2024-04-20T08:00:28.265Z

Interview
Co-Trainer und Sturmführer Christian Ferstl (am Boden) liegt mit seinem FCT im Kampf um die Plätze 1 und 2 noch gut im Rennen.
Co-Trainer und Sturmführer Christian Ferstl (am Boden) liegt mit seinem FCT im Kampf um die Plätze 1 und 2 noch gut im Rennen. – Foto: Dagmar Nachtigall

Ferstl-Elf aus Tremmersdorf liegt aktuell im Soll

Rückblick Kreisliga Nord: Als einer der Mitfavoriten eingestuft, hat der FCT noch alle Chancen, am Ende einen der beiden vordersten Plätze zu belegen

Nach Platz 4 in der „Coronasaison“ 2019/21 und Rang 3 in der zurückliegenden Spielzeit 2021/22 hatten die Experten den FC Tremmersdorf im Sommer erneut zum Kreis der Kreisliga-Titelanwärter gezählt. Und auch die Verantwortlichen im Klosterdorf erwarteten wieder ein Mitmischen um die begehrten Aufstiegsplätze – formulierten sie doch als eines von nur zwei Teams mit „im oberen Drittel mitspielen“ ein Saisonziel, das zurückhaltend nicht nur den Klassenerhalt als oberstes Gebot ausgab.

FC Tremmersdorf (6. Platz, 8/6/3, 30 Punkte, 49:28 Tore)

Nach einer relativ kurzen Sommerpause blickte das Trainerduo Norbert und Christian Ferstl zum Saisonstart auf eine durchwachsene Vorbereitung zurück. Selten stand dem Brüderpaar der gesamte Kader in Gänze zur Verfügung, so dass die Ergebnisse mehrmals nicht zufriedenstellend waren. Deutlich wurde dabei, dass der längerfristige Ausfall von Patrick Dittner, der sich im letzten Punktspiel der zurückliegenden Spielzeit schwer verletzte, sehr schmerzte. Erfreulich war dagegen die Tatsache, dass sich Neuzugang Jonas Frank und der aus einer Verletzung zurückgekehrte Simon Seitz nahtlos in die Mannschaft einfügen konnten. Mit Lukas Neukam und Moritz Schmidt konnten zwei hoffnungsvolle Talente in den Herrenbereich hineinschnuppern und durften im Saisonverlauf sicherlich noch auf einige Einsätze hoffen.

Der Saisonauftakt verlief dann nach Maß. Zwei Heimspiele zwei Siege, der FC war sofort auf Betriebstemperatur und reihte sich im oberen Tabellendrittel ein. In den folgenden Matches, unter anderem gegen die vermeintliche Konkurrenz um die vorderen Ränge aus Schirmitz, Vorbach und Weiden (DJK), trennte man sich Unentschieden, ehe es in Kulmain Anfang September die erste Einbuße setzte, die einen kleinen „Durchhänger“ bewirkte. Gegen den Aufsteiger aus Reuth gelang auf eigenem Terrain nur ein Remis, das folgende zweite Heimspiel in Folge wurde mit 2:3 gegen die Erbendorfer Steinwaldelf gar in den Sand gesetzt. Dass es in dieser Saison bislang ein wenig an der Konstanz fehlt, zeigten dann die Folgewochen. Zwei Dreiern in Eslarn und gegen Plößberg folgte ein 1:3 bei Neuling Kohlberg und ein 2:2 vor eigenem Publikum gegen „Dumba“. Dass man nun auf Platz 6 mit nur fünf bzw. drei Zählern Rückstand zu den Rängen 1 und 2 überwintern durfte, war dem Schlussspurt zu verdanken, bei dem man aus den finalen vier Partien zehn Zähler verbuchen konnte.

Es ist also noch alles drin für die „Unentschiedenkönige“ der Liga (sechs Remis), die nach dem Auftaktspiel am 19. März in Dießfurt mit den Partien bei der DJK Weiden und zuhause gegen den SV Kulmain zwei richtungsweisende Matches vor der Brust haben. Will man allerdings am Ende noch intensiv um die ganz vorderen Ränge mitbuhlen, dürfte man sich große Ausrutscher nicht mehr erlauben. Und die Partien, in denen man nur remisierte, die müsste die torhungriste Elf der Liga (49 Treffer) dann doch in ihre Richtung drehen.

Cheftrainer Norbert Ferstl bestätigt im folgenden Interview, dass der ein oder andere Zähler mehr im Punktebeutel sein könnte, zeigt sich auf der anderen Seite mit der Entwicklung und dem Auftreten der Seinen aber dennoch sehr zufrieden.

Norbert, kurze Einschätzung des bisherigen Saisonverlaufs, seid ihr zufrieden?

Norbert Ferstl (34): Hier muss man differenzieren, schaut man auf die Punkteausbeute, könnte es der ein oder andere mehr sein! Der Entwicklungsschritt der Mannschaft und die Art und Weise, wie gespielt wurde, waren sehr gut! Wir haben den Umbruch sehr gut vorangebracht!

Was habt ihr euch für die Restrückrunde vorgenommen?

Wir müssen in erster Linie unsere Leistungen bestätigen und den nächsten Schritt machen, also „erwachsener spielen“. Ein Verschontbleiben von weiteren schweren Verletzungen wäre ganz nett. Hier wurden wir die letzten Jahre sehr stark gebeutelt.

Wird es im Winter personelle Veränderungen geben?

Uns wird mit Niko Buchka ein Spieler verlassen, der schon seit Beginn der Saison beruflich bedingt kürzertreten musste. Mit Jonas Seitz kommt ein einheimisches Talent vom NLZ Weiden zurück.

Wann beginnt die Vorbereitung und wie wird sie in groben Zügen aussehen?

Seit Anfang Januar treffen wir uns wöchentlich und nun Ende Januar geht unser Lauf-Plan los. Danach startet unser fünfwöchige Vorbereitung.

Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf im Spiel eurer Mannschaft?

Verbesserung gibts auf diesem Level immer, im Groben müssen wir in der Offensive noch effektiver werden und im Defensivverbund die Freiräume besser bespielen.

Welches Team in der Liga hat bislang positiv, welches negativ überrascht?

Positiv haben mich bislang Vorbach und Erbendorf überrascht, mehr erwartet habe ich von Plößberg und Kirchenthumbach.

Wer wird wohl am Ende ganz oben stehen, wer, meinst du, wird vermutlich die Liga verlassen müssen bzw. bis zum Schluss um den Abstieg kämpfen und wo wird sich euere Truppe in der Abschlusstabelle wiederfinden?

Schwer zu sagen, da der Abstand zwischen den Plätzen 1 bis 6 nur 5 Punkte beträgt. Der, der am konstantesten ist, wird am Schluss oben stehen. Was den Abstieg betrifft, will ich mich aus Respekt vor meinen Trainerkollegen nicht festlegen. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell es gehen kann, unter den Strich zu rutschen.

Werdet ihr euer vor der Saison formuliertes Saisonziel erreichen?

Wir hatten letzte Saison 45 Punkte, dieses Jahr sind wir auf einem guten Weg, die Leistung zu wiederholen, wir sind also im Soll!

Werden Christian und du nach derzeitigem Stand auch in der kommenden Saison auf der Kommandobrücke beim FCT stehen?

Ja, wir haben beide vor kurzem um ein weiteres Jahr verlängert.

Aufrufe: 01.2.2023, 08:00 Uhr
Werner SchaupertAutor