2024-03-04T12:27:13.471Z

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Unterhachings U21-Trainer Marc Endres mit Stammspieler Florian Markert.
Unterhachings U21-Trainer Marc Endres mit Stammspieler Florian Markert. – Foto: IMAGO/Sven Leifer

„Absoluter Segen“: Haching II begeistert von seiner Wundertüte und wehrt sich gegen Kritik

Der U21-Kader hat ein Durchschnittsalter von 19 Jahren

Die SpVgg Unterhaching II überragt in der Landesliga Südwest. Trotz wöchentlicher Rotation des Kaders hat sich die Mannschaft gefestigt.

Unterhaching – Die U21 der SpVgg Unterhaching ist neuer Tabellenführer der Landesliga Südwest. Nach einem schwachen Saisonstart arbeitete sich die Reserve der SpVgg Stück für Stück nach oben. Ein knappes 1:0 gegen den TSV Bobingen reichte der Elf von Marc Endres, da das Spiel des direkten Konkurrenten aus Schwabmünchen abgesagt wurde.

Nachdem die Mannschaft letzte Saison außerhalb der Wertung angetreten war, ist sie dieses Jahr regulärer Teil der Landesliga. Mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren hat die U21 den jüngsten Kader der Liga. „Die zweite Mannschaft ist die Plattform für die Spieler, die bei der Ersten nicht zum Zug kommen und um den A-Jugendspielern Erfahrung im Herrenbereich zu bieten“, sagt Endres im Gespräch mit FuPa/Fußball Vorort.

SpVgg Unterhaching: Stete Rotation im Kader zwischen Landesliga und 3. Liga

Da viele Spieler der U21 auch im erweiterten Kader der Drittliga-Mannschaft sind, hat der Landesligist jede Woche andere Spieler zur Verfügung. Für Trainer Endres eine reizvolle Aufgabe: „Das ist total spannend. Ich freue mich jedes Spiel auf diese riesige Herausforderung.“ Für den Verein und die jungen Spieler sei die Gelegenheit, unter Wettkampfbedingungen Spielpraxis zu sammeln, „ein absoluter Segen.“

Auch wenn der Erfolg des Profiteams Priorität hat, ist Endres in die Kaderzusammenstellung der beiden Teams voll integriert. Der Ex-Profi ist neben seiner Tätigkeit als Trainer der U21 auch Co-Trainer von Marc Unterberger in der 3. Liga. „Wir gehen zusammen die Einsatzzeiten der Spieler durch und versuchen es dann sinnhaft zu steuern“, sagt Endres zu seinem Mitspracherecht.

„Wir haben den größten Feldspieler, den wir hatten, ins Tor gestellt.“

Unterhachings U21-Coach Marc Endres über den Personalmangel gegen Kaufering

Einige gegnerische Vereine waren zu Beginn der Landesligasaison gegen die Teilnahme der U21. Aufgrund des wöchentlich wechselnden Kaders sprach Gilchings Trainer Sebastian Stangl von „Wettbewerbsverzerrung“. Andere sprachen von einer Wundertüte, bei der man nie wisse, auf welches Haching man treffe. An manchen Spieltagen tritt Haching mit drittligaerfahrenen Jungprofis an, an anderen mit einem Rumpfkader.

Die Vorwürfe kann Endres in Teilen nachvollziehen. An der Philosophie möchte er trotzdem nicht rütteln: „Wir wären ja blöd, wenn wir Spieler, die Spielpraxis brauchen, nicht einsetzen.“ Von Wettbewerbsverzerrung möchte der U21-Trainer aber nicht sprechen. Spiele wie gegen Kaufering, bei denen Haching II nur mit dreizehn Spielern antrat, seien „die absolute Ausnahme“. Da die erste Mannschaft zeitgleich spielte und zwei Torhüter verletzt waren, musste Hachings erfolgreichster Stürmer Dominique Girtler ins Tor. „Wir haben den größten Feldspieler, den wir hatten, ins Tor gestellt“, sagt Endres.

Trotz Tabellenführung noch Verbesserungsbedarf bei Haching II

Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der 32-Jährige trotz einzelner Ausreißer zufrieden. Für einen Tabellenführer ungewöhnlich ist die Tordifferenz der Hachinger. Nur drei Tore erzielte die U21 mehr, als sie kassierten. Vor allem die Abwehr war zu Beginn der Saison wacklig. Die 35 Gegentreffer sind die meisten in der Top zehn. „Wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung angekommen, haben aber einen Riesenschritt nach vorne gemacht“, so Endres. Die Regelmäßigkeit, mit der die knappen Spiele gewonnen werden, zeugt laut dem Ex-Profi von der Stabilität der Mannschaft.

Obwohl Unterhaching II seit dem vergangenen Wochenende Tabellenführer ist, wird über einen möglichen Aufstieg in die Bayernliga noch nicht diskutiert. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Das war am Anfang so, das ist jetzt immer noch so. Wenn wir damit am Ende Meister werden, nehmen wir das sehr gerne mit. Das ist aber nicht das erklärte Ziel“, sagt Endres. Die Priorität bleibt in Haching weiterhin die Spielerentwicklung. (Laurin Diepers)

Aufrufe: 022.11.2023, 10:08 Uhr
Laurin DiepersAutor