Trainer Bekim Kastrati bleibt nach der Niederlage positiv.
Trainer Bekim Kastrati bleibt nach der Niederlage positiv. – Foto: Sascha Köppen

Das Aus für Titelverteidiger SV Straelen

Der Regionalligist verliert in der zweiten Runde des Niederrheinpokals das Heimspiel gegen den Ligarivalen 1. FC Bocholt mit 2:3. Doch der Auftritt des Teams macht Trainer Bekim Kastrati Mut für den schweren Abstiegskampf.

Der Titelverteidiger ist aus dem Rennen. Der SV Straelen, der sich in der vergangenen Saison durch einen 1:0-Erfolg im Finale gegen den Wuppertaler SV den Niederrheinpokal gesichert hatte, ist im laufenden Wettbewerb in der zweiten Runde ausgeschieden.

Die Mannschaft von Trainer Bekim Kastrati verlor am Mittwochabend vor knapp 400 Zuschauern im Stadion an der Römerstraße das Duell zweier Regionalligisten gegen den 1. FC Bocholt mit 2:3 (1:3). Die Partie kann aber durchaus als Mutmacher für den schweren Abstiegskampf in Liga vier dienen, auf den sich der SV Straelen jetzt voll und ganz konzentrieren kann. Denn das Team zeigte Moral, nachdem es in der ersten Halbzeit innerhalb von nur elf Minuten mit 0:3 in Rückstand geraten war.

Straelen zeigt Charakter

So sah es auch der Coach, der vor wenigen Tagen die Aufgabe übernommen hat, den SV Straelen vom letzten Platz noch ans rettende Ufer der Regionalliga zu führen. „Nach dem dritten Gegentor hätte doch jeder gedacht, dass die Mannschaft jetzt auseinanderbricht. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Wir haben nie aufgegeben, in der zweiten Halbzeit ständig nach vorne gespielt. Deshalb hätten wir es verdient gehabt, das 3:3 zu erzielen und in die Verlängerung zu kommen“, sagte Bekim Kastrati.

Möglichkeiten dazu waren gerade in der Schlussphase vorhanden, als der SV Straelen nur noch auf Offensive setzte. Trainer Bekim Kastrati hatte schon nach gut einer Stunde das Signal dazu gegeben, als er für Innenverteidiger Hassine Refai in Serhat Koruk einen weiteren Stürmer in die Partie gebracht hatte. Doch erst nutzte Joep Munsters aus aussichtsreicher Position die Gelegenheit nicht, sein Team in die Verlängerung zu bringen. Und dann vergab Francis Ubabuike in der 90. Minute die beste Chance, den SV Straelen wenigstens für 30 weitere Minuten im Wettbewerb zu halten. Am Ende eilte sogar Keeper Kevin Kratzsch mit nach vorne – doch der Treffer, den der Titelverteidiger so dringend benötigte, wollte nicht mehr fallen.

Aus Fehlern lernen

Das Aus in Runde zwei kam nicht nur allein deshalb, weil der SV Straelen am Ende gute Gelegenheiten nicht zu nutzen gewusst hatte. Weitaus schwerwiegender war, dass die Mannschaft in Hälfte eins die Arbeit in der Defensive nicht mit der nötigen Konsequenz betrieben hatte. Das brachte sie entscheidend ins Hintertreffen. Das Bocholter Führungstor durch Mergim Fejzullahu (14.) hatte Linksverteidiger Toshiaki Miyamoto ermöglicht, weil er auf der Außenbahn nicht energisch genug in einen Zweikampf gegangen war. Auch beim 0:3 durch Marvin Lorch (25.) war die Straelener Abteilung Toreverhinderung nicht auf der Höhe des Geschehens. Pech war zudem, dass Stürmer Kenan Dünnwald-Turan nach einer Bocholter Ecke der Ball unglücklich an den Arm gesprungen war - Marc Beckert (20.) nutzte den fälligen Elfmeter zum zweiten Bocholter Tor.

Der deutliche Rückstand warf den SV Straelen aber nicht aus der Bahn. „Und dies ist in der Situation, in der wir uns befinden, sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Deshalb können wir auf dieser Leistung aufbauen“, sagte Kastrati. Kenan Dünnwald-Turan (29.) ließ mit seinem Treffer zum 1:3 die Hoffnung aufkeimen, dass die Partie noch nicht gelaufen sei. Nach der Pause hatte der SV Straelen klar mehr vom Spiel. Dass es noch einmal richtig spannend wurde, war nicht nur dem Anschlusstor von Serhat Koruk (81.) zu verdanken, sondern auch der Tatsache, dass der 1. FC Bocholt einige gute Konterchancen fahrlässig vergeben hatte.

Aufrufe: 022.9.2022, 20:00 Uhr
Joachim SchwenkAutor