Kelsterbach. So schnell kann es gehen im Fußball - auch bei uns Amateuren: Noch am Mittwoch hatte Andreas Schreier im Livestream beim Wiesbadener Kurier als Experte das Hessenliga-Duell seiner beiden Ex-Vereine TuS Hornau und FC Eddersheim begleitet. Und sich im Hinblick auf seine eigene Zukunft als Trainer eher zurückhaltend geäußert, dazu die Vorzüge von freien Sonntagen hervorgehoben. "Aber man soll niemals nie sagen", hieß es auch während dem Livestream. Drei Tage später ist offiziell: Schreier wird wieder Trainer, steigt als Nachfolger von Ahmet Demiroglou bei Gruppenligist Viktoria Kelsterbach ein.
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Der zweifache Aufstiegstrainer und die Viktoria hatten sich nach eher mäßigem Saisonstart über eine Beendigung der gemeinsamen Zusammenarbeit verständigt. Anschließend hatte der Verein Kontakt mit Schreier als potenziellem Nachfolger aufgenommen. Am Freitag gab Schreier schließlich seine Zusage. "Ein erfahrener Trainer, der mit einem externen Blick auf das Team an den richtigen Stellschrauben drehen kann", kommentiert Kelsterbachs sportlicher Leiter Daniel Niedermann die Verpflichtung des 59-Jährigen, dessen Engagement bei Germania Schwanheim im Sommer endete, als der Verein den Rückzug der ersten Mannschaft bekanntgab.
Gemeinsame Arbeit mit Patrick Schmidt
Schreier übernimmt gemeinsam mit dem bisherigen Co-Trainer Patrick Schmidt. Er wird am Montag sein erstes Training leiten und am Donnerstag beim Kreispokal-Spiel in Sulzbach erstmals an der Seitenlinie der Viktoria stehen. Aus gemeinsamen Schwanheimer Zeiten kennt Schreier noch Keeper Dominique Groß sowie Noah Brämer, Moritz Rüdinger und Mahir Bosehmad. Ansonsten übernimmt er das Team mit der unvoreingenommen, externen Sichtweise, die sich die Kelsterbacher Verantwortlichen für Demiroglous Nachfolger gewünscht haben. In einem Vorbereitungsspiel sowie in einer Halbzeit gegen die SG Hoechst hat Schreier das Team bereits gesehen, damals noch nicht ahnend, dass er die Viktoria Anfang September übernehmen würde.
Parallelen mit Hornau
"Ich hatte zunächst eher eine beratendere Rolle angestrebt. Wenn man sich in der Saison von einem Trainer trennt, wird die Nachfolge ja oft auch intern geregelt. Von daher war es mir wichtig, dass mit Patrick Schmidt in einem längeren Gespräch signalisiert hat, dass er die Aufgabe gerne mit mir zusammen angehen würde", sagt Schreier. Der Parallelen zu seinem Ex-Verein Hornau zieht. "Ähnlich wie bei den TuS ist es in Kelsterbach eine Mannschaft, die in den letzten Jahren erfolgreich war und gefestigt ist."