2024-03-01T12:31:23.136Z

Ligabericht
Nach dem 1:4 im Kellerduell bei der SV Grafenwöhr II zieht sich die Schlinge um den FC Kaltenbrunn (blau-weiss gestreiftes Trikot) immer mehr zu.
Nach dem 1:4 im Kellerduell bei der SV Grafenwöhr II zieht sich die Schlinge um den FC Kaltenbrunn (blau-weiss gestreiftes Trikot) immer mehr zu. – Foto: Dagmar Nachtigall

Ein Spieltag nach dem Geschmack des SC Eschenbach

Die schärfsten Verfolger lassen Federn, deshalb vergrößert der Spitzenreiter seinen Vorsprung auf nun schon neun Zähler

Anders als bei den meisten anderen Ligen unseres Spielkreises, konnte die Kreisklasse West am vergangenen Wochenende den Großteil der angesetzten Partien der Runde 18 austragen. So wurden fünf von sieben auf dem Plan stehenden Matches angepfiffen, dabei verliefen drei davon so recht nach dem Geschmack des souveränen Spitzenreiters SC Eschenbach (1./44). Selbst mit 3:1 gegen den VfB Mantel siegreich, patzten die schärfsten Verfolger und liessen Punkte liegen. So kam die SG DJK Seugast/Schlicht II (2./35) nach einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 gegen den SV Neusorg hinaus, der Tabellendritte aus Kemnath (3./32) zog gar mit 0:3 im Derby bei der DJK Ebnath den Kürzeren. Bei nun neun Zählern Vorsprung können die Scheidler-Männer die Adventszeit und das Weihnachtsfest mehr als besinnlich verbringen, auch wenn noch ein Nachholspiel am kommenden Wochenende in Kaltenbrunn auf dem Plan steht.

Wichtige Punkte im Kampf ums Dasein in der Liga ergatterte die SV Grafenwöhr II (12./18), die im "Kellergipfel" gegen den FC Kaltenbrunn (14./13) klar mit 4:1 die Oberhand behielt. Für die SVG liegt das "rettende Ufer" nun nur noch einen Zähler entfernt, während sich die Lage für den FCK am Tabellenende zunehmend dramatischer entwickelt.

Sechs Tore sahen die etwa 50 Besucher in dieser Partie, in der das Endergebnis nach offenem Schlagabtausch in Halbzeit 1 schon zur Pause feststand. Nach Wiederbeginn spielte dann eigentlich nur noch Immenreuth, schaffte es aber nicht, den "Lucky Punch" zu setzen.

Immenreuth startete konzentriert und ging durch Lukas Brunner nach 12 Minuten bereits in Führung. Aber die Gäste antworteten und boten auf dem gut bespielbaren Hartplatz bestens Paroli. Dennoch fiel der Ausgleich wie aus dem Nichts, ja vier Minuten danach gelang den Gästen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach sogar die Führung, ehe der SVI das Blatt mit zwei toll herausgespielten Toren wieder wendete. Damit war der Torreigen vor dem Seitenwechsel allerdings noch nicht beendet, schafften die Gäste doch nach einem Freistoß durch Bastian Beller im zweiten Anlauf den erneuten Gleichstand.

Zur Pause wechselte der Gastgeber zwei Mal, dabei kam der Trainerkollege von Markus Sebald, Dominik Kastner, in die Partie und musste in seinem letzten Spiel für den SV Immenreuth für den angeschlagenen Gabriel Scherm zwischen die Pfosten. Kastner zieht es beruflich bedingt nach Kanada, er wird für den SVI nun nicht mehr dem "Runden" nachjagen können. Nach Wiederanpfiff entwickelte sich fast eine Art "Einbahnstrassenfussball", denn die Gastgeber spielten fortan nur noch auf ein Tor. Der mögliche, verdiente Siegtreffer sollte für die Hausherren im Neulingsduell allerdings nicht mehr fallen, auch weil selbst beste Chancen reihenweise liegen gelassen wurden. Am Ende bedauerte man, den scheidenden Coach nicht mit einem Dreier verabschiedet zu haben. Dennoch blickt man in Immenreuth stolz auf das bisher Geleistete, denn nach dem Aufstieg hat man es geschafft, sich schnell in der Liga zu etablieren. Auf einem hervorragenden 4. Tabellenplatz geht man nun in die verdiente Winterpause und kann das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel mehr als entspannt begehen.

Tore: 1:0 Lukas Brunnner (12.), 1:1 Yannick Jungmann (21.), 1:2 Martin Kügler (25.), 2:2 Patrick Drechsler (35.), 2:3 Bastian Beller (37.), 3:3 Jan Brunnner (40.) - Schiedsrichter: Wolfgang Amtmann - Zuschauer: 50

Die DJK sitzt weiter im "Aufzug nach oben". Nach dem Derbysieg gegen den Tabellendritten aus Kemnath trennen das Team von Trainer Oliver Drechsler nur noch fünf Punkte von ihrem Gegner. Zum "Matchwinner" avancierte dabei Michal Precan, der tschechische Goalgetter erzielte alle drei Tore und verbesserte damit seine Torbilanz auf 10 Treffer. Hätte er noch weitere Chancen besser genutzt, darunter einen Strafstoß, wäre er in der Torjägerliste der Kreisklasse West noch weiter hochgeklettert. Da die DJK einen Lauf hat, hofft man nun, dass auch noch die Nachholpartie am Sonntag in Freihung stattfindet, denn dort will man die Erfolgsserie - es wäre dann der fünfte Sieg in Folge - fortsetzen und sich eine gute Ausgangsposition für die Restsaison schaffen. Die Gäste aus Kemnath waren bis zum Ebnather Führungstreffer eigentlich gut im Spiel und hatten einige Tormöglichkeiten. Unter dem Strich passten Wille und Kampf, am Ende fehlte einfach das Schussglück bei den "Schwarz-Weissen".

"Verdienter Sieg, auch in dieser Höhe, auch wenn Kemnath selbst zwei, drei gute Chancen hatte um ein Tor zu machen. Allerdings hatten auch wir neben den drei Treffern noch vier bis fünf sehr gute Möglichkeiten, haben ja auch noch einen Elfmeter verschossen. Ich bin ehrlich, das war das mit Abstand schwächste Spiel in unserer aktuellen Erfolgsserie, das ausgefallene Spiel in Freihung hat uns wahrscheinlich doch ein wenig aus dem Rhythmus gebracht. Am Ende sind wir froh, dass wir das Spiel durchgezogen haben, auch wenn der Platz natürlich schon gelitten hat. Jetzt geht´s hoffentlich nach Freihung, ein Dreier dort und wir können nach dem Winter vielleicht sogar vorne noch einmal angreifen. Und danach heisst es, erst einmal die Beine hochzulegen", so DJK-Übungsleiter Oliver Drechsler am Sonntagnachmittag.

"Das 3:0 am Ende klingt klarer als es war. Wir haben in der ersten Halbzeit ein paar gute Möglichkeiten zur Führung liegen gelassen. Bekommen dann einen richtig schönen Sonntagsschuss zum 0:1. In der zweiten Hälfte waren die Ebnather dann einfach zielstrebiger, nach einen Aufbaufehler fällt das 2:0. Da war der Deckel schon drauf. Meinen Jungs kann ich von Einstellung und Einsatz her keinen Vorwurf machen. Sie haben das reingeworfen, was aktuell möglich ist. Wenn das Spiel am Ende unentschieden ausgeht, wird sich keiner beschweren. Aber Ebnath hat sich den Dreier verdient, die DJK war einfach effektiver. Im Hinspiel waren wir die effektiven, heute Ebnath. Glückwunsch an die Drechsler-Männer, die sich richtig gut entwickelt haben", so Gästetrainer Marc Hemminger im Resümee.

Tore: 1:0, 2:0 und 3:0 Michael Precan (33./55./69.) - Schiedsrichter: Robert Stich - Zuschauer: 153

Eine Viertelstunde vor Schluss, nachdem die Heimelf auf 2:0 erhöht hatte, schien die Messe gelesen zu sein. Doch der SV Neusorg gab nicht auf, zeigte Moral und bewies ein weiteres Mal seine aktuell gute Verfassung. Die SG ging nach 58 Zeigerumdrehungen durch Liga-Torjäger David Smolak (nun 20 Saisontreffer) mit 1:0 in Führung und stellte in Person von Imed Magroun in der 74. Minute auf 2:0. Dann kam die Zeit des angeschlagenen und erst nach der Pause eingewechselten Rene Hupas: Vier Minuten nach dem zweiten einheimischen Tor erzielte er per Strafstoß den Anschlusstreffer, um dann - quasi mit dem Schlusspfiff - den mitgereisten SVN-Fans seinen 2:2-Ausgleichstreffer feiern zu lassen.

"Neusorg war der erwartet schwere Gegner und so war es von Anfang an eine kampfbetonte Partie auf schwer bespielbarem Boden. Am Ende der ersten Halbzeit wurde unser Spiel zielstrebiger und wir erspielten uns eine Anzahl an Torchancen, die wir leider wieder nicht verwerten konnten. Meine Mannschaft stand defensiv sicher und war geduldig. So belohnten wir uns nach einer guten Stunde mit der Führung und bauten diese 15 Minuten vor Schluss noch aus. Absolut verdient. Nach einem Elfmeter und einer Ecke in der 90. Minute gegen uns - die beiden einzigen Abschlüsse auf unser Tor - mussten wir dann noch zwei Gegentreffer hinnehmen. Sehr ärgerlich und absolut unnötig. Aber wenn du halt Torchancen so liegen lässt, wie wir und das Spiel nicht zumachst, darf man sich nicht wundern, wenn man noch bestraft wird", so ein am Ende enttäuschter SG-Coach Oliver Kreuzer.

"Meine Mannschaft hat sich super in das Spiel zurückgekämpft, wobei am Schluss dieser Punkt sicherlich ein wenig glücklich für uns ist. Großes Kompliment an Seugast, spielerisch war das für mich bisher der stärkste Gegner", sagte Neusorgs Trainer Matthias Müller.

Tore: 1:0 David Smolak (58.), 2:0 Imed Magroun (74.), 2:1 und 2:2 Rene Hupas (78./per Strafstoß/90.) - Schiedsrichter: Jürgen Meißner - Zuschauer: 80

Pflichtaufgabe erfüllt, Ligaprimus SC Eschenbach gewann auch sein letztes Heimspiel im Kalenderjahr und hat nun einen schon mehr als komfortablen Vorsprung gegenüber dem Zweitplatzierten SG DJK Seugast/Schlicht II. In diese Partie starteten die Gäste am Sonntag besser und hatten bei einem Lattenkopfball Pech. Auch die nächste gute Möglichkeit gehörte dem Kreisligaabsteiger, ehe der Tabellenführer im Gegenzug den ersten Treffer durch Reinhold Quast markierte. Danach wäre es schwer gewesen gegen den SC, der nicht umsonst an der Spitze liege, sagte Mantels Trainer Philipp Siegert nach dem Match. Für das 2:0 in der 68. Minute zeichnete Spielertrainer Benny Scheidler höchstpersönlich verantwortlich, danach kamen die Gäste durch Hennig Behrend noch einmal heran. Die Hoffnungen der Gäste nun auf vielleicht einen Punkt ließ Reinhold Quast nur wenig später allerdings wie eine Seifenblase zerplatzen, per Strafstoß stellte er den alten Abstand wieder her. Am Ende zeigte sich Gästetrainer Siegert mit dem Kampfgeist der Seinen zufrieden, gefehlt habe etwas das Spielglück, so Siegert, der zudem ergänzte, dass man nun nach der Winterpause gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion unbedingt punkten müsse.

Tore: 1:0 Reinhold Quast (30.), 2:0 Benjamin Scheidler (68.), 2:1 Henning Behrend (75.), 3:1 Reinhold Quast (78./Strafstoß) - Schiedsrichter: Josef Scheck - Zuschauer: 75

Am Ende eine klare Sache wurde dieses Abstiegsduell für die Garnisonsstädter. Nach der üblichen "Beschnupperungsphase", in der die Gäste noch leichte Vorteile verzeichneten, bekam die Heimelf immer besser Zugriff und ging folgerichtig durch einen Treffer von Marcello Siemski in Führung (31).

Nach Wiederbeginn übernahmen die Gastgeber deutlich die Spielführung und stellten durch Luis Cibis (52.) und Alexander Kasper (55.) auf ein schon vorentscheidendes 3:0, ehe die Gäste durch einen verwandelten Strafstoß von Lukas Oheim noch einmal heran kamen. Stefan Seidlers 4:1 (84.) legte schließlich den Deckel auf den dritten Saisonheimsieg der Bezirksligareserve, die auf dem Relegationsplatz rangierend den Kontakt zu den gesicherten Plätzen hergestellt hat. Für die Gäste hingegen wird die Situation immer prekärer. Sechs Punkte Abstand zum rettenden Ufer sind es nun schon für den FC, dessen Coach Christian Malek enttäuscht war über den Auftritt bei solch einer wichtigen Partie. Zwanzig Minuten Fußballspielen würden halt nicht reichen, um ein Spiel zu gewinnen, so der Kaltenbrunner Chefanweiser.

Tore: 1:0 Marcello Siemski (31.), 2:0 Luis Cibis (52.), 3:0 Alexander Kasper (55.), 3:1 Lukas Oheim (58./Strafstoß), 4:1 Stefan Seidler (84.) - Schiedsrichter: Wilhelm Hirsch - Zuschauer: 80 - Zeitstrafe für Tobias Witzel (Kaltenbrunn/75.)

Aufrufe: 021.11.2023, 09:30 Uhr
Werner SchaupertAutor