
Ilkan Atak wechselte erst Anfang des Kalenderjahres zum FC Ismaning. Sechs Monate später schlägt er seine Zelte über Regionalliga-Boden auf.
Ismaning – „Never change a winning team!“ – diese uralte Philosophie bestätigt sich im Sport immer wieder selbst. Auch im höherklassigen Amateurfußball greift sie. Doch nicht immer geschehen personelle Veränderungen im gegenseitigen Interesse. Der Transfer von Ismaning-Torgarant Ilkan Atak in die Regionalliga Bayern zeigt, warum.
„Ich glaube, er wäre bei uns nicht schlecht dran gewesen, wenn er noch ein Jahr drangehängt hätte“, meint Ismaning-Coach „Jacky“ Muriqi im Gespräch mit Fussball Vorort / FuPa Oberbayern. Diese Hoffnung wurde jedoch schnell begraben. Bereits vor mehreren Wochen wurde publik, dass Ilkan Atak den Sprung in die Spitze des bayerischen Amateurfußballs wagt. Von Ismaning geht es rund 150 Kilometer weiter westlich zum FV Illertissen.
Der Verein hat für Atak, der bereits in der türkischen dritten Liga am Ball war, einen guten Eindruck hinterlassen. Die Intensität im Probetraining beeindruckte ihn. Der Wechsel ging schnell über die Bühne, das persönliche Ziel ist klar: „Ich möchte mir in Illertissen einen Stammplatz erkämpfen!“, erklärte Atak in der Ankündigung des Wechsels.
Muriqi wünscht seinem ehemaligen Schützling dabei alles Gute: „Ilkan ist ein sehr guter Junge. Ich gönne es ihm wirklich, dass er da voll einschlägt, aber im Endeffekt musste er das für sich selbst entscheiden.“ In der Rückrunde lieferte Atak auf ganzer Linie ab. Elf Tore und zwei Assists gelangen dem Offensivkünstler in 14 Spielen. Es lief wie am Schnürchen für den 23-Jährigen.
Beim FCI hätten sie ihn deshalb auch gerne für die Spielzeit 26/27 gebunden, doch es kam anders. Für den Coach überwiegen beim Wechsel nach Illertissen die Bedenken. Für Muriqi kam Atak immer als „familiärer Mensch“ rüber, der die Nähe seiner Familie gebraucht hat, um sportlich zu brillieren. Mit dem Wechsel nach Schwaben ist der Kicker auf sich alleine gestellt. Der Coach sieht sich hierbei an seine eigenen Anfänge als Spieler erinnert.

„Ich weiß, wovon ich rede“, erklärt Muqiri. Als Spieler wechselte er auch weit weg zu anderen Vereinen, was ihm „sehr schwierig“ fiel. Aber wenn sich der sportliche Erfolg schnell einstellt, dann ist es einfacher, so etwas zu überwinden, sagt das Ismaning-Urgestein. Wie sich der technisch versierte Offensivspieler in der Regionalliga schlägt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Für den FCI geht es jedoch auch ohne ihn weiter.
Zum zehnten Mal hintereinander tritt die Elf aus dem Münchner Umland in der Bayernliga an und avanciert zum Dino der Liga. Eine Tatsache, die Muriqi stolz macht, obwohl er selbst etwas überrascht ist, dass es „schon so lange ist“. In der vergangenen Saison war der Klub insbesondere für seine blutjunge Truppe bekannt. Ilkan Atak war da mit seinen 23 Jahren sogar einer der erfahrensten Spieler in der Mannschaft, erklärt Jacky Muriqi.
Damit soll in dieser Saison aber Schluss sein. Damit die Ismaninger in diesem Jahr nicht wieder „einmal wie die Weltmeister und einmal so lala“ spielen, sondern endlich mal eine konstante Leistung abrufen, wurde das Durchschnittsalter „hochgejagt“, so der Coach. Und die Ziele für die nächste Saison?
Für den Bayernligisten steht natürlich erst einmal der Klassenerhalt im Vordergrund. Muriqi verzichtet hierbei auf Floskeln und schielt sogar ein wenig nach oben: „Am liebsten würde ich jedes Spiel gewinnen.“ Vielleicht springt im Jubiläumsjahr also sogar etwas mehr als „nur“ der Klassenerhalt dabei heraus … (mh)