
Erfolgreiche Rückkehr für Böhnlein: Der Schweinfurter Kapitän spielte einst mit 1860 München im Grünwalder Stadion und besiegte dort nun im Regionalliga-Topspiel den FC Bayern II.
München – Kristian Böhnlein hatte am Samstagnachmittag gleich doppelten Grund zur Freude: Nach dem Sieg seines 1. FC Schweinfurt gegen den ärgsten Verfolger Bayern II durfte der ehemalige 1860-Profi nicht nur drei Punkte im Aufstiegskampf bei seiner Rückkehr ins Grünwalder Stadion feiern. Mit dem FC Bayern war der unterlegene Gegner auch noch ein Verein, für den er besonders wenig Sympathie verspürt.
„Es war definitiv schön wieder hier zu sein, auch wenn das für mich eigentlich ein Auswärtsspiel war“, sagte Böhnlein nach Abpfiff des Regionalliga-Spitzenspiels. Für Schweinfurts Kapitän war es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Zwischen 2018 und 2020 spielte Böhnlein im Dress des TSV 1860 München in der 3. Liga und schaffte mit dem Verein nach dessen Wiederaufstieg aus der Regionalliga den knappen Klassenerhalt.

Extra-Motivation brauchte der 34-Jährige im Top-Spiel gegen den FC Bayern II nicht, dennoch stellte Böhnlein klar: „Ich bin als früherer Löwe und Sechzig-Fan kein Bayern-Sympathisant.“
Im Spiel gegen die kleinen Bayern war folglich Showtime angesagt. Böhnlein, der anstelle vom in den letzten Testspielen bevorzugten Devin Angleberger in der Startelf stand, überzeugte im Mittelfeld des Regionalliga-Primus aus Schweinfurt.
Der Einsatz des Kapitäns zeichnete sich unter der Woche ab. „Er hat sich in die Mannschaft reingearbeitet, ist als Leader vorangegangen. Böhni ist ein absolut vorbildlicher Kapitän und geiler Kicker“, schwärmt Trainer Victor Kleinhenz von seinem Spielführer, der als Mittelfeldmotor den Spitzenreiter immer wieder antrieb.
Ganz besonders beeindruckte Schweinfurts Trainer eine Szene in der ersten Halbzeit. Böhnlein bekam im Mittelfeld einen Ball und spielte ihn diagonal per Außenrist zu Martin Thomann, der jedoch an FCB-Keeper Ballis scheiterte. „Allein dieser Pass war das Eintrittsgeld wert“, sagte Kleinhenz

„Der BFV muss klare Kante zeigen. Es sollte nicht möglich sein, sich über eine andere Auslegung der Regeln aus der Situation herauszuwinden.“
Kristian Böhnlein, angesprochen auf die Punktabzugs-Situation um Schwaben Augsburg
Dank dem 2:1-Auswärtssieg thront der 1. FC mit vier Punkten Vorsprung auf die kleinen Bayern an der Spitze der Regionalliga. Am grünen Tisch könnten die Schnüdel noch drei Punkte dazukommen, weil Schwaben Augsburg gegen die U23-Regelung verstieß.
„Klar wäre es schön, die drei Punkte zusätzlich zu haben, aber wir rechnen so, als ob wir nur vier Punkte Vorsprung hätten“, sagt Böhnlein. Der Routinier hat eine klare Meinung: „Der BFV muss klare Kante zeigen. Die Regeln sind bekannt und gelten einfach. Es sollte nicht möglich sein, sich über eine andere Auslegung aus der Situation herauszuwinden.“ (Anm. d. Red.: Inzwischen hat der Verband dem Einspruch der Schwaben stattgegeben.)
Unabhängig davon: Böhnlein ist nun mit Schweinfurt auf bestem Wege, in die 3. Liga zurückzukehren. „Keiner wird sich dagegen wehren, weder er noch ich“, sagte Kleinhenz vielsagend. (btfm/Tobias Höllrich)