2024-04-16T09:15:35.043Z

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Das U-23-Team des Bahlinger SC, hier mit Murat Öztürk (blaues Trikot) im Testspiel beim FC Emmendingen, steht vor einem Neuaufbau in der Landesliga. Eingeklinkt: Trainer Mohamed Ali Gasmi.
Das U-23-Team des Bahlinger SC, hier mit Murat Öztürk (blaues Trikot) im Testspiel beim FC Emmendingen, steht vor einem Neuaufbau in der Landesliga. Eingeklinkt: Trainer Mohamed Ali Gasmi. – Foto: Claus G. Stoll; Verein

„Eine sehr gute Erfahrung für die Mannschaft“

Die U-23-Mannschaft des Bahlinger SC steht vor dem Neuaufbau +++ Trainer Ali Gasmi über das Verbandsliga-Gastspiel und mit dem Blick auf die Landesliga-Saison

Lange Zeit zeigte der Weg des U-23-Teams des Bahlinger SC steil nach oben. Von der Bezirksliga gelang der Durchmarsch bis in die Verbandsliga, einzig durch die Corona-Jahre zeitlich verzögert. Doch damit war der Zenit erreicht, am Ende erreichten die Kaiserstühler den 14. Tabellenplatz und mussten nach einem Jahr wieder in die Landesliga zurück.

Dennoch möchte Mohamed Ali Gasmi, der 51-jährige Coach des Bahlinger Regionalliga-Unterbaus, das Gastspiel in der verbandshöchsten Staffel nicht missen: „Das war eine sehr gute Erfahrung für unsere Mannschaft.“

Die Ursachen für den Abstieg sind vielfältig, eine stellt Gasmi heraus: „Als ich die Mannschaft übernommen hatte, gab es keinen großen Unterschied zwischen Bezirksliga und Landesliga. Aber zwischen Landesliga und Verbandsliga besteht ein enormer Unterschied, was die Intensität angeht und was die Gegner angeht.“ Die meisten Verbandsliga-Mannschaften verfügten nicht nur über viel Talent, sondern auch über mehr Erfahrung und waren in der Breite besser bestückt. „Das war für unsere jungen Spieler eine zu große Herausforderung“, meint Gasmi.

Mit Unterstützung aus dem Regionalliga-Kader wurde in der Rückrunde versucht, den Klassenerhalt zu realisieren. Am Ende standen 32 Punkte auf der Habenseite – etwas zu wenig. „Wir haben oft nicht als Team agiert“, erinnert sich der Trainer. Die Verstärkungen zeichneten sich unbestreitbar durch hohe Qualität aus, aber durch die ständig wechselnden Aufstellungen mangelte es der U-23 an der nötigen Abstimmung.

„Der Abstieg ist kein Beinbruch“, versichert Ali Gasmi. „Die Verbandsliga war ein hohes Level. Nun gehen wir einen Schritt zurück und versuchen einen Neustart in der Landesliga.“ Dort haben die Bahlinger einen personellen Umbruch eingeleitet. Nur eine Handvoll Spieler verblieb aus dem vormaligen Verbandsliga-Kader; die fupa-Mannschaftsliste weist dafür 14 Neuzugänge für das U-23-Team – teils aus dem eigenen Nachwuchs, teils aus der Kaiserstühler Nachbarschaft, wie Maximilian Disch und Benedikt Hügel vom SV Endingen oder Dennis Thoma vom SC Wyhl. Nathan Mouly hat Erfahrungen in den Bundesliga-Jugendteams des SC Freiburg (U17) und des FC Augsburg (U19) sammeln können.

„Wir haben in der Breite einen großen Kader und wollen daraus ein Team formen“, sagt Gasmi. Im Auftaktspiel gegen Laufenburg (0:3) haben aber der Coach und sein Co-Trainer René Labusch erkannt, dass sie noch an einigen Stellschrauben drehen müssen. „Es gilt uns, im Training Stück für Stück zu verbessern, aber es braucht Zeit, bis sich die Mannschaft findet“, bittet Gasmi um Geduld. Zumal trotz der weiterhin guten Zusammenarbeit mit der Regionalliga-Mannschaft kaum mit kurzfristigen Verstärkungen von dort zu rechnen ist: „Die erste Mannschaft hat mit Liga und Pokal neun Spiele innerhalb eines Monats und braucht alle Spieler. Erst im September geht es im normalen Rhythmus weiter.“ Bis dahin sieht der Trainer seine Aufgabe vorrangig in der Weiterentwicklung der Spieler und darin, den Bahlinger Fans ansprechenden Fußball zu bieten.

Das Saisonziel ist schnell formuliert: Ligaverbleib. Ali Gasmi begründet dies: „Die Landesliga ist in diesem Jahr stark besetzt, viele Mannschaften sind schon seit Jahren eingespielt.“ Etwa der FSV Rheinfelden, der in den vorigen Runden stets eine gute Rolle einnahm und bei dem die Bahlinger am Samstag gastieren. Zum Saisonauftakt gingen die Hochrheiner allerdings beim Aufsteiger SV Mundingen mit 1:6 unter; für vier der Treffer zeichnete dabei der Ex-Bahlinger Lennart Bauer verantwortlich.

Von diesem Ergebnis will sich Mohamed Ali Gasmi indes nicht blenden lassen: „Rheinfelden hat traditionell sehr gute Einzelspieler und wird alles hineinwerfen. Das wird eine harte Nuss für uns. Unsere Mannschaft, die gegen Laufenburg einen Altersschnitt von unter 20 hatte, trifft nun auf eine weitere erfahrene Elf. Ich bin gespannt, wie die Jungs damit umgehen.“

Aufrufe: 018.8.2023, 08:30 Uhr
Jürg Schmidt (BZ)Autor