2024-02-23T08:22:50.674Z

Spielbericht
MerlinS chlossers Debüt für den FC Wegberg-Beeck verlief überwiegend sehr gut.
MerlinS chlossers Debüt für den FC Wegberg-Beeck verlief überwiegend sehr gut. – Foto: KSV Hessen Kassel

Erst stark, dann der Bock: Schlossers tragisches Debüt für Beeck

In einem Spiel mit wenig Höhepunkten hält Beeck gegen Bocholt bis zur 78. Minute das 0:0. Dann unterläuft dem bis dahin starken Debütanten Merlin Schlosser ein entscheidender Fehler, der zu einem Elfmeter führt. Am Ende gewinnt der Tabellenzweite mit 2:0.

78 Minuten lang war Mark Zeh mit seinem Debütanten Merlin Schlosser vollauf zufrieden: „Bis dahin hat er fehlerfrei gespielt, hat gute Präsenz und auch gutes Stellungsspiel gezeigt“, urteilte der Trainer des FC Wegberg-Beeck über seinen neuen Innenverteidiger, der am letzten Tag der Wintertransferperiode von Südwest-Regionalligist Hessen Kassel bis zum Saisonende ausgeliehen worden ist.

0:0 stand es bis dahin in einem relativ ereignislosen Spiel auf schwer bespielbarem Untergrund – vieles deutete zu dem Zeitpunkt daraufhin, dass es bei diesem Ergebnis auch bleiben würde. Doch dann leitete Schlosser mit einem dicken Bock die Niederlage ein: Sein Versuch, den Ball von der Außenlinie nach vorne zu schlagen, misslang. Denn der bei Bocholt zur Pause für den deutlich gelb-rot-gefährdeten Kelvin Lunga eingewechselte Winterzugang Raphael Assibey-Mensah bekam den Fuß dazwischen, völlig ungeplant kam der Ball so in ­Beecks Strafraum genau auf Bocholts dort eher zufällig stehenden Torjäger Malek Fakhro. Der umkurvte Keeper Ron Meyer und wurde von dem dann von den Beinen geholt – Elfmeter. Den verwandelte Fakhro selbst sicher.

Nach der 86. Minute durfte sich Assibey-Mensah endgültig als Mit-Matchwinner fühlen. Da traf er nach einem energischen Solo mit ein wenig Glück selbst zum 2:0. Sein wuchtiger Schuss klatschte an den Pfosten, sprang darauf Meyer an den Rücken, und von dem trudelte die Plastikkugel über die Linie.

Ohne großen Glanz gewann der Tabellenzweite damit 2:0 und blieb so dem punktgleichen Tabellenführer Alemannia Aachen ganz dicht auf den Fersen. Die Kartoffelkäfer gewannen auf dem Tivoli das Topspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen mit 3:1 – vor satten 22.700 Zuschauern.

Beeck kassierte dagegen die fünfte Pflichtspiel-Niederlage in Folge, konnte sich zumindest aber über überwiegend günstige Ergebnisse der direkten Konkurrenten freuen – der FC steht so weiterhin auf einem Nichtabstiegsplatz, hat zudem noch einige Nachholspiele in der Hinterhand. Bei dem am Mittwoch gegen den Tabellenfünften Fortuna Köln sind aber nun zwei Akteure gesperrt: Norman Post sah seine fünfte Gelbe Karte, Justin Hoffmanns bereits seine zehnte.

Erwartungsgemäß begann Beeck mit beiden Winterzugängen – also auch mit Stürmer Timo Bornemann, bis zum Saisonende von Nordost-Regionalligist Energie Cottbus ebenfalls ausgeliehen. Der bildete zusammen mit Shpend Hasani und Marc Kleefisch den Drei-Mann-Sturm. Fast schon obligatorisch verschlief Beeck die Anfangsphase, hatte Glück, dass Lunga nach einer Ecke freistehend per Kopf das Tor verfehlte (4.).

Danach arbeitete sich Beeck in die Partie aber ordentlich rein. Bocholt, immer wieder angetrieben in der Zentrale von Jan Holldack, hatte zwar deutlich mehr vom Spiel, doch zwingend wurde die Mannschaft so gut wie gar nicht – mit einer Ausnahme: Als Fakhro frei vor dem Gehäuse auftauchte, war Meyer rechtzeitig draußen, verhinderte den Rückstand (28.).

Im Unterschied zu weiten Passagen des Düsseldorf-Kicks hielt ­Beeck diesmal wieder mit der nötigen Aggressivität dagegen, warfen sich die Akteure in alle Schussversuche, stellten die Passwege zu. Ein Paradebeispiel war die Rettungstat von Kapitän Maurice Pluntke beim Schuss von Nicolas Hirschberger – der Ball wäre ansonsten wohl ins Tor gerauscht (40). „Was Willen und Einsatzbereitschaft angeht, kann ich meinen Jungs mal wieder keinen Vorwurf machen. Sie haben ihr Herz auf dem Platz gelassen, waren wieder geil aufs Verteidigen“, lobte Zeh.

Im Spiel nach vorne brachten die Kleeblätter freilich nicht viel Zählbares zustande. „Wir hatten unsere Umschaltmomente, doch leider ist der letzte Pass dann zumeist hängengeblieben“, bedauerte Zeh. Die große Ausnahme ereignete sich in der 34. Minute. Da schickte Sechser Sebastian Wilms seinen Stürmer Marc Kleefisch mit einem langen Diagonalball auf die Reise. Der setzte sich sehenswert gegen seinen Gegenspieler durch, strebte aus sehr spitzem Winkel dem Tor zu. Sein folgender kluger Rückpass erreichte Hasani, dessen Schuss von Bocholts Bogdan Shubin in Pluntke-Manier noch entschärft wurde – der Ball wäre ansonsten mit Sicherheit ins Tor gegangen. Es sollte freilich Beecks einzige Chance imgesamten Spiel bleiben.

Nach der Pause änderte sich nicht viel. Bocholt drückte, ohne Beecks sicher stehende Hintermannschaft vor größere Probleme zu stellen. Meyer parierte gegen Shubin – das blieb für lange Zeit Bocholts einzig nennenswerter Abschluss (48.). Immer wieder versuchte es der Gast über außen. „Wir mussten heute sehr viele Flanken wegverteidigen, doch das ist uns auch gut gelungen. Wir standen sicher und kompakt. Heute war doch wieder richtig Leben drin“, meinte Pluntke – und schob nach, was sehr häufig nach diesem Spiel im Waldstadion zu hören war: „Ohne den Elfmeter wäre es beim 0:0 geblieben.“ In diese Kerbe haute auch Meyer: „Nuancen entscheiden eben häufig. In der Hinrunde hatten wir einige Male das nötige Glück, in der Rückrunde bislang gar nicht.“

Bocholts Coach Dietmar Hirsch war erleichtert, dass sein Team nach drei sieglosen Punktspielen und dem Pokalaus in Baumberg wieder einen Dreier einfuhr: „Trotz des schwer zu bespielenden Platzes wollten wir spielerische Lösungen finden. Wir haben aber auch den Kampf angenommen und von der ersten Minute an gezeigt, dass wir das Team sind, das gewinnen will. Es war ein hochverdienter Sieg.“

Aufrufe: 011.2.2024, 22:30 Uhr
Mario EmondsAutor