Krasniqi wird zurückgepfiffen
Der ETSV ging als klarer Favorit in die Partie, tat sich jedoch über weite Strecken schwer, seine spielerische Überlegenheit in klare Chancen umzumünzen. Zwar hatte die Mannschaft von Jan-Philipp Rose mehr Ballbesitz, agierte im letzten Drittel jedoch zu oft einfallslos. Hinzu kam auch eine Portion Pech: Gleich zwei Treffer von Erolind Krasniqi wurden im ersten Durchgang wegen vermeintlicher Abseitsstellungen aberkannt - Entscheidungen, die aus Sicht des ETSV für zusätzlichen Frust sorgten. Nicht alle Gäste-Anhänger waren mit den Entscheidungen des Bundesliga-Schiedsrichters Patrick Ittrich einverstanden.
Fernandes belohnt sich
Auf der anderen Seite präsentierte sich Billstedt effizienter. Vor allem Evailton Braima Martins Fernandes rückte in den Fokus: Der Offensivspieler hatte bereits mehrere gute Möglichkeiten im ersten Durchgang, blieb zunächst jedoch ohne Erfolg. Kurz vor der Pause machte er es dann besser: Nachdem er den Angriff selbst eingeleitet hatte, war Fernandes zur Stelle und staubte in der 43. Minute zum 1:0 ab. Ein Treffer, der dem Spiel eine entscheidende Wendung gab.
Nach dem Seitenwechsel versuchte der ETSV noch einmal alles, um den Rückstand aufzuholen. Doch Billstedt verteidigte mit großer Disziplin und ließ nur wenig zu. Immer wieder fehlte dem Favoriten die nötige Präzision im letzten Drittel, um die kompakte Defensive zu knacken. So blieb es bis zum Schluss beim knappen Vorsprung der Gastgeber, die sich für eine engagierte und taktisch starke Leistung belohnten.
Außenseiterfinale perfekt
Mit dem Schlusspfiff stand fest: Der SC Vorwärts/Wacker Billstedt zieht ins Finale ein und trifft dort am 23. Mai im Stadion Hohluft auf den HEBC Hamburg. Zwei Teams, die im Halbfinale jeweils als Außenseiter galten, haben sich durchgesetzt - und sorgen nun für ein Endspiel, das so kaum jemand erwartet hätte.
Für beide Klubs eröffnet sich damit eine große Chance: Der Sieger des Hamburger Pokals qualifiziert sich für den DFB-Pokal und darf sich zudem über eine attraktive Geldprämie und wahrscheinlich auch Gegner aus der Bundesliga freuen. Entsprechend geht es im Finale nicht nur um einen Titel, sondern auch um eine sportlich wie wirtschaftlich enorm wichtige Perspektive.
Für den ETSV Hamburg endet der Pokalwettbewerb hingegen enttäuschend. Trotz Favoritenrolle und spielerischer Vorteile fehlten am Ende die entscheidenden Momente - und ein Gegner nutzte seine Chance eiskalt. Zudem wären die DFB-Pokal-Einnahmen in der aktuellen Situation extrem wichtig gewesen.