß kurz nach dem Schlusspfiff.

Coach Robert de Pauw ärgerte sich neben der schlechten Chancenverwertung seines Teams auch über das Zustandekommen der Gegentore. Schon beim 0:1 nach einem unnötigen Ballverlust habe sein Team in der Defensive vorzeitig „Sinter Klaas“ (Nikolaus) gefeiert. „Das war aus meiner Sicht schon ein Geschenk – und das zweite Gegentor ebenfalls“, sagte er.

78 Minuten waren absolviert und Bayer drauf und dran, das 1:1 zu erzielen, da brachte ein folgenschwerer Fehlpass im Spielaufbau die Vorentscheidung. Melissa Kössler eroberte den Ball im Mittelfeld, nahm rasch Fahrt auf, lief auf Klink zu und passte dann quer zu Memeti, die zum 2:0 für Hoffenheim nur noch einschieben brauchte. Und damit war noch nicht Schluss. Memeti stellte mit ihrem dritten Streich – erneut nach einem Konter – auf das letztendlich sicherlich etwas zu hohe Endergebnis.

Denn das bildete das Geschehen auf dem Platz nicht ab. „Aber nach dem Ligaspiel hier sitzen wir erneut auf der verkehrten Seite des Endstands. Und mit der Niederlage in der Vorbereitung haben wir jetzt dreimal gegen die TSG gespielt und dreimal verloren. Ich denke deshalb, dass Hoffenheim im Moment einen Schritt weiter ist als wir“, sagte er.

Weiter geht es für de Pauw und seine Schützlinge am kommenden Samstag mit dem Ligaspiel beim Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt, der durch eine überraschende Niederlage beim Zweitligisten RB Leipzig ebenfalls aus dem Pokal ausgeschieden ist.

Aufrufe: 021.11.2022, 18:00 Uhr
RP / Tobias KrellAutor