2026-05-06T12:44:31.715Z

Allgemeines

"Alle Dämme sind gebrochen": Germania Weilbach krönt sich zum Meister

Dank Schützenhilfe von TuRa II: Weilbach macht im KOL-Topspiel den direkten Wiederaufstieg perfekt +++ Kampf um Platz zwei und Abstiegskampf spitzen sich zu +++ Zeilsheim II und TuRa II mit Trainerwechseln

von Lauris Ommert · Heute, 19:33 Uhr · 0 Leser
Germania Weilbach am Feiern nach dem Gewinn der Meisterschaft.
Germania Weilbach am Feiern nach dem Gewinn der Meisterschaft. – Foto: Nourdine Ajarar

Main-Taunus. Der FC Germania Weilbach darf sich in Zukunft wieder Gruppenligist nennen. Drei Spieltage vor Schluss setzte sich die Germania mit 1:0 im Topspiel gegen die SG Oberliederbach durch und durfte dank der Schützenhilfe von TuRa Niederhöchstadt II zur Meisterfeier ansetzen. Türk Hattersheim hätte gegen die TuRa-Zweite einen Sieg benötigt, um die Weilbacher Feierlichkeiten zu vertagen. Am Ende hieß es 2:2. Das Rennen um Platz zwei, der für die Relegation berechtigt, bleibt auch deshalb weiter offen, weil sich im Saisonendspurt ein Dreikampf zwischen der SG Oberliederbach (51 Punkte), dem SV Kriftel (50) und dem Türk FC Hattersheim (49) anbahnt. Im Abstiegskampf konnte der BSC Schwalbach derweil einen 6:0-Achtungserfolg gegen den SV Zeilsheim II landen, bei dem unter der Woche Trainer Ruhat Birinci hingeschmissen hat.

Sollte die SG Nassau Diedenbergen in der Gruppenliga die Klasse halten, wäre der vorletzte Platz (aktuell BSC Schwalbach) gesichert. Zwei Teams würden aus der A-Liga direkt aufsteigen. Bei einem Diedenbergener Abstieg, würde der Letzte direkt absteigen und der Vorletzte in die Relegation gegen den zweiten Platz der A-Liga MTK müssen.

Wie der Auf- und Abstieg im Main-Taunus abläuft, könnt ihr hier nachlesen.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt vom Wiesbadener Kurier.

Es war von vornherein klar: Die Germania ist auf Schützenhilfe von TuRa Niederhöchstadt II angewiesen, um drei Spieltage vor Schluss die Meisterschaft klarzumachen. Die eigenen Hausaufgaben machte die Germania - ausgerechnet im Topspiel gegen die SG Oberliederbach. Freuen konnten sich alle, die es mit der Germania halten, erst knapp 30 Minuten nach Abpfiff, als das 2:2-Unentschieden vom anderen Platz auch in Weilbach durchsickerte. "Wir haben einen Korrespondenten nach Hattersheim gestellt. Der hat uns dann gesagt, dass es zwei Minuten vor Schluss 2:2 steht. Zehn Minuten später meinte er, dass immer noch zwei Minuten zu spielen sind. Das war schon echt filmreif. Als dann klar war, dass das Spiel aus ist, sind alle Dämme gebrochen", strahlte Weilbachs Trainer Nourdine Ajarar vor Freude.

Meisterschaft drei Spieltage vor Schluss, direkter Wiederaufstieg in die Gruppenliga, und das noch mit einer der jüngsten Mannschaften der Liga: "Geil, brutal", rang Ajarar nach Worten. "Ich kenne Meisterschaften nur aus der Jugend, aber bei den Herren ist das nochmal was ganz anderes. Es war eine anstrengende und lange Saison, aber diese Mannschaft ist einfach geil und hat eine Monster-Mentalität."

Die Weilbacher Spieler feiern in der Kabine die Meisterschaft.
Die Weilbacher Spieler feiern in der Kabine die Meisterschaft. – Foto: Nourdine Ajarar

Sein Co-Trainer Ibrahim Özveren sah den entscheidenden Sieg gegen Oberliederbach als Exempel für den gesamten Saisonverlauf: "Die Jungs haben von der ersten Minute an geackert. Wir sind über die Saison als Team zusammengewachsen. Besonders in den letzten Wochen sind wir auf der letzten Rille gegangen."

Vor 200 Zuschauern erzielte Sebastian Knezevic nach einer halben Stunde mit seinem 32. Saisontreffer das Tor des Tages. Die bärenstarke Parade von Loukas Sianavas kurz vor der Pause hielt am Ende für Weilbach die Null.

Tore: 1:0 Sebastian Knezevic (30./Kopfball)

"Erstmal Gratulation an Weilbach. Am Ende mussten wir ernüchternd feststellen, dass das 2:2 ein verdientes Ergebnis ist. Ich war mit der Mannschaftsleistung nicht zufrieden", sagte Türk-Spielertrainer Abdullah Mansouri, der für die neue Saison zugesagt hat. Für die restlichen drei Spiele soll das Remis nur ein Flüchtigkeitsfehler bleiben: "Wir sind die Mannschaft der Rückrunde und in der Lage jeden Gegner zu schlagen. Wir planen vorerst für die KOL, aber versuchen jedes Spiel zu gewinnen."

Gegner TuRa Niederhöchstadt II hat sich derweil von Trainer Federico da Costa Coutinho getrennt. Das teilte der Verein unter der Woche mit. "Nach unserer Niederlage am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen Viktoria Kelsterbach haben wir zusammen mit unserem Trainer eine eingehende Analyse der aktuellen sportlichen Situation vorgenommen. Wir sind dabei gemeinsam zu der Erkenntnis gekommen, dass beide Seiten leider den Glauben verloren haben, in der aktuellen Konstellation eine Veränderung zum Positiven bewirken zu können", hieß es in der Pressemitteilung. Antonio Volpini, Sportlicher Leiter unserer 2. Mannschaft, soll das Team in den verbleibenden Spielen nun zum Klassenerhalt führen.

Tore: 1:0 Semir Agovic (28.), 1:1 Henri Hyseni (38./Foulelfmeter), 1:2 Ruben Vazquez (41.), 2:2 Ayoub Mansouri (51.)

"Wir konnten leider in keinster Weise an die letzte Woche anknüpfen - weder kämpferisch, noch spielerisch", musste Daniel Niedermann, Sportlicher Leiter der Viktoria, konstatieren. Nach dem 0:2 und 1:3 kamen die Gastgeber zwar zurück, schafften es allerdings nicht, das in etwas Zählbares umzumünzen. Am kommenden Sonntag (15:30 Uhr) geht es für das Schlusslicht zur Spvgg. 07 Hochheim.

Gäste-Coach Tomas Pelayo sprach nach dem Spiel von einem "Arbeitssieg", wollte aber vom Aufstieg noch nichts hören und warnt von dem schweren Restprogramm (Hattersheim (H.), Marxheim (A.), Weilbach (H.). "Wir reden nicht vom Aufstieg, oder sonstigen Spielen, sondern schauen, dass wir unsere Hausaufgaben machen", freut sich Pelayo derweil über die mündliche Zusage von "99 Prozent" des Kaders. Mit Tayssir El Abbassi (SV Zeilsheim II) und Alexandros Kosubek (SV Hofheim) seien zudem zwei Sommer-Neuzugang fix.

Tore: 0:1 Jan Radtke (10.), 0:2 Anas Moussaoui (39.), 1:2 Moritz Kleiner (60.), 1:3 Radtke (62.), 2:3 David Kaltenmark (76./Foulelfmeter)

"Endlich mal zwei Wochenenden, an denen wir nach Hause fahren, die Beine hochlegen und es genießen können", war Schwalbachs Sportlicher Leiter Michael Gremme hocherfreut. Und schöpfte durch den souveränen Sieg neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. "Ein Lob an diese Truppe", hob er vor allem die hohe Trainingsbeteiligung in den vergangenen Wochen hervor.

Beim Zeilsheimer Unterbau ist unter der Woche Spielertrainer Ruhat Birinci zurückgetreten. Dieser hatte vor zwei Wochen scharfe Kritik an der Zeilsheimer Vereinsführung geäußert. Hicham Asbai wird mutmaßlich bis Saisonende übernehmen.

Tore: 1:0 Ben Baumgärtner (21.), 2:0 Can Altun (24.), 3:0 Sergejs Parfenovics (31.), 4:0 Parfenovics (69.), 5:0 Parfenovics (85.), 6:0 Parfenovics (86.)

"Während die erste Halbzeit klar für uns ging, ging die zweite Hälfte klar an Schwalbach", fasste FSC-Klubchef Murat Sen zusammen. "Wir hatten hintenraus etwas Glück, aber wir haben wirklich auch einige Chancen vergeben", durfte Sen schließlich den Lucky-Punch von Samuel Bähre (90.+7) bejubeln. Mit Trainer Ruhullah Mahbubi werde man auch in die kommende Saison gehen, bestätigte Sen.

Tore: 1:0 Masood Sayed (3.), 2:0 Sayed (24.), 2:1 Alper Özdemir (74.), 2:2 Christian Seehöfer (78.), 3:2 Emin Basdar (87.), 3:3 Soufiane Boujrad (90.+3), 4:3 Samuel Bähre (90.+7) - Gelb-Rot: Kristijan Kljajic (90.+7/Unsportlichkeit)

"Am Ende hatten wir mehr vom Spiel in ersten Halbzeit, später hat uns gegen gute Eschborner die Durchschlagskraft gefehlt", bilanzierte Bremthals Co-Trainer Lukas Linicus, der den privat verhinderten Chefcoach Felix Hanke vertrat.

Tore: 0:1 Aurelio Azevedo (54.), 0:2 Marcel Díaz Aptiev (90.+6)

Nach einer schwachen ersten Hälfte sah BSC-Trainer Dennis Hombach im zweiten Durchgang ein "Spiel auf ein Tor", was sich dann auch mit drei Toren auf der Ergebnistafel widerspiegelte. "Es hätte am Ende aber noch deutlich höher ausfallen können", war Hombach dennoch zufrieden. Hintenraus wurde es nach dem Platzverweis gegen Hochheims Kapitän Patrick Schuchert (88./soll einem Kelsterbacher Spieler beim Einwurf den Ball an den Kopf geworfen haben) hektisch. Der bereits ausgewechselte Wenjamin Busch wegen Meckerns ebenfalls Rot (89.).

Tore: 0:1 Semih Oyar (25.), 1:1 Hoffmann (61., 2:1 Nils Ostertag (66.), 3:1 Ostertag (72.) - Rote Karte: Patrick Schuchert (88./soll einem Kelsterbacher Spieler den Ball an den Kopf geworfen haben); Wenjamin Busch (89./Meckern)

Ein umkämpftes Spiel mit einem unschönen Ende: Hornaus Keeper fiel kurz vor Schluss unglücklich auf den Ball, berichtete Marxheims Sportlicher Leiter Tobias Göttner. Der Krankenwagen musste anrücken. Zuvor sah Göttner eine gute Hornauer Mannschaft, "aber am Ende haben wir den Sack zu gemacht". Darüber hinaus habe der komplette Kader für die kommende Saison zugesagt und wird mit vielversprechenden Talenten aus der eigenen A-Jugend (derzeit 4. in der Gruppenliga) aufgefüllt. "Wir wollen diesen Kader über die nächsten Jahre weiterentwickeln", gibt sich Göttner im Hinblick auf die kommenden Jahre optimistisch.

Tore: 1:0 Eseyas Bariagaber (28./Kopfball), 1:1 Maximilian Glab (30.), 2:1 Niklas Hierke (49.), 2:2 Stefan Böhmig (55./direkter Freistoß), 3:2 Bariagaber (69.), 4:2 Fabio Czerner (90.+3)