2026-04-10T07:15:08.667Z

Allgemeines

Bocholt-Präsident kritisiert MSV-Trainer Hirsch für Aussagen

Nach dem Niederrheinpokal-Halbfinale platzt MSV-Duisburg-Trainer Diemtar Hirsch der Kragen, weil Fans des 1. FC Bocholt seine Frau mit Bier übergossen haben sollen. Nach seinem emotionalen Auftritt auf der Pressekonferenz widerspricht ihm nun mitunter Bocholt-Präsident Ludger Triphaus.

von André Nückel & Marcel Eichholz · 30.03.2026, 14:09 Uhr · 0 Leser
Dietmar Hirsch im Fokus.
Dietmar Hirsch im Fokus. – Foto: Markus Verwimp

Sportlich ist das Niederrheinpokal-Halbfinale vom vergangenen Samstag zwischen dem 1. FC Bocholt und dem MSV Duisburg in den Hintergrund gerückt - leider. Die Mannschaften lieferten sich einen denkbar spannenden Kampf, doch nach der Partie stand ein unschöner Vorfall im Vordergrund: Die Frau von MSV-Trainer Dietmar Hirsch soll während der Partie von Bocholt-Fans mit Bier übergossen worden sein. Dem Ex-Coach des FCB platzte deshalb auf der Pressekonferenz der Kragen. Nun meldet sich Ludger Triphaus, Präsident des 1. FC Bocholt, zu Wort und widerspricht Hirsch mitunter entschieden.

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Dietmar Hirsch: "Grenze wurde überschritten"

Hirsch arbeitete auf der Pressekonferenz den sportlichen Teil mit wenigen Sätzen ab - und holte dann tief Luft. "Ohne irgendwem nahetreten zu wollen glaube ich, dass ich als Trainer hier in den vergangenen Jahren die erfolgreichste Zeit hatte. Mit meinem Co-Trainer und der dazugehörigen Mannschaft haben wir unglaublich viel geleistet. Ich glaube ganz fest, dass wir durch diese Erfolge und die ganze Arbeit drumherum, ein wenig Respekt verdient haben", leitete der 54-Jährige ein.

"Ich habe es nach dem Spiel in der Regionalliga hier bewusst nicht gesagt, aber was damals und auch heute wieder an Worten von den Rängen gekommen ist, auch von Leuten, die dir sonst auf die Schultern geklopft haben, da sollten sich einige gewaltig hinterfragen", führte er weiter aus. Was ihn aber am meisten ärgerte, waren die Attacken auf seine Familie. "Meine Frau saß auf der Tribüne und hat sich natürlich am Ende auch gefreut, dass wir gewonnen haben. Dass sie dann mit Bier beschmissen und meine Familie angegangen wird, da ist für mich die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Meine erwachsenen Kinder weinen, weil ihre Mutter mit Bier überschüttet wird. Gerade bei unserer Vergangenheit hier in Bocholt, ist da für mich eine Grenze überschritten und mit Dankbarkeit hat das nichts zu tun", unterstrich Hirsch.

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Mit dem 1. FC Bocholt verpasste Dietmar Hirsch 2024 knapp den Aufstieg in die 3. Liga, den er mit dem MSV 2025 realisierte. Aktuell kämpft der Ex-Profi mit seiner Mannschaft sogar um den Durchmarsch in die 2. Bundesliga.

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1. FC Bocholt untersucht Vorfall - Kritik an Hirsch-Aussagen von Triphaus

Bocholts Pressesprecher Benjamin Kappelhoff entschuldigte sich im Namen des Vereins und kündigte eine interne Aufarbeitung der Ereignisse auf. Beim Online-Portal "Made in Bocholt" hat sich Präsident Triphaus zum Vorfall geäußert und erklärt, dass "die Sachlage noch nicht abschließend geklärt" sei: „Die Berichte über mögliche Vorfälle im Umfeld des Spiels – insbesondere im Zusammenhang mit der Familie von Dietmar Hirsch – nehmen wir sehr ernst. Sollte es hier zu persönlichen Angriffen gekommen sein, verurteilen wir das ausdrücklich."

Allerdings teilt der Vereinschef des Viertligisten nicht alle Ansichten seines Ex-Trainers. Laut Triphaus sei eine Pauschalisierung des 1. FC Bocholt nicht angemessen, vielmehr lässt das Statement durchklingen, dass sich Triphaus etwas mehr Demut von Hirsch gewünscht hätte: „Die pauschale Darstellung unseres Vereins als respektlos oder undankbar kann ich so nicht stehen lassen. Das entspricht nicht unserem Selbstverständnis. Der 1. FC Bocholt lebt darüber hinaus von der Arbeit vieler engagierter Menschen. Entwicklungen im Verein – sei es infrastrukturell oder sportlich – sind immer Gemeinschaftsleistungen und lassen sich nicht auf einzelne Personen reduzieren.“

Zur Einordnung der Geschehnisse muss aber auch die Ausgangslage der Pressekonferenz beachtet werden: Hirsch war emotional geladen, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, dürfte kaum zur Aufklärung und Entschärfung der Situation beitragen. Einen Punkt hat der Erfolgscoach des MSV Duisburg aber in jedem Fall: Seit seinem Abgang herrscht noch keine Konstanz auf der Trainerbank des 1. FC Bocholt - auf ihn folgten Björn Mehnert, Sunay Acar, vermehrt Sportdirektor Christopher Schorch, seit Januar hat René Lewejohann das Sagen an der Seitenlinie.

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