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Stefan Lex: Der Löwen-Kapitän erwischte in Aue einen Sahnetag, er lieferte zwei Tore und eine Vorlage.
Stefan Lex: Der Löwen-Kapitän erwischte in Aue einen Sahnetag, er lieferte zwei Tore und eine Vorlage. – Foto: Imago/Eibner-Pressefoto/Bert Harzer

„Das gibt uns den Glauben zurück“: Große Emotionen beim TSV 1860 – Ex-Löwe Burger tobt

Stimmen zum Sieg in Aue

Endlich! Der TSV 1860 München gewinnt ein Fußballspiel. Kapitän Lex spricht über Selbstzweifel, Trainer Jacobacci platzt vor Stolz, Ex-Löwe Burger ist sauer.

Aue/München – Die fast zweimonatige Leidenszeit ist vorbei! Der TSV 1860 gewinnt ein Drittligaspiel. Beim FC Erzgebirge Aue zeigen die Löwen von Beginn an, dass sie den Sieg wollen. Am Ende müssen sie zwar noch einmal kurz zittern, gewinnen aber letztlich verdient mit 3:1. Nach dem Spiel lassen sich die Profis von den mitgereisten Fans feiern. Die Stimmen zum Spiel.

Maurizio Jacobacci (Trainer TSV 1860 München) über ...

… die feiernde Mannschaft mit den Fans: „Es ist fantastisch. Vor allem die Art und Weise, wie wir heute hier in Aue gespielt haben, gegen doch eine Mannschaft, die in zehn Spielen 22 Punkte geholt hat. Wir haben gegen einen sehr guten Gegner gespielt, das darf man nicht vergessen. Aber ich glaube, heute hat meine Mannschaft eine tolle, tolle Leistung gezeigt. Und ich bin enorm stolz auf diese Mannschaft.“

… den Unterschied zu den vorherigen Wochen: „Ganz einfach, wir wollten das Spiel so gestalten, wie zu Hause. Wir wollten offensiv agieren, wir wollten den Gegner unter Druck setzen, ihn bekämpfen. Aber auch dann, wenn wir den Ball hatten, nach vorne spielen. Und ich glaube, die Tore, die wir herausgespielt haben, waren fantastisch. Wir hätten in der Pause schon viel mehr Tore erzielt haben sollen. Mit dem dritten Tor war das Spiel dann eigentlich gelaufen. Wir haben das Spiel dann gut kontrolliert.“

… die Lehren aus diesem Sieg: „Mann muss nicht nur an sich selbst glauben, sondern auch als Team auftreten. Das hat die Mannschaft heute verstanden und das hat sie auch in den Spielen zuvor gezeigt.“

Korbinian Burger (Erzgebirge Aue, Ex-Löwe) über ...

… seine Gefühle nach der Niederlage: „Extrem beschissen fühlt sich die an. Wir haben uns ganz was anderes vorgenommen, gerade nach den letzten Wochen. Da kann uns so ein Auftritt wie in der ersten Halbzeit wirklich nicht passieren. Man sagt immer, im Erfolg macht man die meisten Fehler. Genauso war es auch. Wir haben uns versteckt, das war von jedem zu wenig. Das war gar nix heute.“

… die Reaktion auf die Pleite: „In allen Belangen war es zu wenig, zu schlecht. Da müssen wir schauen, dass wir schleunigst wieder von ganz hinten anfangen. Die einfachen Sachen auf den Platz bringen. Kämpfen! Was die Fans sehen wollen. Und dann darf man auch Fehler machen, aber dass wir einfach nicht den Mut haben, das geht einfach nicht.“

Pavel Dotchev (Trainer Erzgebirge Aue) über ...

... die Probleme seiner Mannschaft: „Ich habe heute einige Sachen vermisst. Zum einen waren wir überrascht, wie 1860 heute hier aufgetreten ist. Sie waren sehr kompakt, sie haben uns das Leben sehr schwer gemacht. Sie waren schneller, auch auf die zweiten Bälle. Da waren einige Sachen, die bei uns nicht gepasst haben. Das liegt nicht nur an uns, auch an einem starken Gegner natürlich. Was mich am meisten ärgert, sind die zwei ersten Gegentore. Einwurf, und dann die komplette Defensive ausgespielt, das ist zu naiv. Das ist einfach katastrophal, wie wir uns bei den Einwürfen verhalten haben.“

Stefan Lex (TSV 1860 München) über ...

… Spaß am Spiel: „Es hat wirklich Spaß gemacht. Wir sind zum Aufwärmen rausgekommen und der Block war schon voll. Ich bin einfach froh, dass wir wieder gewonnen haben. Wir haben als Mannschaft nicht immer so schlecht gespielt, haben aber trotzdem schon auch zurecht viel auf die Fresse gekriegt. Weil wir echt nicht die Ergebnisse erzielt haben. Heute haben wir es endlich mal wieder über die Zeit gebracht. Wir haben uns für den Aufwand belohnt, den wir in den letzten Wochen betrieben haben. Und wir haben auch die Fans belohnt, die heute da waren.“

… den Unterschied zu den vergangenen Spielen: „Ich glaube, dass wir auch schon am Dienstag einen Schritt nach vorne gemacht haben, wie im Spiel davor. Wir haben uns jetzt einfach Schritt für Schritt wieder zu dem hingearbeitet, wo wir hinwollen. Es war heute ein Anfang, endlich mal wieder ein Spiel gewonnen zu haben. Jetzt müssen wir das Positive daraus mitnehmen.“

… sein Tor zum 1:0: „Ich glaube, wir sind richtig gut reingekommen, waren von Anfang an druckvoll. Ist natürlich kein leichtes Auswärtsspiel hier in Aue, das muss man schon sagen. Wir haben gewusst, wir müssen unsere Leistung auf den Platz bringen. Und das von Anfang an, damit wir gegen die Kulisse ankommen. Das ist uns gelungen und ein frühes Tor gibt dem ganzen noch mehr Sicherheit.“

… seinen Sahnetag (zwei Tore, eine Vorlage): „Ich hätte aber noch ein drittes Tor machen müssen. Das war eigentlich der einfachste von allen, als ich alleine aufs Tor zugelaufen bin. Am Ende zählt, dass wir gewonnen haben.“

… die Emotionen nach dem Sieg: „Das gibt uns einfach wieder den Glauben zurück. Wenn du zweimal 2:0 vorne bist und die Spiele immer noch nicht gewinnst, dann zweifelst du an dem Ganzen. Wir haben uns Stück für Stück dahin gearbeitet. Heute waren wir 3:0 vorne und haben das dann über die Zeit gebracht. Auch, wenn du nach dem 3:1 auf der Bank wieder ein bisschen zum Überlegen anfängst. Aber das haben wir uns verdient, das hat sich die Mannschaft heute verdient. Und auch die Fans, die uns Woche für Woche überall nachgefahren sind und wir nichts mitgenommen haben. Von daher freut es mich für uns als Mannschaft und auch für die Fans.“ (moe)

Aufrufe: 018.3.2023, 17:15 Uhr
Moritz BletzingerAutor