
Der zweite Versuch. Die Bezirksliga Lüneburg 2 kehrt mit einem absoluten Kracher aus der Winterpause zurück. Der TSV Elstorf bittet am Sonntag den VfL Westercelle zum Tanz und möchte die Tabellenführung festigen oder sogar ausbauen. Während Elstorf-Coach Michel Welke von einer Vorentscheidung nichts wissen will, sieht Westercelles Trainer Sebastian Zich im direkten Aufeinandertreffen "die einzige Chance" für den VfL.
Ursprünglich war die Begegnung bereits im November angesetzt, fiel dann aber den Witterungsbedingungen zum Opfer. Die Duellanten hätten die Begegnung gerne verlegt, um dem Spitzenspiel einen Rahmen aus dem laufenden Wettbewerb zu geben, fanden aber keinen Termin, der für beide Parteien vereinbar war. Dadurch ist das Kräftemessen der beiden Überfliegerteams trotz einiger Testspieleindrücke ein Kaltstart.
Während Elstorf nahezu aus dem Vollen schöpfen kann, hatte Westercelle in der Winterpause fünf Abgänge zu verzeichnen, zudem ist der Einsatz weiterer Spieler noch fraglich. Wahrscheinlich muss der VfL sogar auf Unterstützung aus der eigenen U19 zurückgreifen, die am Vortag ihr Auftaktspiel in die Niedersachsenliga bestreitet. „Wir haben viele Fragezeichen“, verrät Trainer Sebastian Zich. „Unsere Herangehensweise ist überhaupt noch nicht klar, weil wir nicht wissen, wer am Wochenende wirklich mitspielen kann.“
Schon im November hatte Zich betont, dass nur ein Sieg das Aufstiegsrennen nochmal spannend gestalten könne. Dafür sei Elstorf zu konstant und würde nicht mehr oft genug Punkte lassen, damit sein Team die Lücke schließen könnte. Trotz der Rahmenbedingungen hilft dem VfL also nur ein Sieg, für den eine makellose Kür die Grundvoraussetzung ist. „Es muss alles für uns laufen – wir müssen hinten mit null Fehlern alles wegverteidigen und vorne das Goldene Tor machen“, sagt Zich. „Das wird mit Sicherheit ein Kampf von unserer Seite, für den wir auch das Quäntchen Glück brauchen.“
Die Favoritenrolle liegt sicherlich ungeachtet dessen beim TSV Elstorf. Zum einen hat Westercelle drei seiner sieben Auswärtsauftritte verloren, zum anderen stellen die Kicker von der Schützenstraße die beste Offensive und Defensive der Liga. Auch wenn der Vorsprung von fünf auf acht Zähler ausgebaut werden könnte, sind die Elstorfer bemüht, demütig zu bleiben. „Wir spielen gegen eine Top-Mannschaft, vor der wir größten Respekt haben, ohne zu vergessen, wofür wir stehen wollen“, sagt Trainer Michel Welke. „Wir werden nach dem Spiel nicht schlauer sein, wer am Ende die Nase vorne hat.“
Welke hat in der vergangenen Spielzeit ausgerechnet als Gegner des TSV Elstorf eine vergleichbare Erfahrung gemacht, als er mit dem TV Meckelfeld das damalige Spitzenspiel an seiner späteren Wirkungsstätte für sich entschied und den Vorsprung auf die Verfolger auf sieben Punkte ausbaute. Am Ende landeten die Bravehearts auf dem vierten Platz – zehn Zähler hinter Meister Scharmbeck-Pattensen-Ashausen. „Deswegen“, betont Welke, auch mit dem Hinweis, dass die Grundvoraussetzungen trotzdem unterschiedlich sind, „bedeutet das Ergebnis noch gar nichts.“