2026-01-14T07:55:46.445Z

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Sinnbildlich: 1860-Topscorer Sigurd Haugen wird nach seinem Kieferbruch in Ingolstadt vom Platz begleitet. Die Löwen dürfen in der Rückrunde durchaus noch nach oben schielen, haben aber vorm Auftakt gegen Essen massive Verletzungssorgen.
Sinnbildlich: 1860-Topscorer Sigurd Haugen wird nach seinem Kieferbruch in Ingolstadt vom Platz begleitet. Die Löwen dürfen in der Rückrunde durchaus noch nach oben schielen, haben aber vorm Auftakt gegen Essen massive Verletzungssorgen. – Foto: Roland Schäfer | #inkogni

Aussichten, Chancen: Die bayerischen Drittligisten vorm Restart

Die Lage beim TSV 1860 München, SSV Jahn Regensburg, FC Ingolstadt und Schweinfurt 05 vorm Rückrundenauftakt

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Die 3. Liga startet am kommenden Wochenende in die Rückrunde. Aus bayerischer Sicht gibt`s gleich einen Knallerauftakt: Der SSV Jahn Regensburg empfängt am Freitagabend den FC Ingolstadt 04 zum Donauderby und tags darauf wird es auf Giesings Höhen für den TSV 1860 München ernst. Die Löwen bekommen es im wegweisenden Verfolgerduell mit Rot-Weiß Essen zu tun. Am Sonntag genießt dann der 1. FC Schweinfurt 05 Heimrecht gegen Viktoria Köln. Vor dem Restart werfen wir einen Blick auf die Situation bei den vier bayerischen Drittligisten:

TSV 1860 München (Platz 8, 30 Punkte)
Können die Löwen in der Rückrunde nochmal in den Aufstiegskampf eingreifen? Das ist die entscheidende Frage an der Grünwalder Straße. Coach Markus Kauczinski hat die Sechziger wieder in die Spur gebracht, kurz vor Weihnachten ließ der TSV aber mal wieder eine große Chance liegen und verlor das abschließende Heimspiel gegen Verl mit 0:2. Trotzdem: In der engen Liga ist Platz eins nur sechs Punkte weg, auf den Aufstiegs-Relegationsplatz drei fehlen nur vier Zähler. Alles noch drin also in der zweiten Saisonhälfte.

In einem einwöchigen Trainingslager in der Türkei hat Kauczinski mit seiner Mannschaft am Feinschliff gearbeitet. Der 4:1-Testspielsieg gegen den Schweizer Erstligisten FC Winterthur rundete das gelungene Trainingscamp ab und stimmt optimistisch für den Start am Samstag.



Was allerdings große Sorgen macht: Die äußerst lange Ausfallliste! Einige Schlüsselspieler sind außen vor. Beispielsweise fehlt Topscorer Sigurd Haugen nach seinem Kieferbruch aus dem Spiel in Ingolstadt (13.12.) noch bis auf Weiteres. Bei Kapitän und Anführer Jesper Verlaat war die Hoffnung groß, dass er im neuen Jahr auf den Platz zurückkehrt. Doch dann der Rückschlag im Trainingslager. Wie lange er ausfallen wird, ist noch unklar, gegen Essen ist er aber sicher nicht dabei. Mit Tunay Deniz (Kreuzbandriss) fehlt der kreative Taktgeber langfristig. Florian Niederlechner musste verletzungsbedingt das Trainingslager sausen lassen und laboriert weiter an muskulären Problemen. Ein schwerer Rückschlag für den 35-Jährigen. Auch Toptalent Sean Dulic muss derzeit passen. Keine guten Aussichten für den Restart...



Dabei wird das Auftaktprogramm mit Duellen gegen die direkte Konkurrenz aus Essen und Osnabrück wird für die Löwen gleich vorentscheidend sein.

Mit Sascha Hingerl (li.) hat sich der SSV Jahn in der Winterpause einen der stärksten Mittelfeldspieler der Regionalliga Bayern geangelt. Der 26-Jährige ist durchaus eine Startelf-Option fürs Auftaktderby gegen Ingolstadt.
Mit Sascha Hingerl (li.) hat sich der SSV Jahn in der Winterpause einen der stärksten Mittelfeldspieler der Regionalliga Bayern geangelt. Der 26-Jährige ist durchaus eine Startelf-Option fürs Auftaktderby gegen Ingolstadt. – Foto: Melanie + Wolfgang Zink

SSV Jahn Regensburg (Platz 13, 24 Punkte)
Der Jahn konnte in einer bislang sehr durchwachsenen Saison kurz vor der Weihnachtspause noch einmal Pluspunkte sammeln, gewann das Heimspiel gegen den Waldhof aus Mannheim mit 3:0 und erkämpfte sich zum Abschluss 2025 nach 0:2-Rückstand bei Tabellenführer Cottbus noch ein beachtliches 2:2-Unentschieden. In der kurzen Vorbereitung überzeugten die Oberpfälzer mit zwei Testspielsiegen gegen den österreichischen Bundesligisten WSG Tirol (2:0) und beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth (2:0). Die dabei gezeigte defensive Stabilität gibt Hoffnung.

Mit John Xaver Posselt (TSV Havelse), Sascha Hingerl (TSV Buchbach) und Torhüter Leon-Oumar Wechsel (GKS Tichy) konnten die Rot-Weißen gleich drei Neuzugänge an Land ziehen. Für Unruhe im Umfeld sorgt dieser Tage der abrupte Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Oliver Hein. Der 36-Jährige hat sein Amt nach nur einem Jahr wieder niedergelegt. Dennoch: Der Jahn dürfte sich in der zweiten Saisonhälfte stabilisieren und den Klassenerhalt ohne Probleme schaffen!

Sabrina Wittmann und die Ingolstädter wollen so schnell wie möglich unten raus.
Sabrina Wittmann und die Ingolstädter wollen so schnell wie möglich unten raus. – Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibner

FC Ingolstadt (Platz 14, 22 Punkte)
Für die Schanzer ist die bisherige Saison ein Auf und Ab. In den letzten drei Partien vor der Winterpause gelang dem FCI kein Sieg mehr, was die Nord-Oberbayern wieder an den Rand der gefährlichen Zone manövriert hat. Kurz vor der Winterpause gab der Verein überraschend die Trennung von Sportdirektor Ivo Grlic bekannt. Ein Indiz dafür, dass der Wind nun rauer weht an der Donau?


Mehr Konstanz reinbringen, so lautet das Credo der Ingolstädter in der zweiten Saisonhälfte. Mithelfen soll dabei auch Neuzugang Georgios Antzoulas. Der 25-jährige Grieche ist vom finnischen Erstligisten HJK Helsinki gekommen. In der Vorbereitung war der FCI spürbar um gute Laune bemüht. Viel Auftrieb dürften der Truppe um Cheftrainerin Sabrina Wittmann die Ergebnisse der beiden Testpartien geben. Gegen Bundesligist FC Augsburg (3:1) und den österreichischen Bundesligisten SV Ried (4:2) gab`s zwei überzeugende Siege. Personell bereitet allerdings Keeper Markus Ponath Sorgen. Der Stammtorwart sollte eigentlich nach seiner Mittelhand-Verletzung wieder einsteigen. Medizinische Untersuchungen haben aber ergeben, dass das so schnell nichts werden wird mit einem Comeback. Geht der Auftakt in Regensburg am Freitag schief, könnte es schnell wieder ungemütlich werden in der Audistadt. Trotzdem: Die Schanzer packen den Klassenerhalt!

Für Kristian Böhnlein (vorne links) und die Schweinfurter wird es aller Voraussicht nach einem Jahr in der 3. Liga wieder zurück in die Regionalliga gehen.
Für Kristian Böhnlein (vorne links) und die Schweinfurter wird es aller Voraussicht nach einem Jahr in der 3. Liga wieder zurück in die Regionalliga gehen. – Foto: Ryan Evans

1. FC Schweinfurt 05 (Platz 20, 6 Punkte)
17 von 19 Spielen verloren - wahrlich nicht viele Trainer im Profibereich hätten eine solche Bilanz "überlebt". Victor Kleinhenz darf aber in Schweinfurt weitermachen. Wahrscheinlich auch der harten Erkenntnis geschuldet, dass der Kader schlicht nicht die nötige Qualität hat, um konstant in der 3. Liga zu punkten und es nicht am Coach an der Seitenlinie liegt. Mit Mustafa Özden (20) und Nikolaos Vakouftsis (21) haben zwei Perspektivspieler in der Winterpause bei den Unterfranken angeheuert, die allerdings kurzfristig sicher noch keine Unterschiedsspieler sein werden. Von dieser Sorte bräuchte es aber dringend welche, um überhaupt noch eine Chance zu haben. Ein schwerer Schlag ist der Abgang von Stürmer Jakob Tranziska, der sich für einen Wechsel nach Südkorea entschieden hat. Der 24-Jährige war einer der wenigen Schnüdel-Lichtblicke in der bisherigen Saison.

Nichts Neues gab`s in den Testspielen: Zwei deutliche Niederlagen gegen die SpVgg Greuther Fürth II (0:5) und gegen die Bundesliga-Profis der TSG Hoffenheim (0:3) ohne eigenen Treffer stehen in der Vorbereitung zu Buche. Das Toreschießen ist eines der Hauptrobleme des FC 05 in dieser Saison. Erst 16 Treffer durften die Schnüdel-Fans bejubeln. Laut aussprechen wird es in der Kugellagerstadt noch keiner, aber die Planungen für die Regionalliga dürften schon angelaufen sein. Der Klassenerhalt wird nicht mehr gelingen!

Aufrufe: 014.1.2026, 13:30 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor