Grosser Jubel in Horgen nach dem 4:4 im alles entscheidenden Spiel gegen Direktkonkurrent Wädenswil.
Grosser Jubel in Horgen nach dem 4:4 im alles entscheidenden Spiel gegen Direktkonkurrent Wädenswil. – Foto: Instagram / fchorgen1902

Horgen reicht Remis für Aufstieg, Beringen mit Wahnsinns-Comeback

Letzte Runde in der 3. Liga

Die letzten Entscheidungen in den sechs Drittliga-Gruppen sind gefallen. Zu den bereits zuvor feststehenden Aufsteigern Zürich City, Schwamendingen, Bülach und Herrliberg gesellen sich Beringen und Horgen. Letztere konnten in einer hart umkämpften Partie gegen Direktkonkurrent Wädenswil (4:4) die Tabellenspitze behaupten, während Beringen fast noch gestolpert wäre. Viel Brisanz bot auch der Abstiegskampf.

3. Liga, Gruppe 1: Spektakel in Horgen, Debakel für Thalwil 2
Was für ein Fussballfest in Horgen: Mehr als 1000 Zuschauer waren trotz heissestem Badiwetter gekommen, um die alles entscheidende Partie zwischen dem erstplatzierten Horgen und Verfolger Wädenswil live mitzuverfolgen. Und sie bekamen das erhoffte Spektakel zu sehen.

Das Heimteam wollte sich nicht auf seinem Ein-Punkte-Vorsprung ausruhen und startete furios. Nach fünf Minuten stand es bereits 2:0. Doch nur acht Minuten später gelang Wädenswil der Anschlusstreffer. Zur Pause führte Horgen 3:2. Zweimal gelang Wädenswil nach dem Seitenwechsel noch der Ausgleich, zu mehr sollte es aber nicht mehr reichen.

Alles zum Aufstiegsdrama auf einen Blick

"Das Unentschieden geht in Ordnung", befand Wädenswils Mittelfeldspieler Oliver Bachmann in der "Zürichsee-Zeitung". Die Horgener feierten derweil den direkten Wiederaufstieg. "Der Trainerwechsel im Winter und der Abgang einiger Spieler hat das Team nicht vom Kurs abgebracht", schreibt der Verein auf seiner Homepage. Und: "Das ist das grosse Verdienst des neuen Sportchefs Roberto Dominguez, von Trainer Azzarito und einer Mannschaft, die als verschworene Einheit aufgetreten ist."

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Am anderen Ende der Tabelle muss neben den bereits feststehenden Absteigern Einsiedeln 2 und Adliswil 2 auch Thalwil 2 als schlechtester Gruppendrittletzter in den sauren Apfel beissen. Drei Wochen nach dem Abstieg des Thalwiler Fanionsteam ist die Relegation auch für die Reserven Tatsache geworden - und das trotz eines 3:2-Sieges über Einsiedeln 2.

Um Thalwil 2 als schlechtesten Drittletzten der sechs Drittliga-Gruppen zu ermitteln, war für den Verband einiges an Rechenarbeit nötig. Denn eigentlich hat Wallisellen, Drittletzter der Gruppe 4, einen Punkt weniger auf dem Konto. Doch weil sich in dieser Gruppe der Eisenbahner SV während der Saison zurückgezogen hatte, ist für die Berechnung nicht das Punktetotal entscheidend, sondern der Punktekoeffizient (Anzahl der erzielten Punkte geteilt durch Anzahl der gespielten Partien).

Und da weist Wallisellen mit 16 Punkten aus 20 Spielen (die Nullwertungen werden nicht mitberücksichtigt) einen besseren Koeffizienten (0,8) auf als Thalwil 2 und Ellikon Marthalen (Gruppe 5) mit jeweils 17 Punkten aus 22 Partien (0,77). So kam es bei den beiden Teams mit 17 Punkten schlussendlich auf die Strafpunkte an, und hier waren die Weinländer im Vorteil.

3. Liga, Gruppe 2: Engstringen gibt Führung preis und muss absteigen
In der Gruppe 2 stand der Zürich City SC schon seit über einem Monat als klarer Aufsteiger fest. Die Stadtzürcher verabschiedeten sich denn auch standesgemäss mit einem 4:1-Sieg über Dietikons Reserven aus der Liga. Verabschiedet haben sie auch erst kürzlich ihren Trainer Ergün Dogru. Sein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Im Abstiegskampf sah es zunächst danach aus, als könnte Engstringen sich noch retten. 2:0 führten die Limmattaler zur Pause gegen das zweitplatzierte Affoltern a/A, für das es um nichts mehr ging. Doch in der zweiten Halbzeit brachen die Affoltemer dem Heimteam mit einem Doppelschlag in der 56. und 57. Minute das Genick und erzielten in der 80. Minute gar noch den Siegtreffer. So muss Engstringen den Gang in die 4. Liga antreten.

Der zweite Wackelkandidat Industrie Turicum holte bei Blue Stars ein 2:2-Unentschieden und sicherte sich damit den Klassenerhalt.

3. Liga, Gruppe 3: Embrach 2 führte lange, aber nicht lang genug
Die bereits als Aufsteiger feststehenden Schwamendinger zeigten im letzten Spiel bei Verfolger Küsnacht nochmals ihre Klasse und gewannen klar mit 3:1.

Neben Schlusslicht Fällanden müssen auch die Reserven des FC Embrach nächste Saison eine Liga tiefer antreten. Ein 1:1 gegen das mit-abstiegsgefährdete Witikon 2 reichte nicht für den Klassenerhalt, weil Wetzikon 2 in Fällanden 8:1 gewann. Besonders bitter für Embrach: Ab der 8. Minute hatten die Zürcher Unterländer geführt und mussten erst in der 79. Minute den Ausgleich hinnehmen.

3. Liga, Gruppe 4: Kempttal verabschiedet sich mit Torfestival
Wie bereits erwähnt hat der FC Wallisellen mit einem 5:3-Sieg über Glattfelden nochmals den Kopf aus der Schlinge ziehen können. Den Ligaerhalt haben die Unterländer letztlich dem Punktekoeffizienten zu verdanken, der Thalwil 2 zum schlechtesten Gruppendrittletzten macht.

Nicht gereicht hat es hingegen für den FC Kempttal. Ein Jahr nach dem Aufstieg muss der Verein den Gang zurück in die 4. Liga antreten. Immerhin boten die Kempttaler dem heimischen Publikum zum Abschied noch ein wahres Torfestival: 7:9 hiess das kuriose Schlussresultat gegen Kloten. Vier Tore gingen auf das Konto von Kempttals Luca Graf, ganze sechs Treffer erzielte Klotens Bekim Bushati.

Mangels Spieler gleich selbst aus dem Wettbewerb genommen hat sich der Eisenbahner SV.

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Auch der FC Bülach verlässt die 3. Liga nach fünf Jahren wieder - allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Die bereits seit Längerem als Aufsteiger feststehenden Unterländer gewannen ihr letztes Spiel bei Rafzerfeld mit 4:1.

3. Liga, Gruppe 5: Beringen stolperte, aber fiel nicht
Fast hätte Dinamo Schaffhausen dem Kantonsrivalen Beringen noch ein Bein gestellt. Bis zur 66. Minute sah es so aus, als würde Beringen den Aufstieg vermasseln. 0:3 lag das Team von Reto Colantonio hinten, während Verfolger Embrach zu diesem Zeitpunkt gegen Schlusslicht Wülflingen 8:3 führte. Wäre es dabei geblieben, die beiden Teams wären punktgleich gewesen und die Strafpunkte hätten für die Unterländer entschieden.

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Doch den Beringern gelang es ab der 67. Minute, den Schalter umzulegen. Innert fünf Zeigerumdrehungen schafften sie den Ausgleich, und Edmir Selimi setzte der Partie in der 88. Minute mit dem 4:3-Siegtreffer noch das Sahnehäubchen auf. "Dass wir zurückkommen, ist unglaublich", versuchte Trainer Colantonio das Geschehen in den "Schaffhauser Nachrichten" in Worte zu fassen. "Drehbuchmässig" sei es gewesen, sagte er.

Sehr bitter war der Spielverlauf für Embrach, das trotz des 11:3-Triumphes in Wülflingen den Aufstieg verpasste.

Nebst Wülflingen war auch Diessenhofens Abstieg bereits vor dem letzten Spieltag besiegelt. Immerhin konnte Ellikon Marthalen dank einer geringeren Anzahl Strafpunkte der Relegation entrinnen.

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3. Liga, Gruppe 6: Herrliberg verabschiedet sich mit Sieg
In der Gruppe 6 standen sowohl Herrliberg als Gruppensieger als auch Fehraltorf und Mönchaltorf-Egg als Absteiger bereits fest. Das Team vom rechten Seeufer ruhte sich nicht auf seinem Erfolg aus, sondern erkämpfte sich gegen das drittplatzierte Pfäffikon zum Abschluss nochmals einen 2:1-Sieg. Zuletzt war Herrliberg 2013 zweitklassig.

Bereits vergangene Woche hatte der erst 32-jährige Trainer Benjamin Benz in der "Zürichsee-Zeitung" in den höchsten Tönen geschwärmt: "Dass wir nun den Aufstieg mit ausschliesslich eigenen FCH-Spielern, wovon ich viele bereits bei den Junioren betreuen durfte, erleben dürfen, ist eine unglaublich schöne Geschichte. Mit diesen menschlich genialen Spielern und diesem Verein im Rücken, fühlt es sich wie eine grosse Familie an, was es umso schöner macht, dass dieser Traum nun in Erfüllung ging."

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Aufrufe: 021.6.2022, 01:40 Uhr
Sandra TrupoAutor