2024-07-11T13:55:35.092Z

Transfers
Der Grafenwöhrer Kapitän Johannes Renner (am Ball) ist einer von drei mit höherklassiger Erfahrung ausgestatteter Neuzugängen, die aus der Garnisonsstadt zur SpVgg Trabitz wechseln.
Der Grafenwöhrer Kapitän Johannes Renner (am Ball) ist einer von drei mit höherklassiger Erfahrung ausgestatteter Neuzugängen, die aus der Garnisonsstadt zur SpVgg Trabitz wechseln. – Foto: Redaktion Schwandorf

Trabitz: Demütig sein trotz namhafter Neuzugänge

Trotz einiger Verstärkungen genießt beim Kreisklassen-Newcomer das frühzeitige Sichern des Klassenerhalts zunächst oberste Priorität

Nach unendlich langer Zeit in den Niederungen der A-Klasse holte sich die SpVgg Trabitz die Meisterschaft in der A-Klasse West und spielt damit in der am Wochenende 20./21. Juli beginnenden Saison 2024/25 in der Kreisklasse. Die Bilanz nach der abgelaufenen Spielzeit konnte sich sehen lassen, kam die SpVgg doch auf 18 Siege, trennte sich fünf Mal Unentschieden und kassierte nur eine Niederlage in 24 Spielen. Im Zweikampf mit dem härtesten Verfolger SV Wildenreuth ging die Baier-Truppe am Ende mit drei Punkten Vorsprung durch's Ziel.

Blicken wir zurück: Schon der überragende Saisonstart mit gleich acht siegreichen Spielen hintereinander – das dann folgende 2:3 in Wildenreuth sollte die einzige Einbuße bleiben – stärkte bei den Trabitzern das Bewusstsein, dass in der Saison 2023/24 einiges möglich sein könnte. Coach Thomas Baier, zuvor beim SC Schwarzenbach, bei der U19 der JFG Haidenaabtal, beim TSV Reuth und bei der SV Grafenwöhr auf der Kommandobrücke, kam vor drei Jahren nach Trabitz, um ein Projekt zu starten, welches jetzt mit dem Aufstieg erfolgreich abgeschlossen wurde. „Wir hatten zu Beginn der Saison unser Ziel recht hoch gesteckt, mit dem Ziel Aufstieg. Dass es dann gleich die Meisterschaft wird, kann nur mit einem Wort bewertet werden: Überragend. Dabei wurde uns nichts geschenkt. Der SV Wildenreuth hat mit seiner Serie neun erfolgreicher Spiele in Folge das Ganze natürlich für uns sehr schwer gemacht. Und schließlich mussten wir ja unsere Spitzenposition in den finalen drei Partien, als es gegen den Zweiten, Dritten und Tabellenvierten ging, verteidigen, das war auch nicht ganz ohne“, so der Trabitzer Meistertrainer im Gespräch mit FuPa.

Noch im Freudentaumel unmittelbar nach dem Erreichen der Meisterschaft nach einem konkreten Ziel für die kommende Saison in der Kreisklasse gefragt, wollte sich Baier nicht festlegen. Man müsse erst schauen, was in diesem Transferfenster alles passiert, so der Übungsleiter, sicher wäre, dass der ein oder andere Spieler die SpVgg verlassen und auch der ein oder andere dazustoßen würde. Dass man sich bemühen würde, eine schlagkräftige Truppe aufstellen, das wäre klar.

Während der zurückliegenden Wochen entstanden nun Gerüchte. So machte es bei Relegationsspielen im Fußballkreis Amberg/Weiden bei vielen Zuschauern die Runde, dass sich die SpVgg im großem Maße bei der SV Grafenwöhr bedienen würde und viele – zum Teil hochkarätige – Akteure zum Aufsteiger in die Kreisklasse wechseln würden. Die Spanne reichte dabei von einem halben Dutzend bis zu einer kompletten Mannschaft. Die Realität dagegen sieht anders aus, denn gerade einmal drei, allerdings namhafte und bezirksligaerfahrene Spieler der Garnisonsstädter, werden sich in der kommenden Saison das Trabitzer Trikot überstreifen. Neben dem langjährigen Leistungsträger und SV-Kapitän Johannes Renner (34) kommen auch Torwart René Wächter (34) und Maximilian Dippl (37) zum Liganeuling. Letztgenannter wirkte in der abgelaufenen Saison nur noch in der zweiten Mannschaft, die ja bekanntlich als Tabellenvorletzter der Kreisklasse West in die A-Klasse absteigen musste. Zugute kam der SpVgg dabei die Tatsache, dass Trainer Thomas Baier ja ein Grafenwöhrer ist.

Ein Blick auf den Meisterkader im Hinblick auf die kommende Saison verrät, dass eine ganze Reihe, zum Teil gestandener Spieler künftig nicht mehr zur Verfügung stehen. So wechselt Christoph Schedl zum Neu-Kreisligisten SC Eschenbach, die Gebrüder Baris und Remzi Bozkurt gehen nach einer Spielzeit wieder zurück zum SVSW Kemnath, der Amerikaner Shaday Ottey kehrt in die USA zurück. Sein Landsmann Jamoy Hall verlässt den Verein mit unbekanntem Ziel, so wie auch der Rumäne Sabin Babeanu. Schließlich verschlägt es Michael Albano nach Wiesbaden und der US-Angreifer Stuart Niedermayer wird in Zukunft das Trikot des Ligarivalen SG DJK Seugast/Schlicht II tragen.

So war man alleine deshalb schon gezwungen, den Kader entsprechend wieder aufzufüllen. Neben dem Trio aus Grafenwöhr und Vaclav Neudert aus Tschechien kann man auch Rückkehrer Manuel Stemmer (zuletzt FC Dießfurt) als Neuzugang vermelden. Weitere neue Gesichter sind Samuel Hauer (TSV Pressath), sowie Jonathan Bock, Leonard Achtzehn und Mike Rümpelein, die allesamt aus der eigenen Talentschmiede stammen. Ob noch der ein oder andere Spieler dazukommt, ist offen. Der Kader sollte jedoch schon jetzt die Qualität und Stärke haben, um das „Abenteuer Kreisklasse“ anzugehen.

Bei der Formulierung des Saisonziels bleibt in der Führungsetage der SpVgg bescheiden, der Klassenerhalt genieße oberste Priorität, so Vereinschef Martin Pepiuk zu den Oberpfalz Medien. Viel wichtiger als der sportliche Erfolg der ersten Mannschaft sei die Entwicklung des Gesamtvereins. Die SpVgg sei gerade dabei, mehr Breiten- und Seniorensport anzubieten und die Nachwuchsarbeit im Fußball wieder neu auf die Beine zu stellen, damit Kinder und Jugendliche in Trabitz wieder die Möglichkeit hätten, hier im Verein vor Ort Fußball zu spielen. Schon alleine deshalb seien die jüngsten, aus der Luft gegriffenen Gerüchte, die SpVgg würde viel Geld in die Hand nehmen und bei anderen Vereinen zugreifen, geradezu kontraproduktiv.

Wohlwissend, wie sein Kader zum Vorbereitungsstart nun aussehen wird, konzentriert sich SpVgg-Chefanweiser Thomas Baier natürlich nur auf die Ziele, die die Seinen eine Etage höher verfolgen. „Mit jedem Aufstieg ist natürlich ein bisschen Demut dabei. Wir wollen die neuen Spieler integrieren, aber natürlich auch so früh wie möglich den Ligaerhalt festmachen. Dann schauen wir, was passiert“, betont Baier.

Aufrufe: 014.6.2024, 07:00 Uhr
Werner SchaupertAutor