2024-05-17T14:19:24.476Z

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Die Ultras und die Führung von Fortuna Düsseldorf haben ein Kommunikationsproblem.
Die Ultras und die Führung von Fortuna Düsseldorf haben ein Kommunikationsproblem. – Foto: Heiko van der Velden

Fortuna Düsseldorf: Ultras enttäuscht vom Verein

Sie beklagen in einem offenen Brief, dass Fortuna ihre Gesprächsangebote abgelehnt habe.

Der Konflikt schwelt nun schon eine ganze Weile. Immer mal wieder gab es einen Schritt vor, dann wieder zwei Schritte zurück. Es geht um ganz unterschiedliche Fälle und Betrachtungsweisen. Im Kern geht es allerdings um eine sehr simple Sache: Wie viel Bewegungsspielraum räumt der Verein Fortuna Düsseldorf seinen Ultras ein? Wie geht man miteinander um?

In dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: „,Ewige Liebe Fortuna geschwor’n. Seite an Seite immer nach vorn’. So lauten die Zeilen unseres Kurvenlieds. Zudem zieren diese Worte seit Saisonbeginn eine neue Fahne, die nun seit mehr als einem halben Jahr im Oberrang hängt. Die Parole symbolisiert einerseits unsere Verbundenheit zu Fortuna Düsseldorf, andererseits soll sie sinnbildlich für einen Schulterschluss zwischen Verein und Kurve stehen.“ Auch Fortuna würde diesen Spruch für verschiedene Zwecke verwenden.

Und weiter: „Doch aktuell haben wir die Sorge, dass der Teil ,Seite an Seite‘ immer mehr zu einer inhaltslosen Floskel verkommt. Wie ihr gesehen habt, war das letzte Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht nur aus sportlicher Sicht katastrophal. Zum einem wäre da der Platzsturm einiger Kurvenmitglieder nach dem Elfmetertor der Gäste vor der Südtribüne. Dieser geschah aus dem Affekt heraus, war unüberlegt und ein Fehler. (...) Klipp und klar: Der Platz ist die Bühne der Spieler, die Kurve die Bühne der Fortuna-Fans.“

In besagtem Spiel gegen den FCK hatte sich ein weiterer Vorfall ereignet. Laut Ultras sei aus einer VIP-Loge ein Glas in die Kurve geworfen worden, angeblich von einem FCK-Fan. Zwei Fortuna-Fans seien dabei verletzt worden. Daraufhin hätten mehrere Düsseldorfer sich zur Loge aufgemacht, wo es zu einer Auseinandersetzung kam.

In der Aufarbeitung der Vorkommnisse sei man damit einverstanden, dass es Stadionverbote wegen des Platzsturms gegeben hatte. Für den Logen-Vorfall halte man eine derartige Sanktion indes nicht für angemessen. Nicht zum ersten Mal hätte Fortuna die Problematik von Gästefans auf der Südtribüne nicht in den Griff bekommen.

Ultras bemängeln Kommunikation

Viel mehr störe man sich allerdings an der Vorgehensweise an sich. Die Ultras bemängeln Kommunikationsprobleme mit dem Verein. Gesprächsangebote seien abgelehnt worden oder man sei auf später vertröstet worden. Wenige Tage vor dem Magdeburg-Spiel sei es schließlich zu einem Treffen gekommen, bei diesem sei man vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Uns geht es in erster Linie nicht um die Stadionverbote an sich“, heißt es weiter in dem Schreiben. „Vielmehr fordern wir Fortuna dazu auf, zukünftig eher mit uns in den Dialog zu treten, die Aufarbeitung solcher Vorkommnisse fair zu gestalten und mit uns auf Augenhöhe zu kommunizieren. Wer sich mit Leitsprüchen der Fans brüstet, muss diese auch mit Leben füllen können.“

Und was sagt Fortuna dazu? Auf Anfrage unserer Redaktion antwortet der Verein: „Den Brief der Ultras haben wir zur Kenntnis genommen. Nach den Vorfällen beim Heimspiel gegen Kaiserslautern galt es aber zunächst, die Ereignisse eingehend aufzuarbeiten. Es gab auch keine Sanktionen gegen Fangruppen, sondern wir haben uns mit den Personen, die im Rahmen des Spiels gegen Kaiserslautern identifiziert wurden, im Rahmen der Stadionverbotsrichtlinien mit persönlichen Anhörungen auseinandergesetzt. Dialog wird immer der Weg des Vereins sein.“

Aufrufe: 031.1.2023, 20:00 Uhr
Gianni CostaAutor